Warum unterschiedliche Samplingrate bei CD-DVD?


Brüggz

Erfahrenes Mitglied
Die Frage fällt ins Spektrum meiner kommenden Diplomprüfung und ich weiss keine absolut einleuchtende Antwort dafür.
Der Mensch hört ja nur von ca. 20-20.000Hz. Soll das Spektrum wiedergegeben werden, muss mit der doppelten Frequenz, also min. 40kHz abgetastet werden.
Bei der CD sinds 44,1kHz, die beim Abspielen noch überabgetastet werden, um nen weicheren Klang hinzukriegen.
Warum sinds bei der DVD 48 bis zu 96kHz (bei PCM-Verfahren)?
Für den normalen Menschen machts doch keinen Unterschied mehr.

Was ist also die sinnvolle Erklärung für ne Samplingrate von über 44,1, oder gar über 48kHz?

Nebenbei hab ich irgendwo gelesen, dass eine Audio-DVD mit 192kHz gesampled ist. Wozu bitte? Nach dem Motto, auf der DVD ist eh genug Platz, machen wir die Samplingrate so hoch, dass die DVD mit 1h Musik voll ist?
 

FingerSkill

Erfahrenes Mitglied
Hoi, also das ganze hat mehrere Gründe:

1. Bei DVD's (mit Video) hast du meistens 5.1 sprich 6 Kanaele
2. Ausserdem hat das auch viel mit Psychoakkustik zu tun.
3. Warum kaufen sich manche Bang & Olufsen Lautsprecher?
 

Brüggz

Erfahrenes Mitglied
Ich fühl mich relativ sicher das zu sagen:
1. hat nix mit der Samplingrate, sondern mit der Bitrate zu tun.
2. Psychoakustik zeigt doch eigentlich, dass wir viele Dinge garnicht hören, die in unkomprimierten Audiosignalen enthalten sind. Deshalb kann man nach den Richtlinien der Psychoakustik Audiodateien komprimieren, ohne dass es für den Menschen hörbare Unterschiede gibt.
Kann natürlich auch sein, dass eine Datei mit größerer Samplingrate subjektiv ein kleines bisschen besser klingt, obwohl die Frequenzen nicht im eigentlichen Hörbereich liegen.
3. Also das Argument: Mehr Samplingrate kann nicht schaden, auch wenn sie nicht viel bewirkt. ?
 

FingerSkill

Erfahrenes Mitglied
1. Naja Samplingrate ist wie oft das Audiosignal pro Sekunde abgetastet wird. Und wenns halt doppelt so oft abgetastet wird wird auch die Samplingrate doppelt so hoch sein denke ich.
2. Psychoakkustik ist alles was wir hören aber nicht da ist und umgekehrt. Also ich habe mir zumbeispiel die nue NineInchNails CD gekauft und sie mit 320kb/s gerippt (mp3) jedoch hat sie nicht bei weitem die Fuelle und den dichten Sound wie beim Original. Obwohl eigentlich ja nur Frequenzen weg sind dir wir nicht hoeren.
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Samplingrate und Bitrate sind ungefähr das Gleiche. S-Rate benutzt man bei unkomprimierten Audiodaten und die Bitrate ( Begriff ist schon so IT-gefärbt ) wird grundsätzlich bei veränderten - komprimierten - auf dem PC abgespielten Audiodaten verwendet.

Eine unkomprimierte PCM-Stereo-44,1KHz/16Bit-Datei hat eine Bitrate von ungefähr 1400kBit/sek.

Der Grund, warum es höhere Samplingraten gibt, als das Gehör aufnimmt, ist, dass in der Vorproduktion durch Effekte/Filter - kurzum die ganze Produktion - ein Headroom existiert, so dass die Aufnahme nicht verfärbt bzw. eben genug Spielraum vorhanden ist. Und am Ende der Arbeitskette steht die Erstellung eines Masters, welches für die CD oder höherwertige Medien sein kann. Warum also am Ende runterquantisieren, wenn man dem geneigten Hörer auch eine 1:1-Arbeit des Studios ins Wohnzimmer geben kann ?!

Psychoakustik ist doch praktisch nur beim Thema Kompression ( mp3,ogg etc..) interessant - und beim Aufstellen von Delay-Lines in der Veranstaltungstechnik :)

mfg chmee
 

Brüggz

Erfahrenes Mitglied
Hm ok.
Im Bezug auf 5.1-Sound ist aber ein wichtiger Unterschied zwischen Bitrate und Samplingrate. Die Samplingrate gilt für jeden Kanal, die Bitrate wird aber auf jeden aufgeteilt. Soll jeder Kanal mit 96kBit/s kodiert werden, bräuchte man ja 5x96kBit/s + die Bitrate vom Subwoofer (der ja sicher net soviel brauch, wegen des geringen Frequenzspektrums).
Die Samplingrate bleibt aber bei allen Mittel-/Hochtonkanälen gleich.
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Beispiel: Eine mp3 Datei kann eine Samplingrate von 48KHz aufweisen UND eine Bitrate von 128kbit/s.

Deswegen sagte ich, das ist ungefähr das Gleiche. Bei unkomprimierten Daten kann man von der Samplingrate direkt auf die Bitrate schließen. Ist eine verlustbehaftete Komprimierung im Spiel, sagt die Samplingrate nur noch begrenzt was über die Qualität aus. Da muss dann die Bitrate gleichberechtigt betrachtet werden.

5.1 wird ausschließlich in AC3 oder DTS kodiert => komprimiert.

Zur Ausgangsfrage: Warum Samplingfrequenzen, die weit höher als nötig sind ?
Wenn man in 24Bit/96KHz arbeitet, hat man eine größere Dynamik und das Dithering
von fein aufgelösten Effekten kommt nicht zum Vorschein. (Rundungsfehler)
Man sollte es einfach mal von der Warte eines Studioproduzenten betrachten.
Hier ein Effekt, der mit einem Weiteren im Insert verbandelt ist, dann am Ende
noch ein Kompressor und ein Haupteffekt. Da kommen - noch ganz einfach gedacht -
schnell mal 5 Effekte zusammen, die eine Schallquelle oder sogar schon Teilsummen
beeinflussen. An der Summe darf man sich dann bei 44,1KHz/16Bit nicht beschweren,
wenn das alles irgendwie manschig oder undynamisch klingt.

Nebenbei bin ich recht verwundert, dass Du - trotz der scheinbaren Jahre in dem
Bereich - Diplom - solche Fragen stellst :confused:

mfg chmee
 
Zuletzt bearbeitet:

Brüggz

Erfahrenes Mitglied
Audiotechnik hatte ich nur 1 Semester lang, es ist nix hauptsächliches. ;)

Danke für die Antworten
 

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