KSK will Geld von Auftraggebern

ziriander

Erfahrenes Mitglied
Hallo Leute,

heute meldete sich eine Kundin bei mir. Sie sei darauf aufmerksam gemacht worden das sie Beiträge an die Künstlersozialkasse zahlen muss wenn freischaffende Grafiker ihre Werbung gestalten.

näheres unter diesem Link: http://www.haufe.de/ksk

Das ist doch der Hammer. Damit wird uns doch das Geschäft madig gemacht. Weiß da jemand näheres dazu ?


mercy for help
ziriander
 

Rena Hermann

Erfahrenes Mitglied
Soweit ich weiß ist und war das auch immer üblich und so vorgesehen, der grundsätzliche Gedanke der Organisation und auch so gesetzlich geregelt.
http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/abgabepflicht/dassystemdesKSVG.php

Oder aus welchen Mitteln sollte die KSK sonst die "andere Hälfte" der Versicherungsbeiträge zahlen, so dass das KSK-Mitglied die volle Leistung erhält? Vom Geld, das auf den Bäumen wächst? Oder soll der Steuerzahler das komplett (teilweise tut er's ja schon über Zuschüsse vom Bund) finanzieren und wenn ja, warum?

Nur viele, die in über die KSK versichert sind, sagen ihren Auftraggebern nichts davon, dass sie in der KSK sind. Hat anscheinend auch oft geklappt aber da meines Wissens die KSK deswegen finanziell nicht so gut da steht, greift die mittlerweile soweit ich mitbekommen habe härter durch. Und viele "überlesen" das gerne auch mal, bei der freudigen Überlegung, dass die KSK doch super günstig ist und vergessen dabei, dass die KSK gar kein Versicherer ist sondern nur Vermittler mit bestimmten Bedingungen. Will heißen: sie wissen es einfach nicht, sollten aber. Davon, dass viele Unternehmer/Kunden von dieser Regelung nichts wissen, natürlich ganz zu schweigen.

Im Übrigen wäre mir ansonsten auch nicht klar, warum "freischaffende Künstler" im Gegensatz zu anderen Selbstständigen einfach so nur die Hälfte an Krankenkasse und Pflegeversicherung bezahlen sollten. Denn was ist denn faktisch der Unterschied zwischen einem selbstständigen Journalisten und z.B. einem selbstständigen Versicherungsberater?
Oder wieso sollte ein Grafiker in der KSK kalkulatorische Vorteile gegenüber einem Grafiker, der - aus welchen Gründen auch immer - nicht in der KSK ist und seine Vorsorge komplett reinkalkulieren muss und deshalb im Angebot teurer ist, haben? Das nur zum Stichwort "Geschäft madig machen". Ich find's eher gerecht, da die Kalkulationsgrundlage so unterm Strich bei beiden Gruppen zumindest einigermaßen gleich ist. Ob immer genau kann ich nicht sagen, bin auch nicht in der KSK und kenne die Höhe der Künstlersozialabgabe nicht.

Gruß
Rena

PS: Das "Angebot" des im Startbeitrag verlinkten Anbieters finde ich im Übrigen ganz unabhängig davon überdenkenswert. Diese "Informationen für 24,80 Euro" dürften auch allgemein zugänglich sein oder man fragt einfach bei den entsprechenden Stellen nach.
Die (meines Wissens) entsprechende Vorschrift zur Künstlersozialabgabe ist auch hier zu finden: http://www.gesetze-im-internet.de/ksvg/__24.html. Aber da besser noch gesamt durchlesen bzw. sonst recherchieren.
 
Zuletzt bearbeitet:

ziriander

Erfahrenes Mitglied
Hallo Rena,

danke für die Antwort. Natürlich hast du recht. Irgendwo muss das Geld herkommen. Ich war nur kurz echt genervt weil ich dadurch einen Auftrag nicht bekommen habe.

Und dennoch ...

Eigentlich sollte die KSK eine Hilfe für Künstler (ich war jahrelang Musiker) sein die am unteren Ende der Einkommensgrenze manövrieren, denn Kunst ist zu 98% ein miserables Business. Die KSK ist sozusagen eine Art staatlich Kunstförderung. Das die mich dann als Grafiker weiter behalten haben hat mich echt überrascht.

Davon abgesehen geht man davon aus (und das ist tatsächlich so) das sich Künstler nicht fürs Business eignen. Kreative Berufe und Geld verträgt sich nur ganz schlecht. Ein selbstständigen Versicherungsberater hat sich für diesen Beruf entschieden um Geld zu verdienen, ein Künstler dagegen folgt meistens ganz anderen Stimmen.

Dumm an der Sache ist, das es eine echte Augenwischerei ist. Das was der Kunde gegenüber eine Agentur spart (denn die meisten Selbstständigen sind definitiv billiger) wird ihm dann vom Staat abgezogen. Warum sollte er sich dann noch an einen Selbstständigen wenden, wenn das am Ende auf das gleiche Geld hinaus läuft und eine Agentur meist einen umfassenderen Service bieten kann. Es wäre eigentlich ehrlicher nicht in der KSK zu sein (und das überlege ich mir gerade) und einen Preis auszuhandeln mit dem ich leben kann. Denn der Kunde - und das habe ich gerade erfahren - fühlt sich irgendwie betrogen. Das ist nicht gut für' Geschäft.
 
