Spiegelreflex Kamera


Sierb

Erfahrenes Mitglied
Hallo liebe Fotographen!

Ich möchte gleich zu Beginn sagen, dass ich mir andere Themen in diesem Forum angeschaut habe. Diese erfüllen aber nicht das, was ich brauche. Außerdem hab ich mir im Internet schon Informationen zusammengesucht. Mir ist aber ein Erfahrungsbericht von einem erfahrenen Fotographen lieber als die Werbung einer Fotofirma. Da ich den Leuten und ihrer Kompetenz in diesem Forum vertraue eröffne ich hier mal ein Thema.

Ich habe jetzt 2 oder 3 Jahre mit einer normalen Digitalkamera (Nikon Coolpix P50) fotographiert. An den Bildern hatte ich bisher nicht viel auszusetzen. Ein Bekanner hat allerdings mit einer SR-Kamera (Canon 350D) Bilder gemacht. Der Qualitätsunterschied ist einfach Gigantisch.
So, ich will mir auch eine SR-Kamera kaufen. Die Frage ist nur welche. Ich hab mal einen Kriterienkatalog aufgestellt:

  • Die Kamera soll vor allem bei nach gute Bilder machen. Mit guten Bildern meine ich, dass die Farben erhalten bleiben, das Bild nicht überbelichtet wird usw.. Also das es natürlich aussieht (Meine Nikon mach so unnatürliche Bilder im Vergleich)
  • Sie soll einen guten Autofokus haben. Ich bin ein relativ unerfahrener Fotograph
  • Sie soll eine kurze Belichtungszeit haben. Also eine Belichtungszeit, mit der ich Schnappschüsse machen kann. (Die Canon 350D hat mal locker 10 mal geblitzt bevor das Bild gemacht wurde
  • Das Menü und die Einstellungen dürfen mich nicht überfordern. Ich weiß, dass man beim fotographieren fast grenzenlose Einstellungsmöglichkeiten hat. Aber das meiste davon werde ich nie benutzen. Die Kamera muss es also auch nicht enthalten. Anders gesagt: Sie sollte Einsteigerfreundlich sein.
  • Der Akku soll einen Abend durchhalten
  • Ich mache Bilder von Menschen und weniger von kleinen Objekten oder Landschaften. Sie soll also vor allem aus mittlerer Entfernung gute Bilder machen.
  • Da ich, wie oben schon gesagt, kein erfahrener Fotograph bin, sollte die Kamera, so wie sie ist, voll funktionsfähig sein. Ich will mir nacher keine 3 Objektive und Blitze kaufen müssen.
  • Die Kamera braucht keinen guten Zoom. Wie gesagt, ich mache Bilder aus mittlerer Entfernung
  • Und zu guter Letzt, sie soll nicht zu teuer sein. Maximum wäre 1000€ (ich hoffe in dieser Preisklasse gibt es überhaupt Möglichkeiten für meine Ansprüche)

Ich hoffe, ich konnte meine Kriterien verständlich formulieren.
Ich verlass mich jetzt mal ganz auf eure Erfahrung und Kompetenz. Ich bin mir sicher, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

lieber Gruß, Sierb
 

DJTrancelight

Erfahrenes Mitglied
Hi,

zu Punkt 1:

Gute Bilder machen alle DSLRs. Wg. natürlicher Farben. Die Canon-Bilder haben i.d.R.
kräftigere Farben, da sie agressiver eingestellt sind. Nikon geht da vorsichtiger zu Werke.

Zu Punkt 2:
Autofokus ist meist ob Objektiv abhängig, falls nicht eingebaut.

zu Punkt 3:
ist auch von allen gegeben.

zu Punkt 4:
finde da hat Nikon die Nase vorn

zu Punkt 5:
Akku, ja das variiert vielleicht zwischen 80 und 150 Bildern. Notfalls einen Zweitakku kaufen. Aber aufgrund dessen würde ich mich nicht für eine Kamera festlegen.

zu Punkt 6:
Ist auch vom Objektiv abhängig.

zu Punkt 7:
Na ja, dann möchtest du wohl ein Kit-Set - also Kamera + Objektiv. Würde ich nicht machen, da i.d.R. die Kitobjektive nicht so toll sind.

zu Punkt 8:
auch hier - ist alles vom Objektiv abhängig

zu Punkt 9:

1000 EUR, da kommst du heute schon recht weit!

Meine Empfehlung wäre da die Nikon D90 oder die Nikon D5000. Beide haben 12 Megapixel
Letztere hat sogar einen Klapp-Drehmonitor. Beide zeichnen sogar kleine Videsequenzen (5 Mins. in bester Auflösung in HD-Qualität) auf. Die D5000 hat eine Autofokus-Funktion, die z.B. Gesichter verfolgt, wenn sich diese aus dem Bild bewegen. Eine tolle Funktion finde ich z.B. das Zuschalten eines Gitternetzes. Das hilft bei der Bildkomposition.

Als Objektiv würde ich dir dann das Tamron 17-50 mm 1:2.8 XR Di II IF vorschlagen. Eingebauter Bildstabilisator gute Bildqualität. Kostet so um die 350 EUR.
Die Nikon D90 oder D5000 liegen so bei 650 EUR (nur die Kamera ohne Objektiv).

Alternativ kannst du dir aber auch mal die Canon 500 D anschauen. Sie hat auch eine Videofunktion und noch mehr Megapixel - nämlich 14 MP.

Wenn du jetzt nicht so viel ausgeben möchtest, kannst du dir auch mal die Sony Alpha 300 anschauen. Hat auch einen Klappmonitor. Diese hat sogar einen eingebauten Bildstabilisator und AF.

Viele Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:

Sprint

Erfahrenes Mitglied
Hi, meine Meinung dazu in Kürze.

Gute Bilder machen eigentlich alle. Du darfst nie die kompakten mit den SLRs vergleichen. Bin 2003 mit der Canon 300D eingestiegen und war immer sehr zufrieden damit. Du solltest dich aber vor den four/thirds Kameras (Olympus) hüten. Die haben einen deutlich kleineren Chip (Faktor 2) als andere Hersteller (meistens Faktor 1,5) und neigen dadurch viel stärker zum Rauschen.

Autofokus ist eigentlich kein hema, bzw. eher dein Problem. Je mehr Meßfelder, um so mehr mußt du darauf achten, was angemessen wird. Ich habe immer fix die Mitte eingestellt. Zur Not anmessen - halten - schwenken - abdrücken.

