Die perfekte Welt? Alles umsonst

zirag

Erfahrenes Mitglied
Hi Leute,
mir kam grad eine abstrakte, aber eventuell gute Lösung für die perfekte Welt. Nun will ich euch davon mal erzählen und eure Meinungen hören ;)
(Ich habe grad ne ganze Weile mit meiner Freundin drüber diskutiert)

Eines vorweg, ihr müsst euch vorstellen, dass es von Anfang an so ist..

Also der Grundsatz lautet, "Alles ist umsonst". Man geht in den Laden und bekommt alles was man braucht... und das umsonst. Sagen wir mal, jeder hat einen Chip eingepflanzt, der speichert, was man wieviel bekommt. Z.B. bekommt man 2 Packungen Brot die Woche und so und so viele Packungen Wurst usw. . Es gibt keine Supermärkte wie wir sie kennen, sondern so eine Art Warenausgabe. Man geht hin, der Chip wird gescannt und man bekommt eine Tüte mit Lebensmitteln für eine Woche. Der Chip weiß dann, was man bekommen hat, und von der Warenklasse bekommt man erst nächste Woche wieder was.
Und das geht mit Allem so, z.B. bekommt man alle 5 Jahre einen Fernseher im Elektromarkt.

Mit 18 Jahren stellt der Chip sich auf "erwachsen" um und man erhält eine Wohnung, natürlich auch umsonst. Geld gibt es auf der Welt gar nicht, es gibt auch keine Länder.... Alle Menschen haben gleich viel. Jeder Mensch muss z.B. 5 Std. am Tag arbeiten. Dadurch würde jeder Mensch arbeit haben, bekommt dafür natürlich kein Geld ( das gibt es ja nicht) , aber er bekommt ja alles was er braucht. Da die Menschen nur 5 Std arbeiten müssen, haben Sie mehr Zeit um sich um Kinder zu kümmern. Es würde mehr Kinder geben und eine Rente bräuchte man auch nicht. Die alten Menschen bekommen ja auch alles umsonst. Nur müssen sie nicht mehr arbeiten gehen.


Ich könnte nun noch so viel schreiben, aber erstmal brauch ich dazu Einwände.



Was meint ihr? könnte das System funktionieren ?


mfg ZiRaG
 
Es dürfte da - neben dem, dass mir so eine Bevormundung nicht gefallen würde - ein paar faktische Probleme geben:
Was ist mit Vegetariern? Die brauchen keine Wurst...
Was mit Allergikern?
Was ist, wenn der Fernseher kaputt geht? Vielleicht möchte ich meinen auch länger als fünf Jahre behalten...
Was, wenn - so wie jetzt - Rohstoffpreise steigen, aber jeder dennoch 20 Liter Benzin die Woche bekommen soll. Oder wenn's Öl mal ganz aus ist? Was ist bei Naturkatastrophen und Ernten fallen aus?

Ok - da könnte man sich sicher noch was einfallen lassen.

Aber da wären noch die menschlichen Aspekte:
Wer entscheidet, wer Müllmann ist und wer Architekt? Und auf welcher Grundlage? Bildung ok - aber wer entscheidet, wer welchen Bildungsweg gehen soll/darf?
Gibt es Sanktionen, und wenn ja welche, wenn jemand seine Arbeit schlecht, unmotiviert, gar nicht macht? Und wäre das dann nicht schlechter als wenn es eher Anreize gibt, seine Arbeit besonders gut zu machen? "Du kriegst eine auf'n Kopp wenn du nicht gscheit arbeitest", halte ich nicht für sehr motivierend.

Und die generelle Frage der Entwicklung - vermutlich die wichtigste:
Entwicklung findet immer dann statt, wenn Mensch, was davon hat. Also dann, wenn es einen Anreiz gibt. Natürlich gibt es auch andere Anreize als Geld (und damit verbunden - es sind ja nicht nur die Münzen und Scheine - Wohlstand, Freiheit, Vorteile, Annehmlichkeiten, Individualismus usw.), also Moral, Gemeinschaftssinn usw. Aber die dürften nur sehr begrenzt wirksam sein. Sozialismus der reinen Lehre geht ja z.B. in diese Richtung, hat aber noch nie auf Dauer funktioniert, der "real existierende Sozialismus" im übrigen auch nicht.

