Welche Kamera nimmt man da am besten?

port29

deus.Server
Hallo Leute,

ich bin auf der Suche nach einer neuen Kamera. Zur Zeit ist eine Casio EX-Z850 (so ein Mini "Handtaschen" Teil) mein Begleiter. Und zum Rumknipsen reicht mir die Kamera auch aus.

Davor hatte ich die Sony Cybershot F717. Die Fotos dieser Kamera waren um einiges Besser, als der aktuellen, doch die Kamera hat wirklich sehr lange gebraucht, um den Autofocus einzustellen, sobald man eine geringere Verschlusszeit gewählt hat, waren die Fotos auch wieder nicht optimal.

Ich will euch auch sagen, was mich an der aktuellen Kamera stört: Ich war vor einigen Tagen mit Freunden zusammen Grillen, bei einem Lagerfeuer (einzige Lichtquelle). Ich habe auch einige Fotos geschlossen, doch die waren sehr schlecht. Die Fotos hatten ein sehr hohes Rauschen und die Farben waren auch nicht wirklich optimal.

Deshalb suche ich jetzt eine neue gute Kamera, bei der ich das Problem nicht habe. Meine Preisvorstellung liegt etwa bei 1000€, äußerste Schmerzgrenze liegt bei 2000€. Was nimmt man denn da?
 

Dennis Wronka

Soulcollector
Hast Du Dich bei den Bildern auf die automatische Einstellung der Werte fuer Belichtungszeit, ISO-Wert, ... verlassen oder manuell eingestellt?

Falls Du die automatische Einstellung gewaehlt hast, bietet Deine Kamera die Moeglichkeit manuell einzustellen?
Ich bin mir ziemlich sicher dass meine Samsung NV10 (preislich deutlich unter Deinen Vorstellungen angesiedelt, damals als ich sie gekauft hab glaub ich umgerechnet ca. 500 Euro) im Automatik-Modus auch keine so tollen Bilder liefern duerfte, koennte mir aber vorstellen dass bei manueller Einstellung, mal angenommen ich haette Ahnung von dem was man da so einstellen kann (und das ist eine Menge), durchaus brauchbare Bilder rauskommen.

Fuer mich war damals auf jeden Fall wichtig dass die Kamera mehr bietet als ich verstehe, also eine Menge Einstellungen, damit ich, gesetzt den Fall dass ich den Kram irgendwann mal verstehe, diese Einstellungen effektiv nutzen kann (zur Zeit nutze ich sie schonmal per Trial & Error).

Ich weiss ja nicht wie viel Ahnung Du von der ganzen Materie hast, aber ich, obwohl ich zugegeben nicht viel Ahnung davon habe, wuerde mal sagen dass es nicht immer unbedingt auf den Preis ankommt. Vielleicht haettest Du einfach nur mal was mit den Einstellungen spielen muessen.
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Erstmal anfassen und schauen, wie sie in Händen liegt, damit meine ich die Einsteiger-DSLR-Modelle von Canon (1000D, 500D) und Nikon (weiß ich nicht). Dazu noch einige lichstarke Objektive und ab gehts.
Beispielsweise, habe ein 50mm/1.8 für die Canon 1000D im Sortiment, und damit ist bei starker Dämmerung mit ISO1600 noch immer schick zu fotografieren. Also, langer Rede kurzer Sinn : Der Body ist fast zweitrangig, die Objektive schlucken das Geld, und da geht es von preiswert (50mm/1.8 ~ 120Eur) bis absolut geil&teuer (zB 50mm/1.2 ~1.300Eur). Zu bedenken ist noch, dass 50mm auf einer Crop-Kamera (wie zB 1000D) einen Ausschnitt von 50x1,6=80mm zeigt, was oft schon zu lang ist. Werde wohl noch ein kürzeres dazu kaufen, wie zB das 28/1.8 ~400Eur.

Alternativ könnte auch eine Bridge-Kamera etwas für Dich sein. Größer als ne Kompaktknippse, kleiner als eine DSLR.

mfg chmee
 

port29

deus.Server
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich bisher noch nicht wirklich mit dem Thema Fotografie beschäftigt habe. Meine Kamera bietet mir auch die Möglichkeit an, die Werte Manuell zu setzen, aber ich befürchte, dass es da recht wenig bringt. Denn die Kamera kann ja nicht zaubern. Wenn der Bildsensor nur wenige mm groß ist, kann man wahrscheinlich nicht so viel erwarten. Meine Kamera auch einige Best Shot Modi, darunter ist auch einen für Nachtaufnahmen. Aber dieser Modus bringt nix, denn die Kamera schraubt da in der Regel einfach nur die Belichtungszeit hoch. Okay, die Fotos gelingen einem dann auch, allerdings muss man da Belichtungszeiten von um die 2 Sekunden einplanen.