Das Blitzen hat nichts mit der Belichtungszeit zu tun sondern damit, daß die Kamera erst einmal die Entfernung bestimmen muß. Und das passiert bei ziemlicher Dunkelheit. Manche machen es mit dem Vorblitz, andere mit Infrarot. Das stört zwar weniger, aber die Kamera muß es immer ausführen. (Schätzen kann sie nicht)

Das Menü muß dich immer mal beschäftigen. Warum auch nicht? Das Problem ist in den meisten Fällen eher, zu wissen, was man tut! In der Kamera ist es dann meist nicht so schwer. Trotzdem weiß ich aus eigener Erfahrung und von Freunden, daß Nikon einiges komplizierter sein soll als Canon und Pentax.

Akku ist eine Sache des Blitzeinsatzes. Zur Not einen Wechselakku mitnehmen. Paßt in jede Hosentasche. Außerdem hält der Akku um Welten länger, wenn du nicht den internen Blitz verwendest, sondern einen externen. Die internen sind eigentlich nur was für kurze Entfernungen, werden teilweise vom Objektiv abgeschattet und sind nicht schwenkbar. Gerade für indirektes Blitzen, um das Objekt nicht lichttechnisch platt zu walzen, essentiell.

Wenn du keine Objektive wechseln willst, warum dann eine SLR? Das ist doch der SINN an der ganzen Sache. Eine gute Bridge wäre dann vielleicht eher geeignet. Obwohl du dir damit genau das gleiche Problem anhängst, das du auch mit diesen Niemals-wechseln-18-200 Objektiven hast. Einfach nur Mittelmaß Ist wie im richtigen Leben. Ein Allrounder kann sehr viel, aber nichts perfekt.
Kits bekommst du oft mit zwei Objektiven. Bei Pentax z.B. 18 - 55 und 50 - 200. Damit ist schon mal ein guter Grundstock gelegt. Um ein Tele +- 300mm und evt. ein Macro wirst du schwer drumrum kommen und vor allem im Landschaftsbereich ist ein Superweitwinkel (z.B. 12 - 24) angesagt.

Der Preis ist nicht entscheidend. für 1000€ bekommst du schon sehr gute Kits. Ich selbst bin vor 1,5 Jahren von Canon auf Pentax umgestiegen. Der Hauptgrund für den Systemwechsel war das Anti-Shake-System IM Body. Da funktioniert es mit fast jedem Objektiv, im Gegensatz zu z.B. Canon und Nikon, die es ins Objektiv einbauen. Dadurch deutlich teurer und nicht mit allen Objektiven. Außerdem haben mich damals die Ausstattung, Handhabung und vor allem auch der Service überzeugt. Und für das ganze Kit mit den beiden o.g. Objektiven hab ich nicht einmal 750€ hingelegt. Da bleibt dann noch viel Geld für Speicher, Blitz und ein gutes Fotobuch übrig.
 

Martin Schaefer

Administrator
Sierb hat gesagt.:
... andere Themen in diesem Forum angeschaut ... Diese erfüllen aber nicht das, was ich brauche.
Hm, schwer zu glauben, da die wesentlichen Punkte die es zu beachten gibt bereits oft genannt und auch ausführlich erklärt wurden. Vielleicht ist dir einfach nur nicht bewusst geworden, warum die das erfüllen, was du brauchst. ;)

Ich habe jetzt 2 oder 3 Jahre mit einer normalen Digitalkamera (Nikon Coolpix P50) fotographiert. An den Bildern hatte ich bisher nicht viel auszusetzen.
Da fragt sich der geneigte Leser natürlich sofort, warum du unbedingt eine SLR haben willst, wenn du mit deiner aktuellen Kamera recht zufrieden warst. Kurz gesagt: Ist dir selbst überhaupt bewusst, was genau du nicht so gut fandest an den Bildern? Kannst du das in Worte fassen? Nur wenn du das kannst, ist es auch möglich mit ausgefeilterer Technik bessere Bilder zu machen. Ein Fotoapparat alleine macht keine Bilder. Er braucht dich und dein "Auge" dazu. ;)

Ein Bekanner hat allerdings mit einer SR-Kamera (Canon 350D) Bilder gemacht. Der Qualitätsunterschied ist einfach Gigantisch.
Wie eben schon erwähnt, versuch mal in Worte zu fassen, was genau besser war. Dann können wir versuchen, herauszufinden, wieviel Anteil daran die Technik hat und wieviel der Fotograf (nicht Fotograph) und sein Gespür für Bilder.

Die Kamera soll vor allem bei nach gute Bilder machen. Mit guten Bildern meine ich, dass die Farben erhalten bleiben, das Bild nicht überbelichtet wird usw.. Also das es natürlich aussieht (Meine Nikon mach so unnatürliche Bilder im Vergleich)
Keine Kamera mit manuellen EInstellmöglichkeiten für Empfindlichkeit, Blende und Belichtungszeit macht per se überbelichtete Bilder. Vielleicht macht die Vollautomatik nicht das, was du gerne willst. Das ist aber nicht zwangsläufig etwas, was sich durch den Erwerb einer SLR ändert. Zum Fotografieren von guten Fotos gehört schon ein wenig handwerkliches Wissen und Können. Wenn du Lust hast, das zu lernen und dich aktiv damit zu beschäftigen, dann ist eine SLR der richtige Weg für dich. Wenn dir das zu lästig ist und du willst, dass dir die Kamera das Denken abnimmt, dann spare dir das Geld. Die SLR wird es nicht wesentlich besser machen als eine vergleichsweise kleine "Knippse".

Sie soll einen guten Autofokus haben. Ich bin ein relativ unerfahrener Fotograph
Was macht einen guten Autofokus aus? Schnell, präzise, leise, das sind wohl erstmal die maßgeblichen technischen Kriterien. Leider ist es aber dann in der Praxis doch nicht ganz so einfach, wenn deine Fotografie nicht ein reines "Point'n'Shoot" sein soll. Ein gutes Foto muss von dir im Sucher erstmal eingerichtet (kadriert) werden. Und dabei ist es häufig so, dass die Kamera nicht automatisch erkennen wird, welcher Teil des Bildes denn nun scharf sein soll. Das kannst nur du wirklich sicher wissen. Also musst du den Autofokus "führen". Zum Beispiel in der Form, dass du den Autofokus so einstellst, dass er immer die Schärfe im Sensor in der Bildmitte holt, du mit der Kamera die Schärfe mit diesem Sensor holst und dann bei eingestellter Schärfe dein Bild einrichtest, bevor du abdrückst.
Tust du das nicht, ist das Ergebnis Glückssache, weil du dich lediglich auf eine wie auch immer geartete Automatik verlässt.

