Versicherung für einen Freiberufler

MeisterLampion

Erfahrenes Mitglied
Hallo Tutorialer!

Ich bin gerade dabei mich selbständig zu machen (freiberuflich), im Design- und IT-Bereich. Es ist soweit auch schon alles geregelt, nur brauche ich nach eine Krankenversicherung. Würdet Ihr mir eine Private oder Gesetzliche Krankenversicherung empfehlen.

Ich habe mich auch schon mit einem Versicherungsmann unterhalten, der mir eine private Krankenversicherung andrehen wollte.

Er erklärte mit das so, dass bei den gesetzlichen Krankenversicherungen der Beitrag nach Gehalt (bzw. Einkommen) berechnet wird. Dann haben die Krankenversicherungen einen Prozentsatz, der den monatlichen Beitrag bestimmt. Bei einer geringen Rechnung wären das 270,00 € im Monat.

Bei der privaten wären es 136,00 € im Monat, weil die Ihre Beiträge nach Eintrittsalter berechnen.

Doch was mir der Versicherungsmann erzählte, hörte sich zu blumig an... Sodass ich skeptisch geworden bin.

Nun warte ich auf euren Rat. Vielen Dank!

Mfg,

MeisterLampion
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Hallo!

Pauschal wird man keine Antwort geben können.
Hat man z.b. Kinder, dann sollte man die KV wählen die den besten Leistungsumfang hat.
Wenn man selbst oft zum Doc muss, gilt selbiges.

Fakt ist jedenfalls dass die gesetzlichen KV's immer weniger zahlen.
Brille? Vergiss es, nichmal mehr die Gläser werden bezahlt.
Erkältung? Gegen den Husten bekommt man (noch) ein Rezept, mein Doc musste dazu aber irgend einen "Trick" anwenden (welchen, wollte er natürlich nicht sagen).
Tja, und um was gegen den Schnupfen zu machen, muss ich selbst in die Tasche greifen.
Man könnte die Liste mit solch simplen Beispielen noch ewig weiterführen.

Bei den privaten KV's sieht es schon anders aus.
Aber man muss sich schon die Verträge durchlesen und auch vergleichen.
Neben den "normalen" Leistungen (wie z.b. die Behandlung einer Erkältung), sollte man bei den privaten KV's auch darauf achten was sie so für Vorsorgeuntersuchungen (Krebs, Augen etc.) übernehmen und vor allem ab welchen Alter.
Hier hinken die gesetzlichen KV's der Realität nämlich hinterher.

Neben einer KV brauchst Du aber auch andere Versicherungen.
Was ist z.b. wenn ein Kunde nicht zahlt?
Willst Du Dich dann, neben Deiner Arbeit, darum auch noch kümmern müssen oder willst Du Deine Ansprüche lieber von einem Anwalt durchsetzen lassen?
Was ist wenn Dich ein Kunde, warum auch immer, auf Schadenersatz verklagt?
Insolvenz anmelden weil Du den Schadenersatz nicht bezahlen kannst?
Oder was ist wenn Du einen Unfall hast und (im günstigsten Fall nur zeitweise) nicht mehr arbeiten kannst?

Gruss Dr Dau
 

MeisterLampion

Erfahrenes Mitglied
Alles klar, danke für die Info...

Die Leistungen der KV sind mir eigentlich bis jetzt egal...
Ich gehe kaum zum Arzt, habe keine Kinder und bin relativ jung. Mir ging es eigentlich darum, ob die privaten KV ihre monatlichen Beiträge einfach so erhöhen können? Nicht, dass die 136,00 € Beitrag nur ein Lockmittel sind...

Mfg,

MeisterLampe
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Gebe trotzdem meinen Senf ab:

Wenn man jung, und auf längere Zeit Single und Kinderlos ist/bleibt, halte ich die
private KV für den richtigen Schritt. Und die PKV erhöht nicht einfach so die
Beiträge, zumindest nicht exorbitant. Eher etwa 1-2% pro Jahr.

Der Betrag der gesetzlichen KV wird nach den Einnahmen berechnet, aber !
Grundsätzlich wird (zur Zeit) der Beitrag mit 11,9%-15, % berechnet. Es gibt aber
einen Sockelbetrag von etwa 300Eur, sprich, Wenn Du zB nach ESt 1000Eur monatlich
verdienst, wären das rechnerich etwa 119Eur, aber Du zahlst 300 ! Der Sockelbetrag
ist der Mindestbeitrag !

