Grafiktablet XP-Pen Artist 13.3 für Digital Zeichnen

feitian

Grünschnabel
#1
Hi Leute,

meine Tochter ist begeisterte Manga-Zeichnerin und will jetzt ihre Zeichnungen per Computer erledigen. Dafür braucht sie ein Grafiktablet ,Ich habe nur ein wenig auf Amazon geschaut und habe dieses Tablet gefunden :
Grafiktablet XP-Pen Artist 13.3 ( https://www.amazon.de/XP-Pen-Artist13-3-Display-Zeichentablett-Handschuh/dp/B075XMRTY1 ).

Da das Ding über 430€ kostet, wollte ich mal nachfragen, ob sich irgendeiner von euch das Gerät schon zugelegt hat und welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt. Ist es sein Geld wert?

Gibt es spezielle Programme die fürs Zeichnen geeignet sind?
Mit freundlichen Grüßen
 
#2
Hi feitian,

ein Zeichentablet mit integriertem Display ist prinzipiell natürlich klasse, weil man im Gegensatz zu konventionellen Grafiktabletts nicht "hier zeichnet und da schaut", alles passiert an der selben Stelle auf die man schaut. Aber leider hat das Ganze auch ein paar Fallstricke. So muss man bei diesem Tablett voraussichtlich immer diesen Handschuh anziehen, damit dieses Touch-Tablett nicht durcheinanderkommt, wenn die Hand das Tablett beim Zeichnen berührt. Außerdem ist das "Drehen" der Zeichenfläche so wie man es gerne mit dem Papier während des Zeichnens macht nicht wirklich gut möglich wegen des ganzen Kabelsalats.
Kann man mit klarkommen, muss man aber wissen und sich überlegen, ob man das will. Die Illustratoren die ich kenne haben eigentlich fast immer ihren Handballen auf dem Papier und drehen ständig den Zeichenblock hin und her.
Hinzu kommt, dass das Grafiktablett sehr genau und ausgesprochen schnell auf die Zeichenbewegungen reagieren muss. Wenn man dazu neigt, hier und da auch mal sehr schnelle, "wilde" Zeichenbewegungen auszuführen, dann merkt sofort, wenn das Grafiktablett nicht hinterherkommt.

All diese technischen Finessen und Besonderheiten sind der Grund dafür, dass Wacom in dem Bereich seit vielen vielen Jahren Marktführer ist. Wacom hat die mit viel Abstand meiste Erfahrung und arbeitet am "saubersten". Leider hat das aber auch seinen Preis, der dein Budget vermutlich deutlich übersteigt.

Insofern bleibt wohl nur, es einfach auszuprobieren. Aber ich rate dir in jedem Fall, zumindest ein etwas größeres ins Auge zu fassen, die von dir angegebenen 13.3 Zoll sind schon arg klein.

Alternativ bleibt immer noch die Möglichkeit, ein konventionelles Grafiktablett (ohne Display) zu kaufen, die Wacom Intuos sind hervorragende Grafiktabletts, die ich selbst seit vielen Jahren nutze ... um genau zu sein, meine Wacom-Zeit hat vor 22 Jahren mit einem ArtPad II begonnen und ich habe seither immer ein Wacom besessen und benutzt.

Cheers
Martin
 

Another

Erfahrenes Mitglied
#3
Sehe es wie Martin.

Die Wahl mit oder Display ist wie ich finde alles nur eine Gewöhnungssache. Als ich mir damals überlegte ein Tablet zum Zeichnen zu besorgen, holte ich mir erstmal ein billiges 08/15 Teil (ohne Display) dessen Namen ich nicht einmal mehr kenne. Ich wollte mich erst einmal davon überzeugen wie es sich generell anfühlt die verschiedenen Programmen damit zu handleln und ob es mir persönlich über längere Zeit Spaß bereitet.

Nun bin ich bereits über viele Jahre ein Fan von Tablets und kann mir Photoshop nur schwer ohne es vorstellen. Heute besitze ich immer noch mein Wacom Intuos 4 (hat ebenfalls kein Display). Und durch mein damaliges 08/15 Tablet sah ich sogar das "ich" nicht einmal ein großes benötige, deswegen hat die Zeichenfläche meines Wacom auch nur Postkartengröße. Weil es alles nur eine Sache der Gewöhnung ist. Es ist zwar heute immer noch anders wie als wenn man auf Papier arbeitet (logisch), aber bspw bei Wacom werden für den Stift versch. Spitzen mitgeliefert, die einem verschiedene Untergründe vorgaugeln. Das wichtigste bei einem Tablet ist nicht nur, wie ich finde, wie flott die Programme den Stift erkennen, sondern dass der Stift keine eigene Batterie in sich trägt. Nichts ist auf Dauer so schlimm wie ein träges Handgelenk durch einen Stift der gefühlt immer schwerer wird.

Und deswegen muss all das auch nicht immer riesengroß und teuer sein. Abgesehen von der Größe gibt es bei den Herstellern ja auch Einsteigergeräte. Bei Wacom ist das die Bamboo-Serie. Oder man schaut ob man es irgendwo ausgiebig testen kann.
 
#4
sondern dass der Stift keine eigene Batterie in sich trägt. Nichts ist auf Dauer so schlimm wie ein träges Handgelenk durch einen Stift der gefühlt immer schwerer wird.
Sehr gute Anmerkung! Hatte ich völlig vergessen zu erwähnen. Genauso wie ich vergessen habe zu erwähnen, dass es auch Stifte mit Kugelschreibermine oder dünnem Faserstift gibt, mit denen man einfach auif ein echtes Papier zeichnet und das Tablett das dann parallel in die Zeichensoftware überträgt. Geht nicht mit allen Wacom Tablets aber ist eine hübsche Option. :)