Sie soll eine kurze Belichtungszeit haben. Also eine Belichtungszeit, mit der ich Schnappschüsse machen kann. (Die Canon 350D hat mal locker 10 mal geblitzt bevor das Bild gemacht wurde
Kurze Belichtungszeiten kann man bei allen aktuellen Kameras einstellen. Extremwerte wie z.B. 1/8000s wirst du in der Praxis nicht brauchen.Was eine große Rolle spielt ist allerdings die Lichtstärke des Objektives. Ein Objektiv mit einer maximalen Öffnung (Blende) von 5.6 lässt eben keine so kurzen Belichtungszeiten zu, wie z.B. ein Objektiv mit maximaler Öffnung von 2.8 oder gar 1.4
Natürlich kann man das auffangen, indem man einfach die Empfindlichkeit z.B. von 100 ASA auf 400 oder 800 ASA umschaltet. Aber dann wird das Rauschen im Bild eben deutlich stärker. Den Zusammenhang von Blende, Belichtungszeit und Empfindlichkeit solltest du in jedem Falle lernen! Das ist ganz grundlegendes Know-How ohne das der Kauf einer SLR meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn macht. Ist auch wirklich nicht schwer zu verstehen und es zahlt sich garantiert aus.

Das Blitzen ist dann schon wieder ein ganz anderes (und nicht zwingend einfacheres) Thema. Eine Kamera hat eine ganz bestimmte Blitzsynchonzeit. Also im Grunde eine feste Belichtungszeit, die bei Fotos mit Blitz genutzt wird. Mit in die Kamera integriertem Blitz wirst du niemals gute Ergebnisse erzielen, das kann ich dir schonmal garantieren. Die sind für "Knippser" praktisch, weil sie irgendwie hell machen, aber für einen Fotografen völlig unbrauchbar. Da muss man dann schon zumindest mal einen Aufsteckblitz mit ordentlicher Leitzahl (max. Blitzlichtstärke) haben. Besser ist natürlich eine richtige Blitzanlage mit mehreren Lampen, Schirm und/oder Reflektoren. Aber das lassen wir mal außen vor, weil das wohl erstmal sowohl zu teuer, als auch für den Anfang zu komplex wird. :)

Das Menü und die Einstellungen dürfen mich nicht überfordern. Ich weiß, dass man beim fotographieren fast grenzenlose Einstellungsmöglichkeiten hat. Aber das meiste davon werde ich nie benutzen. Die Kamera muss es also auch nicht enthalten. Anders gesagt: Sie sollte Einsteigerfreundlich sein.
Ich verstehe vollkommen, worauf du hinaus willst. Ich kann auch nachvollziehen, dass man gerade als Anfänger von all den Menüoptionen förmlich erschlagen wird. Trotzdem sind viele der Einstellmöglichkeiten wichtig, damit du die Kamera auf deine Anforderungen einstellen kannst. Die meisten Menüoptionen sind keine Optionen, mit denen du dich vor jedem Bild beschäftigen musst. Sie werden nicht ständig von dir geändert. Um einen einfachen Vergleich zu nehmen: Wenn du dir ein Auto kaufst, dann bist du überglücklich, dass du dir den Fahrersitz genau so einstellen kannst, wie er für dich bequem ist. Trotzdem wirst du (wenn du der einzige Fahrer bist) danach vielleicht nie wieder daran rumändern. Ein Auto zu finden, bei dem ab Werk der Fahrersitz genau so steht, wie du ihn haben willst, ist äußerst unwahrscheinlich.

Der Akku soll einen Abend durchhalten
Sollte kein Problem sein. SLR Kameras haben schon potentere Akkus als kleine
Knippsen.

Ich mache Bilder von Menschen und weniger von kleinen Objekten oder Landschaften. Sie soll also vor allem aus mittlerer Entfernung gute Bilder machen.
Für Portraits (Im weitesten Sinne Gesichter) würde ich Brennweiten von 100-200mm empfehlen. Für Personenaufnahmen (im weitesten Sinne ganze Personen) entweder o.g. Brennweiten und entspechend weiter weg von der Person, oder aber ein schönes 50mm Objektiv. All das kann aber niemals die eine, alleinige Wahrheit sein. Es kommt eben immer darauf an, wie du fotografieren willst. Man kann auch mit 400 oder gar 600mm sensationelle Personenfotos machen.

Da ich, wie oben schon gesagt, kein erfahrener Fotograph bin, sollte die Kamera, so wie sie ist, voll funktionsfähig sein. Ich will mir nacher keine 3 Objektive und Blitze kaufen müssen.
Es ist nachvollziehbar, dass du dir anfangs keinen Stall voll Objektiven kaufen willst. Trotzdem sei dir gesagt, dass das Objektiv kein notwendiges Übel ist, sondern das/die Objektiv(e) entscheiden über die techn. Qualität deiner Bilder. Es gibt viele billige "Glasscherben" die so schlechte Bilder machen, dass man sich fragt, warum man sich überhaupt eine SLR gekauft hat.
Außerdem: verabschiede dich von der Vorstellung, du könntest dir ein einziges Objektiv kaufen und damit dann alles machen. Das wird dir nicht gelingen. Lass die Finger von Extremzooms, die von Superweitwinkel bis langes Zoom alles abdecken wollen. Die Dinger sind Mist, so hart es auch klingen mag.

Und zu guter Letzt, sie soll nicht zu teuer sein. Maximum wäre 1000€ (ich hoffe in dieser Preisklasse gibt es überhaupt Möglichkeiten für meine Ansprüche)
Mein Tipp ist: Kauf dir eine gebrauchte Kamera bei einer vertrauenswürdigen Quelle, idealerweise mit Gebrauchtgeräte-Garantie. Investiere das Geld in ein gutes Objektiv. Davon hast du dann ein ganzes Leben lang was. Kameras kann man austauschen, Objektive kann man weiternutzen. Es ist ein Irrglaube, dass die neueste Kamera für viel Geld und dann ein superbilliges Objektiv dazu der richtige Weg ist für schöne Fotos. Eine EOS 350D macht genauso schöne Fotos wie eine EOS 500D, wenn auch vielleicht ein wenig niedrigere Auflösung. verabschiede dich unbedingt von dem Irrglaube, dass man immer möglichst hohe Auflösung braucht. Wirklich erkennbar bessere Qualität oberhalb von 10 Megapixeln kriegst du nur mit Profi-Objektiven, deren hochwertiges Glas auch mehr als 10 Megapixel auflösen.


