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Video-FAQ | 2. Software, Footage & Weiteres

2. Software

2.1 Welches Programm wofür ?
2.2 kommerzielle Programme
2.3 Freeware
2.3 Software-FAQ


2.1 Welche Software wofür ?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Software für Schnitt, Compositing und Authoring. Die meist gewünschte Art ist die Familie der Schnittprogramme, wie zB Adobe Premiere und Sony Vegas. Diese dienen eigentlich nur zur Einspielung und Auswahl des Materials, der Aneinanderreihung, der Feinjustage des Materials ( Farbkorrektur ) und Erstellung der Übergänge ( eher einfacher Art, wie zB weiche Blende, Irisblende ) und der Ausspielung. Die Lernkurve ist recht niedrig, sobald man die grundsätzlichen Dinge wie Binary/Footage, In/Out-Points, Timeline und Vorschaumonitor verstanden hat.

Im Gegensatz dazu sind die Compositingprogramme sehr viel komplexer, da sie auf alle Eigenschaften der Videodaten Einfluß nehmen können. Solche Programme sind wie Photoshop für Bewegtbilder, viele Effekte, "alle" Werte können über Zeit verändert werden, Einbindung von Text, Vektordaten und 3D-Objekten. Damit sind fantastische Videos möglich, doch ist die Lernkurve sehr steil und die Art, wie die Programme ihre Daten verarbeiten, unterscheiden sich mitunter erhblich. After Effects kann man als Layer- oder Timelinebasiert bezeichnen, während zB Combustion Nodebasiert arbeitet.

Authoringsoftware ist die Software, die jene Videodaten mit Scripten versieht, damit sie gesteuert abgespielt werden können, zB für DVDs oder Interaktive CDs. Grundsätzlich haben die Schnittprogramme viele Dinge von den Compositingprogrammen übernommen - zB Titling, Keyframes oder große Auswahl an Effekten -, doch die massive Änderung von Grundmaterial bleibt den Compositingprogrammen vorbehalten. In die Liste der Programme habe ich noch gesondert Encoding- und andere Tools aufgenommen. Alle Schnitt und Compositingprogramme können auch in verschiedene Formate encoden, aber die Einflußnahme auf Parameter und die daraus resultierende mögliche Qualitätverbesserung ist nicht zu vergleichen mit jener der Standalone-Programme.

Plugins sollten auch noch angesprochen werden, das sind kleine Module, die man in das Programm einbauen kann. Es gibt sie wie Sand am Meer, für jedes Programm ein eigenes Format, da im Gegensatz zur Audiowelt (VST, DirectX, TDM) die Pluginschnittstellen nicht genormt sind. Für jede Idee ein besonderes Plugin. Für jede Software ein neuer Einkauf. Nicht alle Programme unterstützen externe Plugins.

Link zur Umfrage : Wo setzt Ihr Videoschnitt ein ?
Link zur Umfrage : Welches Videoschnittprogramm verwendet Ihr ?


2.2 kommerzielle Programme

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und möchte auch keine Programme/Hersteller bevorzugt behandeln!

Schnitt

Adobe Premiere
Autodesk Edit
Sony Vegas
Magix Videos deluxe
Pinnacle Studio
Avid Liquid, Media Composer
Apple FinalCutPro
Canopus Edius
Corel Video Studio Pro


Compositing

Adobe After Effects
Autodesk Combustion, Toxik, Flame, Flint, Inferno
Avid DS Nitris
Apple Shake
Pinnacle Commotion
Boris Red
Canopus Imaginate


Authoring

Adobe Encore
Magix Filme auf DVD 8
Sonic Scenarist
Apple DVD Studio Pro
DVDlab Pro


Tools

Autodesk Cleaner - Encoding/Transcoding
Canopus ProCoder - Encoding/Transcoding


2.3 Freeware

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und möchte auch keine Programme/Hersteller bevorzugt behandeln!
Bitte auch in unserer Linkliste schauen !


Schnitt & Compositing

AIST MovieXOne
MovieXone ist ein leistungsfähiges Werkzeug zur digitalen Videobearbeitung am PC. Es stellt eine vollwertige Software zur Videobearbeitung dar, die Internet-Funktionalitäten wie RealVideo, das ASF-Format von Microsoft oder QuickTime von Apple voll unterstützt. Zahlreiche spektakuläre Features wie die rein softwarebasierte Echtzeitvorschau, eine flexible Plug-In-Struktur und vollkommene Skalierbarkeit kennzeichnen MovieXone.