@chmee

Verstehe ich dich jetzt richtig, dass die Einsteigermodelle sich kaum in der Qualität unterscheiden? Also egal für welches Modell ich mich da entscheide, es wird zum Schluss nur auf die Qualität des Objektivs ankommen, welches man an der Kamera hat?

Zu bedenken ist noch, dass 50mm auf einer Crop-Kamera (wie zB 1000D) einen Ausschnitt von 50x1,6=80mm zeigt, was oft schon zu lang ist. Werde wohl noch ein kürzeres dazu kaufen, wie zB das 28/1.8 ~400Eur.

Sorry, aber geht das auch auf Deutsch? :)
Ich habe mir bisher nur die EOS 500D angesehen, fand die Kamera auch ganz gut. Angenommen ich würde mir jetzt diesen Body kaufen, was für ein Objektiv würde ich jetzt noch dazu brauchen, um auch bei Nacht (mit wenig Licht) gute Aufnahmen schießen zu können? Kann man dieses (dann auch teuere) Objektiv auch bei normalen Lichtverhältnissen nutzen?
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
:D Aaalso :D

1. Bei den DSLRs unterscheidet man zwischen den kleineren Chipformaten und den Vollformaten, verglichen zum Kleinbildformat 36x24mm. Ergo haben die teuren Modelle (Ziffer einstellig) einen Vollformatsensor, die preiswerteren einen kleineren. zB hat die 500D einen APS-C-Sensor, der um den Faktor 1,6 kleiner ist. Die Objektive sind aber in ihrer Brennweite für die Kleinbild(KB)-Formate abgestimmt, ergo ist der Ausschnitt auf dem APS-C-Sensor kleiner um eben diesen Faktor.

2. Ganz ehrlich, wenn man zu einer DSLR greift, hat man auch bei den Einsteigermodellen fantastische Qualität. Letztlich sind es Besonderheiten, die eine Größere sinnvoll machen, wie zB ISO12800 oder Magnesiumgehäuse oder auch die empfindlicheren Fokussensoren. Grundsätzlich kann ich Dir ohne Vorbehalt zu den Preiswerten raten.

3. Objektive : Der Blendenwert beschreibt -simpel gesagt- den maximalen Lichtdurchlass eines Objektives.Für den Anfänger kann man erstmal sagen, dass alle Objektive mit einer Offenblende von 2.0 oder kleiner (tatsächlich ist eine kleinere Blendenzahl eine größere Blendenöffnung) schon viel Licht durchlassen und zudem sehr starke Schärfentiefe-Effekte ermöglichen (Freistellen für Portrait).

4. Ja, man kann diese Blende auch schließen, somit ist sie auch bei normalen Lichtverhältnissen nutzbar. Die genannten Werte sind die maximalen Öffnungen, die sogenannte Offenblende.

Wenn es eine 500D werden könnte, dann könnte die EF 50mm/1.8 auch Dein Freund werden. Knackscharf, lichtstark und im Vergleich zu den übrigen Objektiven saubillig. Aber eben für Panorama oder Totalaufnahmen weniger geeignet.

mfg chmee

**EDIT** Hier noch interessante Links:
Brennweitenvergleich 35mm ist grob der Blickwinkel des Menschen -schau Dir den Unterschied 50 zu 80 an - http://www.sigma-foto.de/cms/bildwinkel/brennweitenvergleich.html

Ach ja, sicherlich wirst Du auch etliche Kits angeboten sehen, wie zB mit dem EF-S 18-55 IS oder 55-250. Ich rate Dir, das Kit zu nehmen. Grundsätzlich würde ich dabei auch erstmal zum 18-55mm IS raten, beim 55-250mm hast Du schon ein schickes Tele, welches aber im normalen Leben eher das Falsche ist.

Einige Abkürzungen:
IS - Image Stabilization - Teile der Optik werden schwingend gelagert und können kleinen Rucklern/Zitterern entgegenwirken. Hilfreich.
USM - Ultraschallmotor - sehr schnelles Fokussieren. Kostet viel..
 
