Urlaub vor Kündigung

VeschperMojo

Grünschnabel
Ich möchte wohl meinen Arbeitsplatz wechseln, habe auch einen neuen. Der Termin wäre der 01.09.

Nun habe ich noch Resturlaub und könnte quasi nächsten Monat komplett zu hause bleiben! Ist der Chef dazu verpflichtet, mir den Urlaub zu geben oder kann er auch sagen, nein bekommst du nicht und du arbeitest hier auch nicht mehr.

Kündigungsfrist fällt wohl eh weg, da ich noch nicht mal einen Vertrag bekommen habe. Den bekomm ich erst heute, da ich letzten Monat ausgelernt habe. Aber wenn ich den nicht unterzeichne, kann ich ja jederzeit gehen.
 

MaxDaten

Grünschnabel
Das mit den nächsten Monat wird wohl nichts! Innerbetrieblich gibt/gab es doch sicherlich Regelungen für die Frist der Urlaubseinschreibung und dann 4Wochen hintereinander ist auch kein Betrieb verpflichtet zu geben.
Wenn du kündigst, verfällt dein Urlaub, wenn du dich auf die zb. tariflichen Urlaub berufst, da der sich auf ein ganzes Beschäftigungsjahr bezieht, und du eben vor dem Ende des Beschäftigungsjahr kündigst.

Dann kommt noch dazu, dass du:
1. noch keinen Vertrag hast (Außer deinen Ausbildungsvertrag)
und
2. und mit dem eventuellen neun Vertag erst in das neue Beschäftigungsjahr eintrittst.

Ein Beispiel?
Ein Azubi hatt, warum auch immer, noch keinen seines tariflichen Urlaubs in anspruch genommen (wir gehen mal von 6Wochen aus). Nun hat er seine Ausbildung abgeschlossen, will aber nicht übernommen werden und unterschreibt den neuen Vertag nicht, kündigt also.
Es wäre für den Betrieb sicherlich nicht tragbar, wenn der Betrieb ihm 6Wochen HINTEREINANDER Urlaub geben müsste.

PS.: Auf Auzahlung/Verbrauch von Überstunden hast du ein Anrecht, da du dafür ja Leistung erbracht hast.
 

inot

Grünschnabel
Hi MaxDaten,

"...will aber nicht übernommen werden und unterschreibt den neuen Vertag nicht, kündigt also."

Das ist leider falsch. Bei uns sind Ausbildungsverträge "Zeit"verträge, d. h. die Ausbildung und damit der Vertrag enden bei bestehen der praktischen Gesellenprüfung.

"...Wenn du kündigst, verfällt dein Urlaub, wenn du dich auf die zb. tariflichen Urlaub berufst, da der sich auf ein ganzes Beschäftigungsjahr bezieht, und du eben vor dem Ende des Beschäftigungsjahr kündigst."

Das stimmt auch nicht - in einem normalen Beschäftigungsverhältnis nimmst Du den Resturlaub ('Urlaubsbescheinigung') mit - wie er in einem neuen Betrieb allerdings gewährt wird steht auf einem anderen Blatt. Hier lässt der Gesetzgber ausdrücklich die Ausbezahlung des Resturlaubs zu.

Aber im vorliegenden Fall handelt es sich ja wohl um einen Azubi - oder? ("...da ich letzten Monat ausgelernt habe..")

Er könnte sich also den Resturlaub (steht für's dritte Lehrjar im Ausbildungsvertrag) eventuell auszahlen lassen.


Gruß toni