ZS4
Sowas hat sich die Gemeinde gewünscht. Ein vollwertiges Donationware-Schnittprogramm mit Unterstützung beliebig vieler Video- und bis zu 16 Audiospuren. Mehr als 150 Effekte sind beigelegt und durch Containering/Nesting ist es möglich, mehrere Effekte zu einem zusammenzufassen und immer wieder zu verwenden. In Versionen für Windows, Linux und MacOSX erhältlich.

Cinelerra
Freies Videoschnitt- und Compositingtool für Linux. Timelinebasiert. Über die Güte kann ich nichts sagen, aber es scheint sich zu lohnen.

Open Movie Editor
Eine weitere Videoschnittapplikation für Linux.

Jahshaka
Die einzige Opensource-Compositing-Applikation der Welt. Sehr mächtig, hat leider mit Machtkämpfen hinter den Kulissen zu kämpfen. Nichtsdestotrotz Empfehlenswert. Eine riesige Community, die hilft und Tipps gibt.

Blender
Eigentlich ein 3D-Tool,aber man kann auch composen. Wie das geht, zeigt dieses Tutorial

Pinnacle Videospin
Nachdem Pinncale und Avid zusammengewachsen sind und Avid FreeDV vom Markt genommen wurde, kamen die Herren auf die Idee, eine kostenlose Software anzubieten, die gegen Bezahlung erweitert werden kann. In der Grundversion ist sie allemal ausreichend für den schnellen Schnitt zwischendurch.


Authoring

DVDStyler
Ein Tool für Windows und Linux, womit man die komplette DVD-Struktur erstellen kann. Menüs, eigene Bilder, Kapitel etc.. Tutorial dazu

EasyPhototools
Eine Freeware-Applikation, mit der man Fotos als Diashow auf eine DVD brennen und auf allen DVD-Playern betrachten kann. Bitte Anleitung lesen, es muss für die DVD-Erstellung Avisynth und ein kompatibler mpeg-Encoder installiert sein ( auf der Seite sind Downloadlinks ).

DVDflick
Freeware-DVD-Authoring mit Encoding nach Mpeg2, einfach zu benutzen. Unter stützung vieler Video, Audio und Containerformate.


Player

VLC - Mediaplayer
Systemübergreifend, ohne Codecinstallation unterstützt der Player den Großteil aller Formate. Viele Besonderheiten, wie Netzwerkstreaming und GPU-Shaderunterstützung machen diesen Player zu einem Tausendsassa.

Mediaplayer Classic
Manche Leute sehnen sich nach einem Player, der ähnlich simpel wie der "alte" Windows-Mediaplayer ist, dennoch auf aktuelle Codecunterstützung nicht verzichten wollen. Auch hier eine eingebaute Decoder-Engine, die das Gros der Formate abspielt, dabei aber auch installierte Codecs erkennt. Besonders hervorzuheben ist die freie Skalierung, die ganz einfach per Tastaturblock zu benutzen ist. Toller Player.

Zoom-Player
Leichtgewicht ( knapp 1MB ) mit großem Einfluß. Kurz und knapp, eine weitere empfehlenswerte Alternative zum Standardplayer.


Tools

VirtualDub
VirtualDub ist ein wahrer Alleskönner und darüber hinaus Freeware. VirtualDub kommt mit AVI-Dateien in Größen bis 4 GByte zurecht, kann den Ton synchronisieren und Video- und Audio-Daten getrennt verarbeiten. Außerdem lassen sich mit dem eingebauten Capture-Tool selbst die "krummen Auflösungen" einer TV-Karte aufnehmen, auch wenn die Treiber das gar nicht anbieten. Schließlich können alle installierten Video- und Audio-Codecs von Windows zur Echtzeit-Kompression benutzt werden.

Super
Super ist ein kostenloses Konvertierungsprogramm für Windows. Es wandelt nahezu jede Film- oder Tondatei in ein anderes Format. Die Liste der unterstützten Komprimierungsformate ist ellenlang, von AVI über MKS, PSP und 3GP bis FLV. Mithilfe der Presets muss man nicht lange rumprobieren.