Zuletzt bearbeitet:

akrite

Erfahrenes Mitglied
Meine Preisvorstellung liegt etwa bei 1000€, äußerste Schmerzgrenze liegt bei 2000€. Was nimmt man denn da?
... wenn Deine Schmerzgrenze so hoch ist, dann kannst Du aus dem Bereich der ambitionierten Hobby-Photographen eine DSLR mit einem richtig guten Objektiv wählen, z.B. Canon EOS 500D plus Canon EF 24-70mm 1:2.8L USM - zusammen wärest Du dann bei 2000,- (750+1250).
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Ganz ehrlich, diese Empfehlung würde ich nicht aussprechen!

1. L-Objektive sind toll. Aber deren technische Vorteile liegen im Profibereich.
Zudem musst Du Dich als Weiss-Objektiv- oder Rotring-Objektiv-Nutzer immer rechtfertigen oder mit anderen Fotografen schwatzen :D

2. Rotring oder Weißobjektive an einem Minigehäuse sehen eigenartig aus und das Gewicht des Objektivs weit höher als das des Bodies. Zudem belächelt.

2. Blende 2.8 über den ganzen Bereich ist toll, kann aber bei Dämmerung einfach nicht mit den genannten Festbrennweiten 28/35/50 bei 1.8 mithalten.
Das ist 1 1/3 Blende mehr an Lichtausbeute.

Meine Empfehlungen :
Canon EF 50mm 1.8 ~120Eur
Canon EF 28 1.8 USM ~400Eur
Canon EF 35 2.0 ~260Eur
Sigma 28 1.8 EX ~330Eur
Sigma 30 1.4 ~340Eur

2 Beispielbilder zum ehrwürdigen EF50 1.8 :
Blende1_8_chmee_2.jpg Blende1_8_chmee.jpg

mfg chmee
 

port29

deus.Server
Hi,

erstmal vielen Dank für die tolle Erklärung. Bei den ganzen Abkürzungen und Werten habe ich am Anfang nämlich genauso viel verstanden, wie in der ersten Quantenphysik Vorlesung ;)

Ich denke mal, ich werde morgen spontan beim Mediamarkt vorbeischauen und mir die Kamera und ein paar Objektive ansehen. So wie es momentan aussieht, werde ich mich wohl für die EOS 500D und Canon EF 28 1.8 USM entscheiden (rein von den Werten und dem Preis)

Einige Abkürzungen:
IS - Image Stabilization - Teile der Optik werden schwingend gelagert und können kleinen Rucklern/Zitterern entgegenwirken. Hilfreich.
USM - Ultraschallmotor - sehr schnelles Fokussieren. Kostet viel..

Wenn ich jetzt richtig verstanden habe, beziehen sich die beiden Funktionen auf das Objektiv. Die Logik für den Autofocus + Bildstabilisator steckt aber im Body, oder?

Ich weiß nicht, ob es Standard ist / war, aber bei der Cybershot Kamera wurde für den Autofocus ein Lasernetz über das Bild gesetzt. Machen das die Kameras heute immer noch?
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Die AF-Logik ist im Body, der Motor aber ist immer noch am Objektiv - un die USM-Antriebe sind pfeilschnell im Gegensatz zu motorisch angetriebenen.
Die Stabilisierung ist im Objektiv (und auch nicht in allen, eben IS). Das machen manche anders (Sony)

Zum Thema Fokus : Ich denke, dass ein IR-Licht die grobe Richtung vorgibt (nach vorne oder nach hinten fokussieren) und dann der Kreuzsensor dem Fokusmotor bescheid sagt, wenn es scharf ist : Nämlich : Der Sensor (AF-Meßfeld) überprüft anhand des Bildes, ob ein Kontrastunterschied maximal erreicht ist. Heisst aber auch, der Fokussensor arbeitet auf Flächen recht schlecht, wenn er keine Kontraste/Kanten vorfindet. Ist jetzt überspitzt ausgedrückt. Aber merk Dir, dass Du die sichersten Fokussierungen bekommst, wenn Du mit dem Sensor auf Kanten fokussierst.

Anleitung 500D - http://files.canon-europe.com/files/soft33608/manual/EOS500D_DE_Flat.pdf
Seite 67 - Tipps zur Meßfeldbestimmung

Jedenfalls, wenn Du weitere Hilfe benötigst, na dann schreibst Du eben :D

mfg chmee
 

Dennis Wronka

Soulcollector
1. L-Objektive sind toll. Aber deren technische Vorteile liegen im Profibereich.
Zudem musst Du Dich als Weiss-Objektiv- oder Rotring-Objektiv-Nutzer immer rechtfertigen oder mit anderen Fotografen schwatzen :D
Nur mal so aus Interesse: Warum?
Und kann man dann nicht einfach sagen "Das wurde mir empfohlen. Und jetzt verp... Dich!"?