Puuh, was ein Roman. Sorry. :)

Gruß
Martin
 
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Sierb

Erfahrenes Mitglied
WoW, das war jetzt ein riesiger Haufen an Informationen. Dafür schonmal Danke euch dreien. Ich versuch mal, das ganze sinnvoll einzuordnen. :)

Zu Martin kann ich sagen, Ja! Ich weiß was den Unterschied macht:
1. ist das immer ein Rauschen im Bild (zumindest Nachts)
2. Sind die Farben Matter. Die Leute wirken fast ungesund. Die Augen wirken viel weniger ausdrucksstark.
3. Wird der Hintergrund nicht unscharf. Höchstens dunkler. Und wenn unscharf dann deutlich zu weniger
4. Die Personen an sich sind nicht so scharf wie bei einer SLR.
5. Man sieht den Bildern nicht an, dass es nacht ist. Bzw. mit der normalen Digitalkamera sehen Tag und Nachtaufnahmen fast gleich aus. (In geschlossenen Räumen)
6. Meine kleine Digicam blendet andere Lichquellen aus. (Discolichter u.ä.). Das macht die SLR nicht. Wenn ein Objekt Rot angestrahlt wird, bleibt es das auch auf dem Foto.

Ich habe zur Veranschaulichung 2 Bilder. Ich habe beide selbst fotographiert. Beide Bilder sind am selben Ort entstanden. Das erste mit einer SLR das zweite mit einer Normalen kleinen Digitalkamera.
IMG_3718.jpgDSCN0481.jpg
Von meinen Fähigkeiten als Fotograph mal abgesehen finde ich, dass das erste deutlich mehr hergibt.

Ich habe aber noch ein paar Fragen die beim Lesen entstanden sind.

1. So wie ich das verstanden habe, ist vor allem das Objektiv entscheident für das Ergebnis. Ich sollte also lieber bei der Kamera sparen und dafür ein teureres (besseres) Objektiv kaufen. Ist das korrekt?
Wenn ja, ist die Frage vor allem, was ich mir für ein Objektiv zulegen soll.
martin sagt, ich soll mir kein Allroundobjektiv kaufen. Aber ist das nicht vlt. sinnvoller? Ich bekomm vlt. nicht das optimale Ergebniss, dafür ist das Spektrum in dem ich "rumprobieren" kann deutlich höher.

2. Für Personenaufnahmen sind geringere Brennweiten besser. Also 17-50 oder 18-55. Warum? Wird bei geringeren Brennweiten der Hintergrund unschärfer und bei höheren alles scharf? Oder andersrum?
Ich mag den Effekt, wenn der Hintergrund unscharf ist. Das lenkt die Aufmerksamkeit viel stärker auf die Personen.

3. Der ISO-Wert scheint bei Nacht ja wichtig zu sein. Aber was macht denn der ISO Wert genau

4. Die Belichtungszeit. In welchem Rahmen sollte die bei absoluter Dunkelheit liegen?

5. Wo liegt der Unterschied zwischen Nikon, Canon und Pentax was Anfängerfreundlichkeit angeht?

6. Das Problem an dem ganzen ist eben, dass man nicht wirklich "rumprobieren" kann wie bei Photoshop z.B. In solchen Preisklassen ist es dann schwer auf anhieb die richtige Entscheidung zu treffen. Wie habt ihr das gemacht? Also bevor ihr wirklich viel Ahnung vom Fotografieren hattet.

Ich habe verstanden, dass ich mich wohl intensiver mit dem Fotografieren beschäftigen muss. Gibt es ein gutes Buch, dass ihr mir empfehlen könnt?
 

Sprint

Erfahrenes Mitglied
zu 1. Die Kamera sollte schon dazu passen. Du trägst ja auch keine Prada Schuhe zur Arbeitshose. Man muß immer den für sich passenden Kompromiß zwischen Preis und Qualität finden. Das Hauptobjektiv sollte top sein, bei den anderen kannst du etwas sparen. Nimm statt dem Allrounder zwei oder drei einzelne Objektive, die den gleichen Bereich abdecken. Dann bist du genauso weit, kannst aber in den Überlappungsbereichen noch experimentieren.

2. Je länger die Brennweite und je offener die Blende, um so geringer die Tiefenschärfe. Beide Faktoren ergänzen sich, können sich aber nicht zu sehr verstärken.

3. Der ISO Wert war früher die Filmempfindlichkeit und ist heute im Endeffekt der Verstärkungsfaktor, bestimmt aber auch das Rauschverhalten. ISO ist also nicht alles.

4. Bis zu mehreren Stunden. Kommt auf das Objekt an. Da kann man eigentlich keine Richtwerte nennen.

5. Canon ist für mich einfach zu klein für echte Männerhände geworden. Dort und bei Nikon stört mich das Anti Shake im Objektiv, das Gold wert ist wenn man ohne Stativ arbeitet. Bei Nikon ist auch die Menüführung zu kompliziert, ich kenne aber auch nur die D300.

6. Ich hatte schon bei analog angefangen und das war schon immer die beste Schule. Am Besten einen Laden suchen, die dir alles gut erklären, ohne zu sehr auf eine Marke zu drängen und du alles mal in Ruhe ausprobieren kannst. Da dürfen wirklich mal ein paar Stunden drin sein. Besonders kleine Händler sind da recht kulant. Und die kennen oft auch gute Bücher, die z.T. auch auf die jeweilige Kamera bzw. Marke abgestimmt sind.
 
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Martin Schaefer

Administrator
Zu Martin kann ich sagen, Ja! Ich weiß was den Unterschied macht:
1. ist das immer ein Rauschen im Bild (zumindest Nachts)
Dann musste die Kamera eine zu hohe Empfindlichkeit (Verstärkung) nutzen, um noch eine annehmbare Belichtungszeit hinzukriegen. Lichtstärkere Objektive helfen da. In der Regel sind Festbrennweiten lichtstärker als Zoom-Objektive.