Scenalyzer
Die Freeware zerlegt vorhandene DV-Videos in einzelne Szenen. Der Scan verläuft dabei wahlweise optisch oder nach Aufnahmedatum. Die Szenen werden auf Wunsch wieder als DV-Video auf die Festplatte geschrieben. "Scenalyzer" kann die von der Kamera mitaufgezeichneten Datestamps auswerten, mit deren Hilfe man framegenau Szenenanfänge und -enden erkennen kann. Ausgewählte Szenen lassen sich nach dem Scannen auf der Festplatte speichern.

G-Spot
Dieses Tool liefert neben dem verwendeten Codec auch Informationen darüber welche Codecs installiert sind. Außerdem gibt es allgemeine Daten über ein Video aus, wie Auflösung, Framerate oder Bitraten.

TMPGenc
Der kostenlose japanische Encoder TMPGEnc überrascht vor allem durch seine Funktionsvielfalt und seine Leistungsfähigkeit. Sowohl MPEG1- als auch MPEG2-Dateien (diese allerdings nur einen Monat lang), lassen sich aus AVI-Dateien erstellen. Vorlagen für DVD und (S)-Video-CDs liegen dem Paket bei. Darüber hinaus leistet TMPGEnc das Multiplexing und Demultiplexing von Audio- und Video-Streams. Auch variable Bitraten sind möglich. WAV-Dateien, die größer als 2 GByte sind, werden unterstützt. Dank eines Project Wizards ist es ein Leichtes, die richtigen Einstellungen auszuwählen. Leider ist die Mpeg2-Unterstützung aufgrund der Lizenzbestimmungen nur auf 30 Tage limitiert.

AVI FourCC
Kleines Tool, um die interne Formatabkürzung ( FourCC ) zu ändern. Manchmal hilft es, zB eine Div4 nach DIVX zu ändern, damit sie der Player anstandslos verdaut.

AVI Framerate Changer
Mit diesem Tool ist es möglich, der AVI-Datei eine neue Bildwiederholfrequenz zu geben, ohne die Datei neu berechnen lassen zu müssen.

MTS to AVI
Ein kleines Tool für Windows, das AVCHD-Videos in ein verdaubares AVI-Format konvertiert. Runterladen, in einen Ordner extrahieren, dann die Datei DGAVCIndex starten.

Apple Streamclip
Ein Freeware-Mulitkonverter für Mac-Systeme. Verarbeitet AVCHD, Mpeg1 und Mpeg2 und weitere Codecs.

Cuttermaran
Ein framegenaues Schnitt-Tool für Mpeg-basierte Dateien. Besonderen Wert wurde auf Synchronizität ( gibts dieses Wort überhaupt :) ) mit Ton und Export ohne Neuberechnung. Weiteres bitte auf der Seite lesen.

ProjectX
Dieses Tool demuxt Mpeg-Dateien. Öfter mal nötig. Besonderheit : Dieses Tool ist in Java programmiert, somit betriebssystemunabhängig.

Free Titler v1
Ganz einfacher Titelgenerator, der es ermöglicht, bei Liveausgabe über einen Mixer schnell und unkompliziert einen Text einzublenden. Freeware.

WinMorph
DER Effekt der frühen 90er Jahre, von einem in ein anderes Gesicht blenden. Berühmt geworden durch das Video Black or White von Michael Jackson


2.4 Software FAQ

? Womit arbeiten die ganzen Hollywoodstudios ?
! Link ins Forum und noch ein Link !

? Welches ist das beste Programm ?
! Das kannst nur Du für Dich beantworten, Probier sie aus, es gibt von jeder kommerziellen Software eine mehrtätige Testversion !

? Wie bearbeitet man Bildsequenzen ?
! Grundsätzlich kann jedes Schnitt- und Compositingprogramm auch Bildequenzen im- und exportieren !

? Nach dem Umwandeln mit einem Tool sieht das Video schrecklich aus ?
! Scheinbar ist die Bitrate zu niedrig oder der Codec ist falsch gewählt !