Das klingt jetzt sehr kapitalistisch (und dem soll das System ja entgegentreten, wenn ich es richtig interpretiere), ist aber eigentlich eine generelle Entwicklungsfrage. Schon in der Steinzeit wurden Werkzeuge und Verhaltensweisen entwickelt, um eben an mehr oder einfacher an Nahrung zu kommen, diese besser zuzubereiten, sich sinnvoller zu kleiden oder bessere Hütten zu bauen, um sich vor Natureinflüssen zu schützen und mehr Schutz vor Gefahren zu haben. Wäre das alles gar nicht nötig gewesen, gäb's glaub heut noch kein Rad. ;)
Im übrigen verhält sich auch die Natur so, also Tier- und Pflanzenwelt -> anpassen um einen Vorteil zu haben. Im Grunde ist also das "Anreizsystem" (verbunden mit Auslese, leider auch klar) das natürlichste der Welt. :)

Insgesamt finde ich eine Gesellschaft à la Startrek - dort gibt's auf der Erde ja auch kein Geld mehr - auch sehr faszinierend, glaube jedoch nicht, dass sie funktioniert.
Insofern: rein theoretisch könnte es klappen, faktisch jedoch nicht.

Gruß
Rena
 
Zuletzt bearbeitet:
Also um mal deine Beispiele aufzugreifen:
TV: Der Chip könnte ja auch so sein, dass man einen bekommt, wenn der alte kaputt ist.
Vegetarier: Der Chip "weiß" das und die bekommen halt mehr Salat
Rohstoffpreise? "Preise" gibt es nicht. Und die Preise aktuell sind hoch, weil die Reichen noch mehr Gewinn machen wollen. Sowas würde es ja nicht geben.


Die Berufswahl: Naja, die könnte ja nach Geschicklichkeiten in der Schule entschieden werden, und falls es schon z.B. zu viele Elektriker gibt, wird ein ähnlicher Beruf ausgewählt.

Ich glaube die Entwicklung hätte trotzdem stattgefunden, die Menschen haben ja trotzdem was davon z.B. das Rad erfunden zu haben, nur das alle Menschen das Rad dann kostenfrei nutzen können. Es würde dann sicher eine ganz andere Einstellung des Menschen selber geben, kein Egoismus, wer was erfindet, stellt es den anderen frei zur verfügung.


mfg
 
TV: Der Chip könnte ja auch so sein, dass man einen bekommt, wenn der alte kaputt ist.
Vegetarier: Der Chip "weiß" das und die bekommen halt mehr Salat
Dann hast Du einen (wenn vielleicht auch zunächst wohlwollenden) kybernetischen Diktator, der alle materiellen Ressourcen und das Potential der Bevölkerung verwaltet.

Ob das für einen Großteil der Bevölkerung tatsächlich eine utopische Vorstellung wäre (für mich wäre ganz klar ein dystopisches Szenario), darf bezweifelt werden.

Deine Idee würde einen "Verwalter" erfordern, der die Kapazität hat, die Befürfnisse und das Potential der gesamten Bevölkerung zu messen und nach möglichst "gerechten" Kriterien zu verwalten. Zudem ist eine Gesellschaft erforderlich, die das System freiwillig mitträgt. Das Problem der Motivation hat Rena ja schon angesprochen; wie willst Du die Bevölkerung zu Leistung und neuen Entwicklungen anhalten, wenn alle die selbe Grundversorgung genießen? Wenn Du vorhandene Ressourcen nach Bildung, Einsatzgebiet und/oder Leistung verteilst, hast Du wieder die Ungerechtigkeiten, die Du eigentlich abschaffen wolltest.