2. Sind die Farben Matter. Die Leute wirken fast ungesund. Die Augen wirken viel weniger ausdrucksstark.
Das kann einerseits an mangelhafter Farbwiedergabe der Kamera liegen, andererseits auch am automatischen Weißabgleich, der zu gnadenlos die wärmere Stimmung von Kunstlicht "bekämpft", oder aber auch daran, dass der Blitz einfach die ganze Stimmung "totgeblitzt" hat. Indirektes Blitzen ist da immer deutlich besser, benötigt aber auch erstens einen deutlich stärkeren Blitz und zweitens eine helle Fläche (z.B. Decke), von der der indirekte Blitz gut reflektiert. Der Effekt beim indirekten Blitzen ist ein viel weicheres, weil gestreutes Licht. Ist dann eben nicht so gnadenlos wie mit der Faust ins gesicht, hehe.

3. Wird der Hintergrund nicht unscharf. Höchstens dunkler. Und wenn unscharf dann deutlich zu weniger
Unschärfe im Hintergrund bekommst du mit längerer Brennweite und Abstand zwischen Objekt und Hintergrund.

4. Die Personen an sich sind nicht so scharf wie bei einer SLR
Ich denke, zum Thema Autofokus hatte ich oben schon eine Menge geschrieben.
Du musst die Möglichkeit haben, selbst festzulegen, was denn nun genau scharf sein soll. Wird sonst zur Glückssache.

5. Man sieht den Bildern nicht an, dass es nacht ist. Bzw. mit der normalen Digitalkamera sehen Tag und Nachtaufnahmen fast gleich aus. (In geschlossenen Räumen)
Das war das o.g. Stichwort "totgeblitzt" und auch die Abteilung automatischer Weißabgleich.

6. Meine kleine Digicam blendet andere Lichquellen aus. (Discolichter u.ä.). Das macht die SLR nicht. Wenn ein Objekt Rot angestrahlt wird, bleibt es das auch auf dem Foto.
Das klingt aber eklig, wenn eine Kamera von sich aus was ausblendet.


1. So wie ich das verstanden habe, ist vor allem das Objektiv entscheident für das Ergebnis. Ich sollte also lieber bei der Kamera sparen und dafür ein teureres (besseres) Objektiv kaufen. Ist das korrekt?
gerade, wenn du in der Hauptsache Bilder wie oben machen willst, also Partypics in abgedunkelten Räumen, dann rate ich dir dringend zu lichtstarken Festbrennweiten.
Ein 50mm Objektiv mit einer Lichtstärke von 1:1.4 schafft das selbe Bild 4 Belichtungszeitstufen (oder Empfindlichkeitsstufen) schneller als ein Billigzoom mit Lichtstärke 1:5.6.
Das heißt, wenn du mit dem o.g. 50er bei 400 ASA und offener Blende noch mit 1/60s fotografieren kannst, dann müsstest du bei Blende 5.6 schon eine Belichtungszeit von 1/4s nehmen. Jede Wette, dass das Letztere dann stark verwackelt sein wird. :)

Trotzdem bleibt es bei deinen Beispielen ein wenig anders, weil da geblitzt wird.
Hier ist die Blitzsynchronzeit und die max. Lichtleistung des Blitzes entscheidend.
Praktisch ausgedrückt, der eingebaute Blitz der EOS 350D hat eine angegebene Leitzahl von 13, während ein richtig guter Aufsteckblitz.(z.B. Speedlite 580 EX) eine max. Leitzahl von 58 hat. Du hast also bei dem starken Blitz rund 4,5 Blendenstufen Lichtreserve, die man dafür nutzen kann, dass man auch entferntere Personen noch ordentlich ausleuchten kann oder aber man kann das Objektiv ein wenig abblenden und darüber dann qualitativ höherwertige Fotos machen.
Dazu der Hinweis, dass man mit ganz offener Blende zwar am leichtesten schön unscharfen Hintergrund bekommt, aber das geht auf Kosten der Bildqualität. Der ideale Arbeitspunkt von Objektiven liegt bei etwa 3 Blendenstufen abgeblendet.

martin sagt, ich soll mir kein Allroundobjektiv kaufen. Aber ist das nicht vlt. sinnvoller? Ich bekomm vlt. nicht das optimale Ergebniss, dafür ist das Spektrum in dem ich "rumprobieren" kann deutlich höher.
Ich würde mal darüber nachdenken, wieviel geld 1000 Euro sind. Das is schon ne Menge Holz, eigentlich. Findest du nicht auch? Und da wäre es doch schön, wenn wenigstens ein Teil des Geldes auch langfristig gut angelegt wäre. Wenn man sich nicht selbst hin und wieder mal bei all dem Marketinggetöse in Ruhe hinsetzt und darüber nachdenkt, was man so in den vergangenen Jahren gekauft hat und wieviel davon noch marginal mehr als 1 Euro wert ist ...
Lamnge Rede kurzer Sinn, man kann innerhalb kürzester Zeit irre viel Geld vernichten, indem man irgendwas kauft, dann bald wieder irgendwas neues, dann wieder was neues usw.
Aber mal eine Sache zu kaufen, die auch langfristig was taugt, wo man nicht von den Werbeschreihälsen zur Reinvestition genötigt werden kann ... das hat schon was. :)
Denk einfach mal drüber nach.

2. Für Personenaufnahmen sind geringere Brennweiten besser. Also 17-50 oder 18-55. Warum? Wird bei geringeren Brennweiten der Hintergrund unschärfer und bei höheren alles scharf? Oder andersrum?
Ich habe oben zwischen Portraitaufnahmen und Personenaufnahmen (bei gleichbleibendem Fotografierabstand) geschrieben. Und da ist für Portraits (Gesichter) eine größere (längere) Brennweite besser. Je länger die Brennweite, desto kleiner der Tiefenschärfenbereich, desto eher ist ein Hintergrund unscharf.
Je kleiner die Brennweite, desto mehr kommt mit aufs Bild, desto größer der Tiefenschärfenbereich, desto weniger unscharf der Hintergrund.

Ich mag den Effekt, wenn der Hintergrund unscharf ist. Das lenkt die Aufmerksamkeit viel stärker auf die Personen.
Stimmt. Wird aber schwierig bei Partypics in belebten Räumen. Da kannste nicht unbegrenzt weit weg vom Motiv, ohne dass ne ganze Brigade halb- oder volltrunkener Foto-Laien durchs Bild purzelt.