? Ich möchte meine Urlaubsaufnahmen zu einem schicken Film kürzen ?
! Dann versuch es mal mit einem Schnittprogramm, unter Umständen reicht schon das mit dem OS Mitgelieferte !

? Wie bekomme ich mein Material in das Schnittprogramm ?
! Ganz ehrlich ? Nimm das Handbuch ! RTFM !

? Der Player will das Video nicht abspielen ?
! Ist der Codec installiert ? Mit GSpot überprüfen !

[PAGE]3. Footage[/PAGE]
3. Footage

3.1 Rechtliches
3.2 Video
3.3 Audio

Dieser Begriff umschreibt Rohmaterial, das zur weiteren Bearbeitung bereitliegt, in gut Deutsch also Grund- oder Basismaterial.


3.1 Rechtliches

Aufgrund der verschiedenen Lizenzmodalitäten sei hiermit auf die Bestimmungen der jeweiligen Seite oder des Rechteinhabers verwiesen. Bitte vor der Nutzung des Materials lesen und danach handeln!


3.2 Video

Slashcam
Sie haben schon eine gut sortierte Liste an Videofootage-Webseiten.

Discount Videofootage
DVD-Libraries nach Themen sortiert

Artbeats
Sehr schönes Grundmaterial. Nicht billig, aber Projektbezogen preiswerter, als selbst zu produzieren.

Framepool
Nach Themen sortiert, gute Qualität.

Clipdealer
Vielleicht findest Du hier, was Du suchst.

TimeImage
Nach Themen sortiert auf DVDs gebrannt, auch in HD.

ClipCanvas
Videofootage uU nach Thema und Aufnahmemedium sortiert

Free Stockfootage
genehme Preise, große Auwahl.


3.3 Audio

Hörspielbox
Die Seite Hörspielbox bietet einige Sounds zum kostenlosen Download. Es kann entwender direkt gesucht oder in Rubriken nach dem geeigneten Sound geschaut werden.

FindSounds
Dort hat man wirklich alles, was man an Geräuschen finden kann.

Freeplaymusic
Eine echt tolle Seite mit freier Musik! Solltet ihr mal reinhören, Verzeihung reinschauen!

Freesound
Riesenarchiv an Geräuschen, Klängen und Samplestücken.

Massive Tracks
Gema- und Lizenzfreie Musik.

Mastertracks
Gema- und Lizenzfreie Musik

Sounddogs
Sounds, Effekte, und Musikstücke.

Sounddatxi
Ganze Stücke, nach Stil sortiert, nicht kostenlos, aber professionell und Gemafrei.

Chapuza
Auch nicht kostenlos, aber sehr gute Qualität

Gemafreie Welten
Loops, Songs, Geräusche

Tonarchiv
Die meisten Geräusche und GEMAfreie Musik / Lizenzfreie Sachen (über 4000 Sounds KOSTENLOS ) findet Ihr meiner Meinung nach auf www.tonarchiv.de. Die haben auch die besten Benutzerlizenzen, da dort nicht nach versch. Anwendungen wie zB CD Pressung ab 1000 Stück o.ä. unterschieden wird.

Music Fillingstation
Gema- und Lizenzfrei. Hier gibt es mal mehr mal weniger gute (aber meistens mehr) Gema-Freie Musik: Man muss sich nur anmelden und das wars schon.

[PAGE]4. Weiteres[/PAGE]
4. Weiteres

4.1 Keying / Blue- und Greenscreen
4.2 Mpeg2 und DVD-Erstellung
4.3 Encoding/Decoding
4.4 Videos für das Web aufbereiten
4.5 Multimedia auf Veranstaltungen
4.6 Testbilder
4.7 Bezeichnungen und Abkürzungen
4.99 Links


4.1 Keying / Blue- und Greenscreen

Keying ist der Oberbegriff für alle Maskierungsarbeiten auf Basis des Bildinhaltes. Das Lumakeying erstellt eine Maske, die von der Helligkeit ( Luma->Licht ) anghängig ist, also ist Schwarz undurchsichtig und Weiß transparent, Farben werden anhand ihres Lumaanteils bewertet, funktionieren grundsätzlich auch. Beim Chromakeying ist der Ausstanzeffekt abhängig von der gewählten Farbe, dieser Effekt ist in aller Welt auch als Greenscreen oder Bluescreen bekannt. Warum es ausgerechnet Blau und Grün sind, sollte man lieber bei Wikipedia(englisch) nachlesen. Ganz wichtig ist auch der Colordifference-Key, welcher besonders bei Teiltransparenzen seine Stärken ausspielt. Oft benötigt wird auch die Differenzmaske, welche unterschiedliche Bereiche zweier verglichener Bild/Videodaten stehen lässt und gleiche Bereiche ausstanzt. Sehr gut nutzbar bei fest stehender Kamera.