Voraussetzung für ein Systen dieser Art wäre zum einen eine vom Weltmarkt abgekoppelte konformistische Gesellschaft (wenn nicht gleich eine komplette Weltregierung eingeführt werden soll) und zum anderen müssten Energie, Nahrung und Industrielle Erzeugnisse aller Art (und die dazugehörige Verteilungslogistik) relativ unbegrenzt zur Verfügung stehen. Für die Zufriedenheit jedes einzelnen Menschen mit seiner individuellen Position müsstest Du ggf. mit entsprechenden Substanzen und Konditionierung sorgen ... ;)

Gruß
.
 
Die Überlegungen sind übrigens gar nicht so neu
http://de.wikipedia.org/wiki/Utopia_(Roman) (1516)

Zu diesem:
Ich glaube die Entwicklung hätte trotzdem stattgefunden, die Menschen haben ja trotzdem was davon z.B. das Rad erfunden zu haben, nur das alle Menschen das Rad dann kostenfrei nutzen können. Es würde dann sicher eine ganz andere Einstellung des Menschen selber geben, kein Egoismus, wer was erfindet, stellt es den anderen frei zur verfügung.
Ich glaube wenn, dann müßte die Reihenfolge gerade andersrum sein. _Erst_ müßte der Mensch so werden, _dann_ könnte so ein System möglicherweise funktionieren. Das braucht aber glaub noch so fünf bis zehn Evolutionssprünge, wenn denn die Evolution in diese Richtung gehen sollte. Denn "verordnet" funktioniert das nicht, siehe wie gesagt die Lehre des Sozialismus bzw. der real existierende Sozialismus.

Gruß
Rena
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist ein Diskussionsthema über das man sehr viel diskutieren kann. Im Sinne, wie die perfekte Welt aussieht, möchte ich auf das Buch: "Die Prophezeiungen von Cellestine" verweißen.

Was bei solchen Utopia-Vorstellungen aber immer zu berücksichtigen ist: Der Grund warum dies eigentlich kaum realen Erfolg hat, ist der Mensch selbst. Um eine Welt nach deinen Vorstelungen zu erschaffen(@zirag), müsste man erst die Komplette erziehung von Kindern umstellen und die derzeitigen Denkrichtungen ("mehr Geld", "mehr Macht") umkehren. Und das ist warscheinlich wircklich in frühestens 10 Genarationssprüngen zu schaffen
 
Jedes Lebewesen auf diesem Planeten (und ich meine jedes) versucht den den ihm gegebenen Mitteln das Best mögliche zu erreichen. Pflanzen nutzen Sonnenlicht super effizient. Kühe können Planzen gut verdauen (wir nicht so ;-)).
Wir Menschen wollen auch mit wenig Mitteln möglichst gut vorran kommen. Das ist eins unserer ältesten Motivationen.

Dafür kann eigentlich alles dienlich sein. Sonne, Wärme, Essen, Trinken, Entspannung zur Regeneration, Güter jeder Art und als bestes Tauschgut, welches es gibt, natürlich auch Geld, denn
Geld erleichtert den Tauschvorgang von Gütern.

Aber es gibt noch einen anderen Trieb, der so stark ist, dass wir uns erstens kaum dagegen wehren können, noch dass wir ihn los werden wollten.
Der Trieb, einen Partner zu finden (Auch wenn es vereinzelt Individuen gibt, die dies nicht verspüren). Dafür muss man jedoch, Konkurrenten ausbooten (es sei denn, dass wir das dann auch umsonst bekommen).
Allein dieser Grund wird immer dazu führen, dass wir nicht in Einheits Look auftreten möchten, nicht alle das gleiche haben möchten.
Abheben von der Masse ist angesagt.

Jetzt stell dir vor, alles wird geregelt. Du bekommst die Hose, die dir angeboten wird. Was ist wenn du diese nicht haben willst.
Was ist, wenn du lieber mehr Hosen haben möchtest, aber auf Schuhe nicht so viel Wert legst.