3. Der ISO-Wert scheint bei Nacht ja wichtig zu sein. Aber was macht denn der ISO Wert genau
Wie Sprint schon geschrieben hat, es war ursprünglich eine Maßeinheit für die Lichtempfindlichkeit von Film. Heute im Digital-Zeitalter ist es ein traditioneller Wert, der sich heute aber auf die verstärkung des Chip-Signals bezieht.

4. Die Belichtungszeit. In welchem Rahmen sollte die bei absoluter Dunkelheit liegen?
2 Faktoren sind beim Thema Belichtungszeit wichtig. erstens du als Fotograf, zweitens das Motiv.

a. Die Belichtungszeit und du, 2 Freunde fürs Leben:
Gut geschlafen? Ausgeruht und ausgeglichen? Niedriger Puls? Dann hast du bestimmt ein relativ ruhiges Händchen und kannst auch eine etwas längere Belichtungszeit als üblich noch so ruhig halten, dass das Bild nicht verwackelt.
Stress gehabt? Schlecht geschlafen? Grad nen Halbmarathon gelaufen? Naja, ich weiß nicht ob in dieser Situation fotografieren das richtige für dich ist. Aber wenns denn sein muss, dann sicherlich mit deutlich kürzerer Belichtungszeit als in ruhigen Momenten.

Kleine Faustregel (ohne Image Stabilizer):
An Tagen mit normal ruhiger Hand sollte die Zahl der Brennweite der Zahl der belichtungszeit entsprechen. Also Beispielsweise mit einem 200mm Objektiv solltest du 1/200s oder kürzer nehmen. Bei einem 50mm Objektiv solltest du mit 1/50s oder kürzer klarkommen. Man kann auch mal eine Stufe länger nehmen, aber dann sollte die Hand wirklich schon besonders ruhig sein.

b. Das Motiv zuckt noch:
Tja, nu sag mal spielenden Kindern, dass sie für einen lustigen Schnappschuss kurz wie eingefroren stehen sollen. Oder deine Freundin soll ich herzerweichendes Lächeln so einfrieren, dass du sie so lange auf den Chip belichten kannst, dass das Tageslicht schon am Horizont auftaucht. Gut, ok. Klappt nicht. Also muss man sich eben mit der Belichtungszeit am Motiv orientieren. Ist das Motiv ruhig, bewegt sich praktisch nicht, dann ist 1/60s ganz ok. Bei normaler Bewegung sollte man dann aber schon in Richtung 1/250s gehen. Bei Sportaufnahmen sind 1/1000s durchaus nicht übertrieben.

Von A und B nun den kürzeren Wert nehmen und damit (oder noch kürzer)fotografieren.

5. Wo liegt der Unterschied zwischen Nikon, Canon und Pentax was Anfängerfreundlichkeit angeht?
Anfassen, selber ausprobieren. Ich kann dir bzgl. Anfängertauglichkeit insgesamt
38 Jahre nachdem ich erstmals eine Kamera in der Hand hatte, keinen echt brauchbaren Tipp geben. :)

6. Das Problem an dem ganzen ist eben, dass man nicht wirklich "rumprobieren" kann wie bei Photoshop z.B. In solchen Preisklassen ist es dann schwer auf anhieb die richtige Entscheidung zu treffen. Wie habt ihr das gemacht? Also bevor ihr wirklich viel Ahnung vom Fotografieren hattet.
siehe oben. Ich fotografiere schon viel zu lange, als dass ich das aus Sicht eines Anfängers sagen könnte. Ich kann aber sagen, dass ich sehr genau weiß, was ich fotografieren will und dafür gibt es eben bestimmte Dinge, die mir da wichtig sind. Sind aber vermutlich Dinge, die für dich und dein Vorhaben völlig irrelevant sind. Wie z.B. eine Abblendtaste, u.v.m.

Ich habe verstanden, dass ich mich wohl intensiver mit dem Fotografieren beschäftigen muss.
Guter Mann, weitermachen :)
Streich noch das Wort "muss" und schon ist der Weg frei zu viel Spaß.

Gruß
Martin
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Auf dass sich die Meinungen überschneiden oder ergänzen:
  • 1. Die Kamera soll vor allem bei nach gute Bilder machen. Mit guten Bildern meine ich, dass die Farben erhalten bleiben, das Bild nicht überbelichtet wird usw.. Also das es natürlich aussieht (Meine Nikon mach so unnatürliche Bilder im Vergleich)
  • 2. Sie soll einen guten Autofokus haben. Ich bin ein relativ unerfahrener Fotograph
  • 3. Sie soll eine kurze Belichtungszeit haben. Also eine Belichtungszeit, mit der ich Schnappschüsse machen kann. (Die Canon 350D hat mal locker 10 mal geblitzt bevor das Bild gemacht wurde
  • 4. Das Menü und die Einstellungen dürfen mich nicht überfordern. Ich weiß, dass man beim fotographieren fast grenzenlose Einstellungsmöglichkeiten hat. Aber das meiste davon werde ich nie benutzen. Die Kamera muss es also auch nicht enthalten. Anders gesagt: Sie sollte Einsteigerfreundlich sein.
  • 5. Der Akku soll einen Abend durchhalten
  • 6. Ich mache Bilder von Menschen und weniger von kleinen Objekten oder Landschaften. Sie soll also vor allem aus mittlerer Entfernung gute Bilder machen.
  • 7. Da ich, wie oben schon gesagt, kein erfahrener Fotograph bin, sollte die Kamera, so wie sie ist, voll funktionsfähig sein. Ich will mir nacher keine 3 Objektive und Blitze kaufen müssen.
  • 8. Die Kamera braucht keinen guten Zoom. Wie gesagt, ich mache Bilder aus mittlerer Entfernung
  • 9. Und zu guter Letzt, sie soll nicht zu teuer sein. Maximum wäre 1000€ (ich hoffe in dieser Preisklasse gibt es überhaupt Möglichkeiten für meine Ansprüche)
zu 1. Natürliche Bilder machen alle, soweit man den Weissabgleich versteht. Überbelichtung ist grundsätzlich ein Problem der falschen Einstellungen bzw. des geringen Tonwertumfangs aller Bildsensoren, ob Miniknippse oder DSLR.
zu 2. Tja, wie soll man das beantworten.. Der Autofokus ist sehr gut, in seiner Geschwindigkeit aber auch von der verwendeten Motortechnik abhängig.
zu 3. Belichtungszeiten um 1/4000s reichen für Allerhand Dinge aus. Nur sind sie selten nötig. Die mehrfachen Blitze haben aber einen anderen Sinn, zB Fokus-Unterstützung und RoteAugen-Eliminierung.
zu 4. Mehr Einstellungsmöglichkeiten sind nicht falsch, nur sollten die wichtigsten schnell und ohne Blick auf das Gerät erreichbar/änderbar sein. Blende/Verschlußzeit/ISO/Fokusmeßpunkt etc.. zudem haben idR alle DSLR auch Automatik-Presets, die ihren Job richtig gut machen, soweit man ihre Einsatzbestimmung versteht.
zu 5. Meiner hält ne ganze Woche durch, einen intensiven Fotografieabend mit Garantie.
zu 6. Dann ist der Brennweitenbereich zwischen 30 und 100mm Dein Freund.
zu 7. Das ist ein Problem, denn DSLR wird genau da interessant. Es gibt kein 20xZoom das in allen Lebenslagen sehr gute Bilder macht. Optische Best-Qualität wirst Du hier aber finden, wenn Du Dich mit mehreren Objektiven auseinandersetzt.
zu 8. Tja, ähh..
zu 9. Für 1000€ lässt sich schon ein gutes Set zusammenstellen. zB Canon 500D mit Tamron 17-50/2,8 oder 500D+18-55+55-250, wobei das zweite Set zwei Objektive hat und beide nicht Oberklasse sind, dennoch sehr gut. Ich knippse übrigens recht viel mit dem Kit-Objektiv 18-55 und das Ding ist jedenfalls kein Abfall.