Hier zwei Youtube-Videos in Englisch, worauf man beim Keying, wichtiger noch, bei der Umsetzung bezüglich Beleuchtung und Aufnahme achten sollte.

Das Video darf leider nicht verlinkt werden, hier der Link zum Originalvideo.

Abhängig von den Grundvoraussetzungen sind die Keyingergebnisse auf Anhieb nutzbar oder man muss nacharbeiten. Probleme ergeben sich durch unsauber beleuchtete Hintergründe ( Schatten ), gleiche/ähnliche Farben von Objekt zu Keyingfarbe ( zB Augen oder Hemd ) oder dem sogenannten Spill, damit ist das Zurückwerfen des Lichts von der Keyingwand gemeint. Natürlich tut die Kompression des Videomaterials ihr Übriges, so hat man auch mit unsauberen Masken zu tun, die nachgebessert werden müssen.


Grundsätzlich bieten alle Videoprogramme ein Chromakeying an, was aber zählt, sind die Zusatzfunktion zur Verbesserung der Maske. Da können nur After Effects und Combustion auf Anhieb helfen, während die Einstellungen der anderen Programme nur sehr einfach gestrickt sind. Ganz wichtig : 3D-Objekte sollten mit dem eingebauten Masken(Alpha)-Export herausgerechnet werden. Da ist das Keying per Farbe sinnlos, bzw. macht das Leben nur unnötig schwer!

Weblinks:
Wikipedia Keying
Greenscreen und Chromakeying einfach erklärt
Slshcam Tutorial - Keying
Keying mit DV-Material 1 (englisch)
Keying mit DV-Material 2 (englisch)


4.2 Mpeg2 und DVD-Erstellung

Das Mpeg-Format vermag viel und kann sehr flexibel eingestellt und eingesetzt werden. Alles zu beschreiben wäre zu viel, deswegen der Verweis auf die Wikipedia-Links unten. Grundsätzlich kann ich dem geneigten Mpeg2-Ersteller sagen, dass die Fehler so gut wie immer in falschen Encodereinstellungen zu finden sind. Zu beachten ist, dass der Datenstrom auf einer DVD 9,8MBit nicht übersteigen darf, inklusive aller Ton- und Untertiteldaten. Grundsätzlich sollte man also die theoretischen 8MBit für Videostrom und Audiostrom nie angeben, da sonst keine Reserven für weitere Daten und mögliche Datenstrom-unterbrechungen aufgrund von Kratzern existieren.

Weiteres Problem könnten das erstellte Format sein. Man unterscheidet zwischen Programstream(PS), Transportstream(TS) und ElementaryStream(ES). PS und TS sind verschränkte Datenströme ( Audio und Video in einer Datei ), doch nur PS kann direkt auf eine DVD gebrannt werden, während TS im DVB-Bereich genutzt wird. Der ES ist quasi nur der Videoteil, der in der Authoringsoftware wieder mit dem Ton zusammengepackt wird. Der Vorteil wird sichtbar zB bei mehreren Audiospuren ( zB Sprachen ), die auf der DVD zusätzlich zum Videostrom dazugepackt werden können. Eine Video-DVD unterstützt bis zu 8 Audiospuren und 32 Untertitelspuren gleichzeitig ! Der DVD-Ton kann in PCM ( wav oder aif), Mpeg1-Layer2, DTS oder DolbyDigital-AC3 vorliegen.