G

Gast

Freiberufler, die Mitglied in der KSK sind müssen Ihre Kunden nicht darauf hinweisen
Denn Auftraggeber müssen grundsätzlich an die KSK zahlen, auch wenn der Auftragnehmer kein Mitglied in der KSK ist. Das heißt Auftraggeber müssen generell für künstlerische Leistungen Ihren Beitrag leisten.
 

ziriander

Erfahrenes Mitglied
Hallo,

wie ist das mit Agenturen ? Wenn eine Agentur eine Gestaltung macht, muss dann der Kunde ebenfalls dafür bei der KSK zahlen ?
 

ronaldh

Erfahrenes Mitglied
Ich habe mit diesem Bereich zwar nicht viel zu tun, jedoch sind Agenturen in aller Regel ja "normale" Unternehmen, mit einem Geschäftsführer, der automatsich als Vollkaufmann angesehen wird (auch wenn er von Berufs wegen Künstler ist), mit Angestellten, für die normale Sozialabgaben abgeführt werden usw.

Du hast oben selbst gesagt, dass Freiberufler meist weniger Geld verlangen als Agenturen. Woher kommt das? Natürlich, wie Rena schon sehr richtig beschrieben hat, weil Agenturen ganz einfach höhere Kosten haben, nicht unbedingt, weil sie mehr verdienen.

Aus diesem Grund verstehe ich das Problem nicht.
 

Sven Mintel

Mitglied
Eigentlich sollte die KSK eine Hilfe für Künstler (ich war jahrelang Musiker) sein die am unteren Ende der Einkommensgrenze manövrieren, denn Kunst ist zu 98% ein miserables Business. Die KSK ist sozusagen eine Art staatlich Kunstförderung.

Wir haben hier ein Land voll mit Leuten, "die am unteren Ende der Einkommensgrenze manövrieren" ....was sollte da einen Künstler elitärer machen als eine Friseuse oder einen Wachschutzmann? ;-]
 

ziriander

Erfahrenes Mitglied
Mir ist klar das Agenturen mehr Ausgaben haben. Das ist auch nicht das Thema.

Es geht um die KSK-Beiträge von Kunden. Hier die Frage:

Muss ein Kunde diesen Beitrag an die KSK nur dann zahlen wenn er einen Freiberufler beauftragt, oder auch, wenn die gleiche Arbeit eine Agentur erledigt ?
 

kuddeldaddeldu

Erfahrenes Mitglied
Hi,

Muss ein Kunde diesen Beitrag an die KSK nur dann zahlen wenn er einen Freiberufler beauftragt, oder auch, wenn die gleiche Arbeit eine Agentur erledigt ?

Warum fragst Du denn nicht einfach jemanden, der sich damit auskennt?

Abgesehen davon verstehe ich weder die Aufregung noch Deine Unkenntnis darüber, wie die KSV geregelt ist. Ein Arbeitnehmer weiß doch schließlich auch, dass das, was von seinem Bruttolohn abgezogen wird, nicht alles ist, sondern dass der Arbeitgeber die andere Hälfte der Sozialabgaben zahlt. Du kannst niemanden dafür verantwortlich machen, dass Du das einfach als Vergünstigung hinnimmst, ohne Dich zu informieren.

Ich kenne zufällig zwei Schauspieler (übrigens ein gutes Beispiel, wofür dieses Gesetz wohl gedacht ist). Die wissen sehr wohl, dass die Theater, von denen sie engagiert werden, diese Abgabe zahlen müssen. Und sie sehen das Gesetz als das, was es wohl sein soll: als sozialversicherungstechnische Ähnlichstellung mit Arbeitnehmern, die ihnen ruhigeren Schlaf beschert, da sie sich eine private KV und Altersvorsorge niemals leisten könnten.

Wenn Du das einfach als Privileg ansiehst, die es Dir ermöglicht, Agenturen zu unterbieten oder mit besonders günstigen Preisen Kunden zu locken, dann hast Du das Prinzip glaube ich nicht verstanden.

Was Deinen Kunden angeht: Es besteht eine gesetzliche Meldepflicht und Abgabepflicht für gezahlte Honorare an selbständige Künstler. Darauf hast Du ja gar keinen Einfluß. Dass er vielleicht noch nie was von diesem Gesetz gehört hat, oder da vielleicht keinen Zusammenhang zu der Beauftragung eines Grafikers sieht, kann ich gut verstehen.
Ich kenne zufällig auch einen Grafik-Designer. ^^
Und ich weiß, dass er in seinen Angeboten für eine Stunde 74€ netto veranschlagt (da würde ich auch nicht auf die Idee kommen, dass Grafiker zu dem Personenkreis der schlecht verdienenden Künstler gehören, die einer solchen Unterstützung bedürfen...).
Über Auftragsmangel habe ich ihn nie klagen hören, obwohl es hier auch durchaus gute Agenturen gibt. Und an der unteren Einkommensgrenze manövriert er garantiert nicht.

LG
 

ziriander

Erfahrenes Mitglied
Ich verstehe überhaupt nicht warum meine Frage so eine Aufregung verursacht.

Ich hatte damals einfach einen erbosten Kunden, der sich darüber aufgeregt hat, dass er erst mich und dann noch die KSK zahlen soll. Das Ende vom Lied war, dass ich einen uneinsichtigen Kunden verloren hatte, was natürlich mich geärgert hat. Wenn es ums Geld geht herrscht auf Kundenseite nicht gerade viel Verständnis. Da helfen dann auch intelligente Erklärungen nicht viel.

Es geht also nicht darum den Kunden mit billigen Angeboten zu locken, sondern darum das mich damals ein erboster Kunden echt blöd angemacht hat und mir - ich zitiere - "da kann ich ja gleich zu einer Agentur gehen" vor die Füße knallte. Was hätte ich ihm sagen sollen? Deshalb wollte ich wissen ob Kunden das auch zahlen müssen wenn sie Aufträge an eine Agentur vergeben.

Ein einfaches Ja oder Nein hätte genügt. Eine Antwort auf meine Frage habe ich nach wie vor nicht bekommen.
 

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