mfg chmee
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Hallo!

Mein Tipp ist: Kauf dir eine gebrauchte Kamera bei einer vertrauenswürdigen Quelle, idealerweise mit Gebrauchtgeräte-Garantie.
Ich bin ja auch noch auf der Suche.
Aber da bringst Du mich auf eine gute Idee.
Der kleine Fachhandel (also nicht MediaMarkt&Co. ;)) nimmt sicherlich auch mal Kameras in Zahlung.
Diese werden, wenn sie noch zu gebrauchen sind, sicherlich auch wieder verkauft.....
Im Idealfall wäre das Teil evtl. sogar werkstattgeprüft. ;)
Als Anfänger, wenn ich mal meine Kompaktknippse mal aussenvor lasse, brauche ich nicht das neuste Modell von der Photokina..... da tut es auch eine Kamera die schon 2-3 Jahre "auf dem Buckel" hat. ;)

Investiere das Geld in ein gutes Objektiv.
Genau..... z.B. in eines von diesen "tragbaren" Objektiven. :D

So, genug zitiert..... wird mir sonst zu viel Arbeit. ;)
Auch auf die Gefahr hin dass evtl. das eine oder andere schon gesagt wurde (sorry, ist mir zu viel Text um mir alles merken zu können ;)), gebe ich auch mal meinen Senf dazu.

Zum ISO Wert:
Den ISO Wert sollte man eigentlich auch manuell einstellen können.
Hier hat eine digitale Kamera der analogen einen ganz klaren Vorteil:
Man kann mit den ISO Werten rumexperimentieren ohne den Film wechseln zu müssen. ;)
Zu hohe ISO Werte verursachen meist auch ein stärkeres Rauschen.
Der ISO Wert ist nicht zwingend für die Nacht (oder den Tag) wichtig.
Es kommt immer darauf an was man fotografiert und was man erreichen will.
In der analogen Fotografie soll es auch Fotografen gegeben haben die bewusst einen Film mit "falschen" ISO Wert eingelegt haben.
Ich jedenfalls habe kein Problem damit auch mitten in der Nacht mit ISO100 zu fotografieren, darum habe ich von "automatisch" auf "manuell" umgeschaltet (einen anderen ISO Wert nehme ich eh nur ganz ganz selten).
Mehr zu ISO/ASA findest Du z.B. auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/ISO_5800

Zum Blitz:
Hast Du Dich schonmal selbst im Spiegel mit Blitzlicht fotografiert?
Mach das mal und sage mir was Du dann noch auf dem Bild erkennst. :D
Und dann mache es nochmal mit einem indirekten Blitz.
Ich möchte wetten dass da gleich mehrere Welten dazwischen liegen. ;)
Zugegeben, das Beispiel ist schon ganz schön heftig..... ;)
Aber ein indirekter Blitz hätte den Schatten auf Deinem linken Bild zumindest deutlich vermindert..... wenn nicht sogar ganz verhindert.
Anstatt auf den Blitz der Kamera zu achten, macht es also mehr Sinn ein externes Blitzgerät zu kaufen welches sich (um mal bei den eher einnfacheren Blitzgeräten zu bleiben) zumindest in der Neigung verstellen lässt.
Besser wäre es allerdings wenn es sich neigen und horizontal drehen lässt (z.B. für Aufnahmen im Hochformat).

Zum Autofocus:
Bei allen Modellen die ich bisher gesehen habe, kann man auch manuell fokusieren.
Hat Vor- und Nachteile, da hilft nur ausprobieren womit Du in welcher Situation am besten klar kommst.
Auf jedenfall entlastet es den Akku wenn Du den Autofocus abschaltest (der Stellmotor hat nichts mehr zu tun und das ständige lange "Vorgeblitze" tut nicht Not), nur mal so als Tipp falls sich der Akku mal dem Ende zuneigen sollte.
Heutige Kameras haben zumindest in der Horizontalen mehrere Messfelder für den Autofocus.
Macht u.U. Sinn..... z.B. für sich schnell bewegende Objekte.
Für eher stille Objekte langt auch das mittlere Messfeld.
Dieses kannst Du auch nutzen wenn Du z.B. eine Blume scharf am Bildrand und den Hintergrund unscharf haben willst (der Trick mit dem anfokusieren und schwenken wurde ja schon genannt --> mache ich ständig, da sich der Autofucos an meiner Kompaktknippse technisch bedingt nunmal nicht abschalten lässt ;)).
Alternativ könntest Du natürlich auch manuell focusieren.

Zur "Handlichkeit":
Sprint hat ja schon gesagt dass er da mit einem Hersteller so seine Probleme hat.
Ich kann Dir nur raten in ein Geschäft zu gehen.
Eine DSLR wiegt einiges mehr als eine Kompaktknippse (je nach Modell, Objektiv und/oder Zubehör können es schnell mal über 1 kg werden ;)), da ist es sehr wichtig dass sie gut "in der Hand liegt".
Ausserdem kannst Du Dir im Geschäft auch gleich mal das Menü ansehen..... je nach Modell muss man sich da nämlich unterschiedlich "durchwühlen".