Wir gehen davon aus, dass der Film in einem Programm geschnitten wurde, das Mpeg2-Export unterstützt oder dass wir die Konvertierung entweder der Authoring-, Brennsoftware oder einem Encoder überlassen. Eigentlich hat jede Software Presets für die Konvertierung in das DVD-konforme Mpeg2-Format. Da sollte auch ein Profil ausgewählt werden, das irgendwie mit DVD-PAL oder Mpeg2-MainProfile@MainLevel zu tun hat. Wenn es so etwas nicht gibt, ergo alle Einstellungen selbst getätigt werden müssen, sollten die Werte folgendermaßen aussehen:

  • Bitrate 6000kbit CBR oder 4000kbit VBR
  • Auflösung 720x576 (ganzzahlige Teiler von 16)
  • Bildwiederholrate 25Hz
  • Halbbildreihenfolge - Ungerade(Odd) zuerst

Brennprogramme (zB Nero-Suite) haben oft eine simple Authoringoberfläche, womit man einfach Menüs erstellen kann, uU sogar die Konvertierung in das richtige Mpeg2-Format übernimmt. Auch da kann man einen zweiten Blick auf mögliche Einstellungen werfen, um zB die Qualität zu verbessern. Ansonsten hat man die Möglichkeit, das kostenlose DVDStyler zu benutzen oder echte Authoringsoftware in Anspruch zu nehmen, wo man aber erstmal DVD-RWs nehmen sollte, um erstmal alle Möglichkeiten zu testen, bevor man einen Haufen verbrannter nutzloser DVDs rum zu liegen hat. Die Länge eines Films bei einer einseitigen DVD liegt bei etwa 90 Minuten, grobe Rechnung : Bei 4,7GB auf der DVD und grob 1MByte(8MBit) pro Sekunde sind das etwa 4700 Sekunden ~ 79 Minuten,bei 0,75MByte(6MBit) sind das etwa 104 Minuten.

Weblinks:
Doom9 - die deutsche Basis für DVD-Erstellung und Konvertierung
Erklärung der verschiedenen DVD- und VideoCD-Formate
Wikipedia Mpeg2
Wikipedia VideoDVD - (englisch noch mehr Infos)
Massig Informationen (englisch)


4.3 Encoding/Decoding

Wir nehmen als Beispiel die Datenmenge, die ein normales TV-Bild in Anspruch nehmen würde : Bei 720x576px entstehen pro Bild grob 1MByte Bilddaten, also in einer Sekunde 25MB. Gäbe es keine Kompression, könnten wir keine Videos im Netz schauen, da die Datenmenge schlicht und einfach zu groß wäre. In den Anfängen der computerbasierten Videoschnitt-Technik mussten also findige Köpfe her, die den Datenstrom verkleinern, damit der Rechner die Videos darstellen und verarbeiten kann. Noch im Jahr 2000 gab es Festplatten, die AV-optimiert waren, also garantierten, dass 5MB/Sekunde fließen konnten. Kurz und Gut : Der Encoder ist dafür verantwortlich, die Daten kleinzurechnen, der Decoder für das Wiederentpacken. Daraus ersann man den Kunstbegriff enCOde/DECode, kurz Codec. Als Ausgangswerte für den beliebten Divx-Codec bei der Erstellung von Filmdateien kann man grob mit folgenden Werten anfangen: Bei 720x576 eine Bitrate von etwa 1200kBit, bei 512x384 eine Bitrate von etwa 600kBit, bei 352x288 etwa 400kBit. Bitte nicht den Audioteil vergessen, der sollte bei Stereodaten mit mp3 und 128kBit kodiert werden.

Weblink:
PDF Videokompression


4.4 Videos für das Web aufbereiten

Videodaten für das Netz sollten im Vollbild vorliegen, damit es nicht zu Kammartefakten kommt. Wenn das Video auf die eigene Seite kommt, ist die Auflösung recht egal, man sollte aber stets die Datenmenge bzw. Bitrate(Daten/Sek) im Auge behalten. Auch wenn das Internet aufgrund der inzwischen weit verbreiteten DSL-Anbindung schnell geworden ist, sollte man nie den einen Zuschauer vergessen, der mit einer langsamen Anbindung surft. Es ist also immer ein Balanceakt zwischen Dateigröße und Qualität. Auch die Änderung der Auflösung und der Bildwiederholrate sollte in den Gedanken einbezogen werden. Eine Videodatei mit kleinerer Auflösung aber ohne Kompressionartefakte sieht immer besser aus als eine hoch aufgelöste, dafür aber mit Kompressionsfehlern durchsetzte Sequenz.