Versicherungen für den Selbständigen - abhängig vom ausgeführten Bereich.
Krankenversicherung und Pflegeversicherung
Rentenvorsorge
Gewerbehaftpflicht
Arbeitsunfähigkeit

http://www.phreekz.de/Forum/viewtopic.php?t=22
mfg chmee

*EDIT*
Dass ein Versicherungsmakler blumig erzählt, liegt nunmal daran, dass er damit sein Geld verdient.
Im Schnitt sind es 2-3 Monatsbeiträge, die es als Provision gibt. Wichtiger ist es, darauf zu achten,
dass der Makler unabhängig ist. So einer ist nicht auf den Verkauf EINER Versicherung angewiesen,
sondern kennt nebenbei auch die preiswertesten und entscheidet mit Dir und nicht für Dich :)
Bin seit Jahren von den Leuten der http://www.pkv-berlin.de beraten worden und ich weiss, dass ich jederzeit
dort anrufen kann und auch Rat bekomme.
 
Zuletzt bearbeitet:

MeisterLampion

Erfahrenes Mitglied
Danke Chmee für deine Antwort...

Ich bleibe trotzdem vorerst in der gesetzlichen KV. Wenn ich merke, dass alles gut läuft, werde ich mich provat Versichern, denn wenn ich einmal in der privaten bin komme ich da nicht mehr so schnell raus, es sei denn ich werde irgendwo Angestellt... Der Umstieg von einer gesetzlichen zu einer privaten Krankenversicherung funktionier jedoch.

Mfg,

MeisterLampion
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Ich wünsche Dir viel Erfolg, aber kann die Entscheidung nicht verstehen, denn es gibt wirklich nichts, dass das Festhalten an der Gesetzlichen begründet. Nun denn, entscheide Dich, sobald die erste KV-Überweisung getätigt ist :) Ach ja, nebenbei, seitdem ich in der PKV bin, sitze ich meistens in einem separaten Warteraum und bin schneller dran :)

mfg chmee
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Das Argument "ich bin noch jung" kann man so nicht im Raum stehen lassen.
Auch als junger Mensch kann man schnell ernsthaft krank werden.

Wenn die private KV "einfach so" den Beitrag erhöht, machst Du halt von Deinem ausserordentlichen Kündigungsrecht gebrauch.
Du solltest Dir natürlich den Vertrag genau druchlesen.
Wenn dort nämlich z.b. steht dass die 136 € nur ein "Aktionspreis" sind und nach z.b. 3 Monaten der "reguläre" Beitrag zu zahlen ist, hast Du natürlich keine Chance mit dem ausserordentlichen Kündigungsrecht da raus zu kommen.
:) Ach ja, nebenbei, seitdem ich in der PKV bin, sitze ich meistens in einem separaten Warteraum und bin schneller dran :)
Da gibt es einen ganz einfach Grund für: die gesetzliche KV zahlt immer weniger.
Mir fällt auch auf dass die Ärzte immer mehr dazu tendieren ausschliesslich nurnoch privat Versicherte oder Selbstzahler zu behandeln.
Oder anders ausgedrückt: gesetzlich Versicherte rentieren sich immer weniger, darum wird dieses "lästige Übel" kurzerhand einfach ausgeschlossen.

Selbst zwingend notwendige Untersuchungen werden von der gesetzlichen KV immer weniger gezahlt.
Z.b. gehört man als Kurzsichtiger zur Risikogruppe derer, bei denen sich die Netzhaut ablösen kann.
Eine Netzhautablösung kann zur Erblindung führen, welche nur durch rechtzeitige Behandlung verhindert werden kann.
Trotzdem zahlt die gesetzliche KV die Vorsorgeuntersuchung nicht.
 

MeisterLampion

Erfahrenes Mitglied
Vielen Vielen Dank für eure Unterstützung!

Aber ich werde es euch nochmals erklären. Generell und vom logischen her ist die private Krankenversicherung besser und auch günstiger. Jedoch bekomme ich vom Arbeitsamt einen Existenzgründungszuschuss, somit bezahle ich weniger Beiträge in der gesetzlichen Versicherung. Wenn der Existenzgründungszuschuss ausgelaufen ist und mein Geschäft immernoch läuft, werde ich mich auch privat versichern. Das Problem für mich ist nur, dass ich aus der privaten Versicherung kaum mehr rauskomme.