Niemals werden wir alle so uneigennützig, dass nicht irgendwer auf die Idee kommt, besser, reicher als die anderen zu sein.
Auch nicht in 10 Evolutionssprüngen. Der Reiche, der Starke, der Schöne wird immer seine Gene weitergeben können. Sie sind im Vorteil und werden niemals aussterben.
Auch wenn es noch so schade ist.

Aber damit dieses System ensteht müssten wir diesen Trieb begraben. Wer will das? wer will fremdbestimmt werden? George Orwell lässt grüssen.

was ist wichtiger? Individuelle Freiheit oder Gerechtigkeit? Beides gleichzeitig geht nicht.
Gerechtigkeit und das Wohl aller haben andere schon vergebens versucht.

Ich entscheide mich für Freiheit.
 
Ich habe mir schön öfters Gedanken um eine "Perfekte Welt" gemacht und als ich unsere 2 Katzen spielen sah hab ich mir folgendes gedacht:

Man schaue sich mal eine Katze an:
Wenn sie hunger hat, geht sie jagen.
Zum Spielen reicht eine einfache Schnur.
In der Sonne zu schlafen, ist eine Lieblingsbeschäftigung.
Ab und zu mal zoff, wenn eine andere ins Revier eindringt und dann geht halt der schwächere

Da drängt sich mir die Frage auf:
Was machen wir Menschen falsch? Ich denke es ist unser Halbwissen - währen wir "dumm" wie Neandertaler, gäbe es keine Kriege - Wäre wir wircklich "intelligent", gäb es auch keine Kriege.
 
Ich habe mir schön öfters Gedanken um eine "Perfekte Welt" gemacht und als ich unsere 2 Katzen spielen sah hab ich mir folgendes gedacht:

Man schaue sich mal eine Katze an:
Wenn sie hunger hat, geht sie jagen.
Zum Spielen reicht eine einfache Schnur.
In der Sonne zu schlafen, ist eine Lieblingsbeschäftigung.
Ab und zu mal zoff, wenn eine andere ins Revier eindringt und dann geht halt der schwächere

Da drängt sich mir die Frage auf:
Was machen wir Menschen falsch? Ich denke es ist unser Halbwissen - währen wir "dumm" wie Neandertaler, gäbe es keine Kriege - Wäre wir wircklich "intelligent", gäb es auch keine Kriege.

Ich denke mir auch manchmal, dass ich am liebsten "wieder" ein Steinzeitmensch währe. Ich würde vielleicht von irgendwelchen Tieren getötet werden, aber so ist das bei dne Kaninchen ja auch und auch völlig normal...

Aber stellt euch mal vor ihr hättet nichts was ihr in der heutigen modernen Zeit habt. Computer, Internet und dementsprechend auch kein Tutorials.de!:mad:
Schlimme Vorstellung, oder?;)
 
Ich denke mir auch manchmal, dass ich am liebsten "wieder" ein Steinzeitmensch währe. Ich würde vielleicht von irgendwelchen Tieren getötet werden, aber so ist das bei dne Kaninchen ja auch und auch völlig normal...

Aber stellt euch mal vor ihr hättet nichts was ihr in der heutigen modernen Zeit habt. Computer, Internet und dementsprechend auch kein Tutorials.de!:mad:
Schlimme Vorstellung, oder?;)

Wenn das nötig wäre um glücklich zu sein, dann wäre das für mich ok. Erlich gesagt gefällt es mir selber nicht, von Computern, Konsolen und Handys umgeben, ja fast schon abhängig zu sein. Früher, ich mein etz nicht so vor 50 Jahren, sondern eher so vor 500, haben die Menschen auch sowas nicht gebraucht. Da denk ich mir immer, unser Leben ist durch Technologie und Fortschritt einfacher geworden, aber wir sind auch abhängig geworden. Auch wenn es komisch klingt, es ist doch im Prinzip so wie Drogen, ohne fühlen wir uns schlecht.
Aber zurück zum Thema. Im Prinzip ist doch eine Utopische welt, eine Welt in der es jedem Gut geht. Und bekanntlich ist es kaum möglich es jedem recht zu machen, oder?
 

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