Programmierkenntnisse beurteilen.

melmager

Erfahrenes Mitglied
Neulich auf der Arbeit -
"wie würden sie Ihre Programmierkenntnisse einschätzen"
Anfängerin / Fortgeschrittene / Expertin

gibts da irgendwelche Möglichkeiten seine Kenntnisse einzuordnen ? (Marke Multiple Choice Test ?)

PHP = Anfängerin - ich war mal Fortgeschritten aber OOP habe ich dort nie mitgemacht - also Runtergestuft
Java = behaupte ich mal Fortgeschritten :)
Swing Framework = Anfängerin

alles aus dem bauch heraus - darum ja die Frage wo und wie kann man seine kenntnisse einschätzen ?
 

Akeshihiro

Erfahrenes Mitglied
Das kann man nicht mal eben so durch irgendwelche Tests machen (gibts dafür überhaupt welche?). Es ist eigentlich einfach nur eine eigene Einschätzung und jeder hat da andere Grenzen oder Hürden, nach denen er andere und sich selbst beurteilt. Ich habe bislang noch keine Zertifikate und Ähnliches gemacht, das wird aber noch kommen. Zähle mich aber dennoch in vielen Sprachen oder auch anderen Technologien zu den Fortgeschrittenen, in Java sogar noch mehr, vielleicht Semi-Profi (vielleicht übertrieben, aber in meinen Augen übertreffe ich das Level des Fortgeschrittenen bereits bei weitem). Es geht dabei ja auch nicht darum, dass man sich selbst unterschätzt oder umgekehrt überschätzt, sondern einfach darum, was du denkst. Je weniger man weiß, desto eher neigt man zur Überschätzung, ist leider so. Umgekehrt ist es aber so, dass je mehr man sich mit der Materie auseiander setzt und je mehr man dazulernt, desto mehr bekommt man den Eindruck, dass man eigentlich kaum was weiß. Ich weiß, das klingt total philosophisch, aber ist echt so. Das liegt einfach daran, dass sich der Horizont so stark erweitert und man plötzlich Möglichkeiten und Dinge sieht, an die man vorher nicht mal im Traum gedacht hätte oder man die Dinge plötzlich aus anderen Perspektiven sieht, ein größeres Verständnis für Sachen bekommt und und und, es ist eben sehr vielschichtig. Damit musste ich am Anfang auch noch sehr lange kämpfen. Zu verstehen, dass man besser ist als es einem vorkommt ist fast schwieriger als umgekehrt. Aber wie schon gesagt wurde, perfekt sein wirst du nie, sogar wenn du dich auf etwas bestimmtes spezialisierst, dafür entwickelt sich das alles viel zu schnell. Die Kunst ist sein Wissen zu erweitern und dieses möglichst richtig und sinnvoll einzusetzen und sich auch relativ schnell in neue Probleme und Technologien hineindenken zu können. Und das kann auch ein Zertifikat oder sonstiger Wisch nicht bestätigen. Versuche dich selbst realistisch einzuschätzen und vielleicht auch die Meinung anderer einzuholen und schau, ob sich das überschneidet oder wo sich die Meinungen unterscheiden, dann wirst du schon wissen, auf welchem Level du dich bewegst.
 

ikosaeder

Teekannen-Agnostiker
Schwierige Frage.
Aber ich würde bei so einer Einstufung folgendermaßen vorgehen:
Anfänger: Du kannst kleine Programme schreiben und kennst die grundlegende Syntax und die wichtigsten Programmteile (Variablen, Zuweisungen, Schleifen, Verzweigungen etc)
Fortgeschritten: Du kannst komplexere Programme schreiben (mit mehr als einer Datei) und eigene sowie fremde Bibliotheken/ Klassen einbinden und verwenden. Dir sind grundlegende Schritte der Optimierung bekannt.
Experte: Über die reine Syntax hinaus kennst du auch die Art und Weise wie bestimmte Funktionen implementiert sind und welche Auswirkung das auf dein Programm hat. Du kennst dich mit Optimierung, Debugging und Testing aus.
 

Zvoni

Erfahrenes Mitglied
Da ich in unserer Firma auch des öfteren gefragt werde, unsere Mitarbeiter einzuschätzen (Jedoch nicht auf Programmierkenntnisse, sondern allgemein - PC-Kentnisse, unser ERP-System usw.) gehe ich wie folgt vor:

Verständnis des dargestellten Problems.
Welches ERP-Modul kann ich dafür verwenden?
etc.

Aufs Programmieren übertragen:
Verständnis des dargestellten Problems
Abbilden des Problems auf einen Algorithmus
etc.

Welche Sprache bzw. Technologie dann verwendet wird, ist reines Einarbeiten, da die Sprache/Technologie nur ein Werkzeug ist, für die man Vokabeln, Grammatik und Semantik büffeln muss.

Um einen Bekannten zu zitieren, der für einen Softwarehersteller im kaufmännischen Bereich arbeitet:
"Was nutzt mir der beste Programmierer der Welt, wenn der ein Aktiv- von einem Passiv-Konto nicht unterscheiden kann"
 

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