Wenn man auf eine der vielen Videoseiten hochladen möchte, sollte man sich die Informationen der jeweiligen Seite zu Gemüte führen oder im Netz danach suchen. Ich stelle mal stellvertetend die Informationen für Youtube bereit:

Youtube - hohe Qualität
  • Beschränkung auf 10 Minuten Länge
  • Beschränkung auf 100MB Größe
  • optimale Auflösung 640x480 für 4:3, 640x360 für 16:9, 1280x720 bei HD
  • Bildwiederholfrequenz 30 FPS
  • empfohlener Codec Mpeg4 ( zB Divx,Xvid, SVQ3, H.264 )
  • Unterstützung von 720p !
  • Tonkompression etwa mp3 128kBit

Wie berechnet man die Länge bzw. Größe des Videos ?
Länge
(Sekunden) * Bitrate Video und Audio (kBit) /8 /1024 = MByte
300 Sekunden
* 728 kBit (600kBit Video+128kBit Audio) /8 /1024 = 26,66 MB

Weblinks:
Youtube Videos in 720p HD - englisch
Youtube hohe Qualität nutzen - englisch
vimeo - Unterstützung von HD 1080 und PAL


4.5 Multimedia auf Veranstaltungen

Da denkt man doch, es wäre die einfachste Sache der Welt, schnell einen Projektor hingestellt, zwei Kameras von Freunden zusammengeborgt und die Videosignale mit dem Rechner zusammengemischt. Das sollte funktionieren. Nein, lieber Leser, viele Fallstricke begegnen einem auf dem Weg. Das Signal ( ein stümperhaftes FBAS-Signal über Kaufhausleitungen ) rauscht nach 20m Leitungslänge schrecklich, die Projektion ist kaum sichtbar und die Mixer-Software gibt es irgendwie auch nicht.

Bitte betrachtet solch eine Aufgabe nicht als Wohnzimmer-Freunde-einladen-Veranstaltung. Nach Murphy's Law wird Euch kurz vor der Veranstaltung der Rechner abstürzen, das Catering hat ihre Induktionskochfelder auf die gleiche Stromleitung gelegt, was zu Bildstörungen oder sogar fliegenden Sicherungen führt, und das Bühnenlicht ist stärker als bei der Probe und man sieht von der Projektion gar nichts mehr.

Projektion : Ein Projektor wird nach seinem Einsatzgebiet, der Projektionsgröße und der Projektionsentfernung ausgesucht. Welche Auflösung soll er nativ darstellen können, werden Daten gezeigt ( Excel-Tabellen, Powerpoint-Dateien ) oder nur Videomaterial ? Wie groß ist die Leinwand, welches Seitenverhältnis wird benutzt, wie weit ist der Projektor von der Leinwand entfernt ? Ein 2000-Ansilumen-Beamer reicht nur in den wenigsten Fällen, abgedunkelter Raum, kleine Präsentation bei niedrigem Abstand (2-5m). Soll die Projektion auch bei Licht bestehen, muss man mit Geschützen jenseits der 4000Lumen arbeiten. Als Faustregel für die Projektionsgröße nimmt man folgende Formel: Projektionsentfernung durch Objektivbrennweite entspricht der Bildbreite. oder andersrum :

Bildbreite * Objektivbrennweite = Projektionsentfernung

Beispiele
3m breites Bild * 1,6-2,0 Objektiv = Projektorstandort 4,8-6m oder
Projektor 5m entfernt / 1,6m-2,0 Objektiv = Bildbreite 2,5 - 3,125 m

Kabelage und Strom : Bitte lasst Euch eine eigen Phase geben, das heisst, eine Sicherung mit 16 Ampere steht ausschließlich eurem Equipment zu. Keine Küche, kein Veranstaltungslicht und kein Audio-Verstärker kann Störimpulse in euer System abgeben. Schließt alles an jenen Anschluß an, auch wenn die Haus-Steckdose 5m entfernt frohlockt. Videoleitungen sollten nach Einsatzgebiet und Länge ausgewählt werden. Eine Kaufhaus-Cinchleitung mag bis 2m noch störunanfällig sein, längere Leitungen sollten dann eher BNC-Leitungen mit dickerer Abschirmung sein. Leitungen über 10m sollten entweder in Form von RGBHV oder SDI gelegt werden. Vergesst die Idee von der Funkübertragung, gut durchdacht kann es funktionieren, aber schnell mal mit ALDI-Funküberträgern oder WLAN-Streaming wird definitiv nichts Gescheites bringen.Wenn es nur ein FBAS-Signal gibt, sollten Booster ( Aufholverstärker ) benutzt werden, wobei jene nicht bei Störeinstreuungen helfen. Laßt gebührenden Abstand zu Stromleitungen, besonders dicken CEE-Mehrphasenleitungen und Lastkabeln, die im Licht benutzt werden (Harting HAN16A).