Zur Belichtungszeit:
Lange Belichtungszeiten, von mehreren Sekunden, können auch ihre Reize haben. ;)
Siehe Showroom --> Fotografie: http://www.tutorials.de/forum/fotografie/344381-drive.html

Zum Objektiv:
Ich habe mich gefragt welche Brennweite ich brauche um ein Objekt in einer bestimmten Grösse aufnehmen zu können.
Schaue Dir dazu ruhig mal diesen Thread an: http://www.tutorials.de/forum/fotog...451-welche-kamera-nimmt-man-da-am-besten.html
Dann verstehst Du auch was ich weiter oben zu Martin bzgl. der "tragbaren" Objektive meinte. :D

Gruss Dr Dau
 

Sierb

Erfahrenes Mitglied
So! Ich bin jetzt schon deutlich weiter.

Ich habe eure Tips beachtet. Ich habe mir jetzt von einem bekannten die Canon 350D mit einem 18-55 Objektiv gekauft. Er wollte für beides zusammen gerade mal 300€

Ich denke, bevor ich jetzt neu etwas gekauft hätte, ist das schon ganz in Ordnung.

Ein Buch hat er mir gleich dazu geschenkt^^

Ich bin dann mal fotographieren ;)

Und nochmal 1000 Dank an euch alle für die tollen Tips und euer Engagement!

Gruß, Sierb
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Für den Einstieg in das Thema DSLR absolut richtiger Schritt. Damit kannst Du die ersten Tests machen, entweder es reicht, es ist zuviel oder Dich packt es richtig - und auch dann ist die 350D mit 18-55-Objektiv ein guter Einstieg. Als Tip wieder mal das EF 50mm 1.8 Objektiv, absolut knackscharf mit der Blende von 1.8 wunderbare Unschärfen, bei 50mm an der 350D ein sehr gutes Portraitobjektiv, nur knapp 90Euro teuer und beim Umstieg auf größere Canons weiter nutzbar.

mfg chmee
 

Sprint

Erfahrenes Mitglied
Für den Einstieg und zum Üben sicher sehr gut, aber... leider hast du genau das Modell mit dem schlechtesten, weil viel zu dunklem Sucher, erwischt. Dieser Punkt wurde immer kritisiert und beim nächsten Modell schon wieder geändert. Wenn also gerade bei schlechten Lichtverhältnissen wenig zu sehen ist, liegt es speziell an diesem Modell.
Laß dich davon aber nicht abschrecken. Jetzt ist erst einmal üben und Spaß haben angesagt. Wenn aber die Begehrlichkeiten nach mehr Objektiven und Zubehör größer werden, sieh dich noch einmal genau um, ob du bei der Marke bleiben willst. Ich will Canon nicht schlecht machen und z.B. beim Rauschen sind sie immer noch Spitze, aber es gibt andere Hersteller, deren Kameras durch bessere Bedienbarkeit, Ausstattung, größere Sucher und kameraseitige Anti-Shake-Funktion glänzen. Für mich bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis derzeit Pentax, ist aber natürlich subjektiv. Ein Freund von mir ist wegen des extrem schnellen Autofocus erst vor kurzem von Pentax zu Nikon umgestiegen.
Deshalb mein Rat mit auf den Weg. Bevor du dir mehr Zubehör kaufst, gut umsehen und Alternativen sichten. So am Anfang ist ein Systemwechsel noch billig. Wenn du erst einmal alles hast, wird es verdammt teuer.
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Kein Frage -> Der wichtigste Punkt ist und bleibt, welche Kamera passt wirklich zu mir. Und das heißt, in die Hand nehmen und testen/spielen. Und zu bedenken ist immer -> Antishake ist nicht der Nabel der Fotowelt, Superfixer Autofokus ist es auch nicht. Jedes System hat einen Haufen Objektive, die das Gewünschte sauber umsetzen. Und zu guter Letzt macht der Fotograf das Foto, nicht die Kamera.

mfg chmee
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Und das heißt, in die Hand nehmen und testen/spielen.
Und dabei auch ruhig mit den manuellen Einstellungen rumprobieren.
Automatische Einstellungen machen einem das Leben zwar einfacher, dennoch kann es nicht schaden auch die Vorzüge der manuellen Einstellungen kennen zu lernen.
Bewusstes über-/unterbelichten oder bewusstes unscharf fotografieren z.B. lässt sich mit den automatischen Einstellungen nur schwer oder garnicht realisieren.

Mit einer DSLR hast Du viel mehr Möglichkeiten als mit Deiner Kompakten.
Wenn Du diese erstmal kennengelernt und Du "Blut geleckt" hast, kannst Du Dir in 1-2 Jahren immernoch überlegen ob Du Dich mit Zubehör "zukleisterst" oder nicht doch lieber auf ein "besseres" Modell umsteigst.

Wenn Du irgendwann umsteigst, würde ich mir auch überlegen die "alte" Kamera zu behalten.
Hier spielen 3 Faktoren eine wesentliche Rolle:
1. natürlich der Geldbeutel ;)
2. wie intensiv fotografierst Du --> Blut geleckt?
3. was bekommst Du noch für die "Alte"?
Es kann jedenfalls u.U. nicht schaden mehrere Kameras um den Hals hängen zu haben.
Z.B. für den spontanen Schnappschuss..... wenn Du erst noch anfangen musst das Objektiv zu wechseln, kann es evtl. schon zu spät sein. ;)
Paparazzi sind nicht ohne Grund von oben bis unten mit Taschen und Kameras behangen. ;)
Wenn die jedesmal erst das Objektiv wechseln müssten, dann würde es wohl keine "unten ohne" Fotos geben. :D

Und zu guter Letzt macht der Fotograf das Foto, nicht die Kamera.
Eben..... und dazu gehört es auch der Kamera nicht grundsätzlich "die Macht" zu überlassen. ;)

[edit]
Bei Amazon bekommt man sie für 333,- aufwärts..... ohne Buch.
Ähm, der Preis versteht sich natürlich für gebrauchte 350D's (werden ja nichtmehr hergestellt).
Nicht dass Du denkst Du hättest für ein paar Euro mehr auch eine Neue bekommen. ;)
Sorry, falls ich Dir einen Schreck eingejagt haben sollte. :(
[/edit]
 
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