[Recht] Lohnkürzung bei Azubis

zirag

Erfahrenes Mitglied
@Mod: Bitte verschieben, hab grad gesehen, dass es ein extra Rechtsforum gibt, danke

Hallo Leute,

vielleicht kennt sich ja jemand hier gut mit Gesetzen aus... i hope so ;)
Also ich bin Azubi zum Mechatroniker (Industrie) und komme nun ins 4. Lehrjahr.

Nun ist die Wirtschaftskrise bei uns auch angekommen und es gibt nun eine Lohnkürzung von 12,5% für alle. Ich als Azubi unterstehe ja dem Tarifvertrag der IGM.
Mir wurde nun mein Lohn auch gekürzt. Ist das so eigentlich Rechtens?

Es ist doch irgendwo die Ausbildungsvergütung festgelegt nach Tarif.
Kann man mir als Azubi das Geld dann kürzen

Vielen dank im Vorraus.

mfg
 
Zuletzt bearbeitet:

Ex1tus

¯\_(ツ)_/¯
Alle Gesellen und Meister unterstehen doch auch dem Tarifvertrag der IGM oder? Unter normalen Umständen kann man das Gehalt sowieso nicht kürzen, und wenn die alle 12,5% weniger bekommen warum du nicht auch? Wenn das allgemein rechtens ist, sollte das auch für Azubis rechtens sein.

Aber das ist nur meine persönliche Logik gepaart mit Halbwissen.
 

Leola13

Erfahrenes Mitglied
Hai,

woher kommt denn die Kürzung ? Mit der IGM abgestimmt über TVBesch ?

Ansonsten frag mal bei Betriebsrat oder Gewerkschaft nach.

Ciao Stefan
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Hallo!

Als Azubi bekommst Du keinen Lohn sondern eine Ausbildungsvergütung.
Schon allein aus diesem Grund würde ich sagen dass Du garkeine "Lohnkürzung" bekommen kannst.

Als Azubi unterstehst Du zudem auch einem besonderen Schutz.
Z.B. kann Dir Kurzarbeit nur unter Ausschöpfung aller anderen Mittel angeordnet werden.
Selbst dem Ausbilder (i.d.R. dem angestellten Meister) kann nur sehr schwer Kurzarbeit angeordnet werden.
Und wenn er doch in Kurzarbeit geschickt wird und dadurch die Ausbildung nichtmehr im erforderlichen Umfang gewährleistet ist, kann der Azubi evt. gegen den Ausbildungsbetrieb Schadensersatzansprüche geltend machen.

Auch hat ein Azubi besonderen Kündigungsschutz.
Sollte eine Kündigung doch unumgänglich sein, ist der Ausbildungsbetrieb dazu verpflichtet sich rechtzeitig mit der Agentur für Arbeit (Arbeitsamt) in Verbindung zu setzen um einen neuen Ausbildungsbetrieb zu finden.

Abgesehen davon bekommt ein Azubi vergleichsweise zu einem Gesellen oder einem Meister ja nur sehr wenig Geld, hat im Gegenzug aber evtl. höhere Ausgaben.
Z.B. bedingt durch den Berufsschulbesuch höhere Fahrkosten.
Schlimmstenfalls findet die Berufsschule sogar im Blockunterricht in einer anderen Stadt statt.
Mein Bruder z.B. musste während des Blockunterrichts jeden Tag über 30km fahren (oder sich alternativ für den Zeitraum irgendwo einmieten).
Eine "Lohnkürzung" würde also ggf. sogar eine besondere Härte für den Azubi bedeuten.

Ich würde Dir daher raten Dir umgehend Rechtsbeistand einzuholen.
Erstmal würde ich es (auch als nicht Mitglied bei der IG-Metal) beim örtlichen Gewerkschaftsbüro versuchen.
Sollten die Dir nicht weiterhelfen können, dann suche Dir einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Meistens ist die Erstberatung kostenlos.

Sollte der Anwalt das Thema "Beratungsgutschein" und/oder "Prozesskostenhilfe" nicht von selbst ansprechen, dann spreche Du ihn darauf an.
Da Du ja Azubi bist wird Dein Einkommen ja eher gering ausfallen, gute Voraussetzung also um evtl. Staatliche Unterstützung (Beratungsschein/Prozesskostenhilfe) zu bekommen.
Da Du ja noch in Ausbildung bist, könnte es auch sein dass die Rechtsschutzversicherung Deiner Eltern einspringt (einfach mal nachfragen ;) ).

Gruss Dr Dau

PS: dieses ist keine Rechtsberatung, sondern spiegelt nur meine persönliche Meinung wider.
 

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