Geräte : Für den Einfachstgebrauch mögen die Konsumermixer von zB Hama noch weiterhelfen, aber Extras, wie zB TBC, eingebaute Testbilder oder Komponentenausgang machen das Leben leichter. Das Thema ist riesig, deswegen verweise ich auf die Links von professionellen Geräten:


Software : Ich habe bis Dato keine Mixingsoftware für Normalo-Rechner erlebt, also fragt nicht danach. Rechner sollte man als Zuspieler für Präsentationen, stehende Bilder und nur in Ausnahmen für Videos benutzen. Als Ausnahme mögen die Mediasystem vom Schlage vvvv zählen, wo die Fähigkeiten ausschließlich von Kompetenz des Programmierers und Power des Rechners abhängt, Abstürze trotzdem nicht ausgeschlossen. Die Steuerung von Mediasystemen über den Rechner ist üblich. Es gibt viele hochprofessionelle Lösungen, wo ich hier einige Bekannte aufführe:

  • Medialon
    Fast alle Geräte, die ein Steuersignal entgegennehmen, können hier timeline- oder eventgesteuert angesprochen werden.
  • Maxedia
    Ein Live-Zuspieler mit Compositing-Charakter, mehrere Layer, Remote-Steuerung zB über den Lichtmischer etc..
  • WatchOut
    Multiscreen-System mit Schmankerl wie zB Timeline, Remotesteuerung oder Softedge
  • VJ-Software : zB Resolume oder GrandVJ
  • interaktive programmierbare Mediensysteme : vvvv, PureData oder Max/MSP


4.6 Testbilder

4:3 und 16:9 gif-Testbilder in PAR 1:1 in einer RAR-Datei
Digital LAD - Justagebild für Fotografie und Video CIN-Format und Beschreibung
viele Monitor Testbilder
Greta Macbeth ähnliche Colorchart
Greta Macbeth Colorchart Erklärung
ISO12233, EIA1956, Siemensstern und weitere Testbilder als PDF



4.7 Bezeichnungen und Abkürzungen

Hier eine Webliste aller bis Dato gefundenen Lexika zum Thema Video und Medien:

BET Lexikon
Slashcam Lexikon
Digitalkamera Lexikon
IT-Wissen Lexikon - recht klein im Vergleich zu BET


4.99 Links

externe Links

Deutsch - Hackermovies
Deutsch - Slashcam
Deutsch - Videoforum
Englisch - DVInfo.net
Deutsch - Amateurfilmforum


interne Links - Auswahl

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[PAGE]5. Zur FAQ[/PAGE]
5. zur FAQ

Diese FAQ ist nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Sie mag weder fehlerlos noch allumfassend sein, dennoch bitte ich darum, nur Kritik zu üben, wenn sie uns weiterhilft. Jeder Tip, jeder Link und jedes Wissen wird gerne in die FAQ eingepflegt, um die Leser besser zu infomieren. Bitte sendet solche Informationen ausschließlich über das tutorials.de-interne Mailsystem oder schreibt es in diesen Thread, wobei hier eingetragene Beiträge nach Begutachtung und möglicher Einpflege gelöscht werden. Unbekannte Begriffe können in den verlinkten Lexika (4.7) nachgelesen werden. Schreibfehler möge man mir verzeihen, bei so viel Text verliert man all zu schnell die Kontrolle über die Finger.Die einfachste Art sich zu bedanken, ist, mir eine Bewertung zu geben.

Ach ja, vielen Dank an Goela und Tim Comanns, die diesen Bereich vor mir gepflegt haben und die helfenden Stimmen des Videobereiches waren!


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