Kunde will mitten im Projekt abbrechen

Necro_nomicon

Erfahrenes Mitglied
Hallo!

Ich habe da einen etwas eigenartigen Fall. Ein Kunde (immer zufrieden), sieht sich ploetzlich nicht mehr aus (private Probleme) und will mitten im Projekt abbrechen. Allerdings sind große Teile der Programmierung bereits vorhanden, beim Layout fehlt nur ein Detail (hätte vom Kunden vor langer Zeit bereitgestellt werden sollen). Content wurde auch noch nicht geliefert.

Der Kunde möchte nun nur das Design zahlen bzw. entsprechend einer Einschätzung der bereits getanen Arbeit und dann auch alle Arbeitsdateien und Code.

Da Projekt will er später weiterführen, allerdings gab es terminlich mehrmals Probleme seitens des Kunden und es kam zu wochenlangen Leerzeiten. Anfangs war das Projekt noch so dringen, dass es vorgezogen wurde.

Die Frage ist jetzt, wie berechnet man sowas üblicherweise, gibt ja einen Gesamtbetrag laut Angebot. Und inwieweit muss ich mich rechtlich absichern, dass meine Programmierung nicht anders verwendet wird. Hat da jemand bereits Erfahrungen mit sowas gemacht?

Waere dankbar eure Sicht der Dinge zu lesen!
 

Leola13

Erfahrenes Mitglied
Hai,

ich denke mal, da es ja einen Gesamtbetrag gibt, den der Kunde akzeptiert hat, daß entsprechend des Auftragsfortschritts anteilig abgerechnet wird.

Die Frage der rechtlichen Absicherung stellt sich doch auch, wenn das Projekt abgeschlossen worden wäre. Es gelten hier, meiner Meinung nach, die selben Bedingungen.

Ciao Stefan

PS : Falls du darauf abzielst, ob du für den Fall haftbar bist, wenn später jemand anderes das Projekt fertigstellt und es Probleme gibt, denke ich mal, daß dann der Andere haftet.
 

Necro_nomicon

Erfahrenes Mitglied
Hallo Stefan,

Ja, da hast du sicherlich recht. Es ist nur äusserst eigenartig unfertige Projektteile abzugeben und es macht mir auch etwas stutzig. Deswegen habe ich auch überlegt, ob ich sicherheitshalber auch nochmal darauf hinweisen soll. Besonders weil es so rübergekommen ist, dass sie ja dafür zahlen werden also gehört alles ihnen.
Ich seh das aber nicht so. Das Nutzungsrecht ist ja für die Homepage gedacht und nicht, ob ich das dann als mein eigenes ausgeben darf bzw. weiterverkaufen etc.

Leider ist auch die Berechnung der Anteile schwierig, da sehr viele Sachen ohne Content einmal vorprogrammiert wurden, da es ja ein so dringendes Projekt war :/
 

Martin Schaefer

Administrator
Einen gültigen Vertrag brechen und dann aber trotzdem alle Nutzungsrechte behalten wollen? Ehm, Hallo? Gehts noch? Nutzungsrechte erwirbt man in der Regel für fertige Designs oder fertige Programme bzw. Programmversionen. Und man erwirbt sie wohl niemals, indem man einfach mal wegen privater Probleme einen Vertrag bricht.

Mal unabhängig davon, was will er z.B. mit unfertigem Programmcode? Meint er, er dürfte daran andere weiterschreiben lassen, einfach so? Sind ihm denn diese Rechte vertraglich zugesichert worden?

Fragen über Fragen,
Martin
 

Necro_nomicon

Erfahrenes Mitglied
Hallo Martin,

Ja, das denke ich eben auch. Wieso will der Kunde den Programmcode? Was macht er damit? Leider wurde auf meine Fragen bezüglich weiteren Verlauf nicht eingegangen.
Im Vertrag selbst steht diesbezüglich aber nichts im Detail drinnen. Wer denkt auch schon an so einen Fall?

Scheinbar geht es nun darum, dass wenn ich was verrechne, er dann auch den Code haben will. Oder um es anders zu sagen, wenn ich den Code nicht hergebe, dann koenne ich ja laut Kunden auch nichts verrechnen.

Wie gesagt, ich will eine faire und saubere Lösung. Weiss aber nicht, wie ich nun abrechnen kann und die Nutzungsrechte wahre bzw. was ich überhaupt an Code hergeben soll. Genauso verhält es sich auch beim Design. Wieso sollte ich da die psd-Arbeitsdateien hergeben?

Irgendwie alles sehr schwierig. Abgesehen davon, dass ich vor 2 Wochen noch zusätzlich einen Workshop auf Wunsch organisiert habe mit noch offenem Datum, aus dem nun aber auch nichts wird.

Was ist wenn der Kunde selbst am Programmcode weiterschreiben will? Oder er meint, dass ich später weiterschreiben soll (wenn ich selbst da noch an einen Termin des Kunden glauben kann)?

Bin ehrlich gesagt, ein wenig überfragt, wie ich das weitermachen sollte.
 

illuminatus26

Erfahrenes Mitglied
Ist es nicht so, dass ein Vertrag nur aufgehoben werden kann, wenn sich beide Parteien darauf einigen?
Also sollte er dir ein Angebot machen womit Du, sagen wir mal, Leben kannst.
Ob und in welcher Form du dann Code oder PSD-Dateien raus gibst, liegt doch dann wohl in deinem Ermessen bzw. ist dann Verhandlungssache.
Des Weiteren hast Du für deinen Kunden einen Workshop organisiert, wie Du sagst. Auch dafür wird es doch sicherlich eine Grundlage geben. Wenn Du Aufwendungen hattest, hast Du auch ein Anrecht darauf, dass sie dir ersetzt werden, wenn er von heute auf morgen ohne triftigen Grund die Leistung nicht mehr in Anspruch nehmen will.
Auch mündliche Verträge sind welche, die gelten und eingehalten werden müssen.
Aber insgesamt scheint es sich da ja um eine verfahrene Situation zu halten. Je nachdem, um welche Summe es sich handelt, wird es wohl fast das beste sein, du unterhältst dich mal mit dem Anwalt deines Vertrauens. Der kann dir am besten sagen, wie sich die Situation darstellt.
Hier wirst Du genauso, wie von mir, nur schwammige Antworten und Vermutungen bekommen, da niemand den wirklichen Sachverhalt kennt und somit weiß, was Sache ist.
 

Necro_nomicon

Erfahrenes Mitglied
Ich danke euch für eure Antworten! Ist schon klar, dass man nicht zu 100% eine Lösung posten kann, aber die Ansätze sind für mich sehr wichtig.
Natürlich strebe ich eine einvernehmliche Einigung an, bin aber eben schon hart an der Grenze meiner Geduld angelangt. Hinweise und Erfahrungsberichte von vielleicht ähnlichen Fällen sind hier sehr hilfreich, damit ich auch selbst die sachliche Ebene nicht aus den Augen verliere.
Klar kann ich auch die Gründe des Kunden verstehen, aber ich mache das ja nicht als Hobby, sondern als Broterwerb.