Mahnungshandhabe

fUnKuCh3n

Erfahrenes Mitglied
Hallo,

ich stehe mal wieder vor einer allgemeinen Frage bzgl. Mahnungen undzwar gehts um folgendes:

Ich schicke dem Kunden X am Montag dem 1.5.2009 eine Rechnung mit dem Betrag von 50€ und einer Zahlfrist von 5 Werktagen, wäre ja dann bis zum darauffolgenden Montag ca.

Der Montag vergeht, es vergehen weitere 10 Tage und kein Zahlungseingang, nun startet der ganz normale Mahnvorgang, ich schicke am 20.05.2009 eine Zahlungserinnerung mit Summe von 50€ + 4€ Mahngebühren, an den Kunden, diese geht höchstwahrscheinlich am 21.05 bei ihm ein, und am 22.05 wird auf meinem Konto der Betrag von 50€ verbucht vom Kunde X.

Es ist ja ganz klar ersichtlich das dieser die Rechnung / Mahnung erst nach Erhalt der Mahnung gezahlt hat. Aber wie würdet ihr fortfahren?
Zumal dieses Verhalten mir genau bei diesem Kunde schon 4 x aufgefallen ist und naja, nunmal sinds ja auch meine Kosten für Porto, Aufwand und co.

Würdet ihr die Mahngebühren nachfordern? Bzw. was wäre eure Art es zu handhaben?

Sascha
 

zerix

Hausmeister
Moderator
Hallo,

es wird schwer dem Kunden nachzuweisen, dass er die Rechnung erst nach erhalt der Mahnung bezahlt hat.
Als kleines Beispiel:
Meine Bank ist eine Zweigstelle. Wenn ich dort eine Überweisung abgebe, wird diese erst zum Hauptsitz geschickt und dort vielleicht noch am gleichen Tag bearbeitet.
Das heißt, wenn es schnell geht, ist das Geld frühstens am dritten Tag bei dem Empfänger. Das geht aber meistens nicht so schnell.

Du müsstest erstmal rausfinden, wann der Kunde die Überweisung angewiesen hat und das ist nicht so einfach.

Also ehrlich gesagt, wären es mir die 4 €uro nicht wert. Vor allem da mehr Kosten auf dich zukommen könnten, wenn er wirklich vor der Mahnung überwiesen hat.


Gruß

Sascha
 

MiMi

Erfahrenes Mitglied
Hm, kann man net verlangen das der Kunde ne Kopie schickt wann das Geld ueberweisen wurde? Bzw kann man da bei der Bank keine Auskunft bekommen?
 

MiMi

Erfahrenes Mitglied
Hm, aber ist es denn nicht so das wenn das Geld bis zu dem genannten Zeitraum nicht auf dem Konto ist und dann sogar noch ne Woche verstreicht bis die Mahnung losgeschickt wird, der Kunde so oder so die Mahnung zahlen muss, da der erste Termin ja schon nicht eingehalten wurde inkl der extra Woche?
 

Leola13

Erfahrenes Mitglied
Hai,

erstmal so nebenbei zum Thema Mahngebühren :

Mahngebühren:
Häufig stellen Inkasso Mahngebühren für eine manchmal stattliche Anzahl von Mahnschreiben in Rechnung. Bei Forderungen aus Verbraucherkrediten ist dies nicht zulässig. Bereits 1988 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Kosten von Mahnschreiben bereits durch den Verzugszinssatz abgegolten sind. Bei Forderungen, die nicht aus Verbraucherkrediten stammen, ist die Berechnung von Mahngebühren grundsätzlich zulässig. Allerdings werden oft viel zu hohe Kosten gesetzt und die behauptete Anzahl von Mahnschreiben stimmt nicht. Das Inkassobüro darf wie en Gläubiger nur die reinen Materialkosten für die Mahnbriefe ersetzt verlangen. Maximal dürften damit Kosten in Höhe von 1 – 2 Euro verlangt werden. Selbstverständlich muss im Zweifelsfall auch die Anzahl der Mahnschreiben nachgewiesen werden und das sie dem Schuldner auch zugegangen sind. Dieser Nachweis dürfte schwer sein, falls die Schreiben nicht als Einschreiben/Rückschein abgeschickt wurden.
faqinkasso

Pragmatische Lösung :

Da dir der Kunde schon mehrfach aufgefallen ist :

- die Rechnung einfach höher dotieren
- nicht mehr mit dem Kunden zusammen arbeiten

Ciao Stefan
 

fUnKuCh3n

Erfahrenes Mitglied
Okay soweit sehr informativ...

ne Möglichkeit die einigermaßen "geht" aber auch nicht 100% beweist wann er überwiesen hat wäre es per Einschreiben mit Rückschein zu machen.

Aber das sind immerhin fast 5€, da steht das Risiko auch groß da... wenn er es nicht bezahlt.
 

ronaldh

Erfahrenes Mitglied
In der Geschäftswelt ist es meiner Erfahrung nach eher sehr selten, dass jemand Mahngebühren bezahlt. Es ist sicherlich nicht sinnvoll, Mahngebühren anzumahnen.

4 Euronen für die erste Mahnung sind auch recht happig, erschwerend kommt hinzu, dass die gewährte Zahlungsfrist ja auch relativ kurz ist. Bei Großunternehmen habe ich es erlebt, dass diese 2 Zahlungstermine im Monat hatten, nur zu diesen Terminen haben sie Rechnungen bezahlt. Da sind 5 Werktage dann gar nicht realisierbar.

Ich würde mal (vielleicht bei der nächsten Auftragserteilung) mit dem Kunden sprechen, und das Problem auf den Tisch bringen. Als Alternative bietet sich ja auch noch an, den Kunden auf Nachnahme oder Vorkasse umzustellen (wenn der Kunde das mit macht).

Letztlich kommt es darauf an, ob man mit dem Kunden weiter zusammen arbeiten will. Wenn das Geschäft so hervorragendläuft, dass man auf Kunden verzichten kann, nur weil diese erst 15 Tage nach Rechnungseingang bezahlen (was eigentlich doch noch ein guter Wert ist), kann man die Geschäftsbeziehung mit dem Kunden abbrechen. Wenn dies nicht so ist, dann sollte man eine Einigung finden, oder damit leben, denn bisher ist ja offensichtlich alles noch bezahlt worden (außer halt den Mahngebühren).

Im Übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, das ein Anruf anstatt einer Mahnung einerseits eine schnellere Zahlung bringt, und andererseits auch noch die Kosten wesentlich reduziert. Falls der Anruf nichts bringt, kann immer noch gemahnt werden.