Gewerbe anmelden + Fragen

idgamer

Grünschnabel
Hallo,

ich habe mir mal Gedanken zur Anmeldung eines Gewerbes gemacht und würde gerne folgende Dinge näher erläutert bekommen.

Was für Kosten können beim Anmelden eines Gewerbes bestehen? Man sagte mir keine. Allerdings muss danach doch noch viel geschehen, bis man seinen ersten Geschäftsfall tätigen kann, richtig? Ein Bekannter hat bereits ein Gewerbe und redete von einem Logo und einem Namen, ja sogar von einer eigenen Webseite. Kann man das theoretisch nicht alles weglassen, sich einen Account auf ebay erstellen und gut ist? Und wie genau sieht das noch mit den Steuern aus? Ich hörte etwas von 19 EUR im Monat und bei einem Jahreseinkommen von 24.500 EUR Gewerbesteuer zahlen?

Dann hätte ich noch Fragen zum Eigengebrauch. Darf man sich bspw. 10 Kameras bestellen und eine für den Eigengebrauch nutzen? Denn dann könnte ja jeder ein Gewerbe anmelden und für billiger einkaufen gehen. Müsste man das dann melden und noch was draufzahlen?

Und ab wann muss man Geschäfte dokumentieren?
 

sheel

I love Asm
Hi und Willkommen bei tutorials.de,

für viele Angaben wäre das Land wichtig.
D, A, CH, ...?

Annahme: Du willst ein "normales" Einzelgewerbe, keine Aktiengesellschaft etc.etc. machen.


Logo, Website etc. sind natürlich nicht verpflichtend.
Das Gewerbe an sich ist nur die (schriftliche) Mitteilung und Genehmigung,
irgendwas Kommerzielles regelmäßig zu machen
(und natürlich auch die Verpflichtung,
dadurch eventuell anfallende Steuern etc. zu zahlen).

Alles Andere ist für die Anmeldung nebensächlich.

Für bestimmte Tätigkeiten braucht man Nachweise, dass man es kann,
oder andere Genehmigungen, aber wenns um Ebayverkauf geht...kein Problem.


Die Kosten für die Anmeldung...naja.
Die Anmeldung an sich kostet nichts,
aber für die benötigten Dokumente etc. fallen überall Gebühren an,
die sich aufsummieren.


Ab wann man Geschäfte dokumentieren muss:
Ab Gewerbegründung.
Wann sonst?


Zum Eigeneinkauf:
Wenn die Kamera für Produktfotos in Ebay verwendet wird,
also für das Gewerbe, sparst du dir die Umsatzsteuer.
Wenn die Kamera für den Privatgebrauch ist, müsste man das
ca. so machen, als würde die eigene Firma
der Privatperson etwas verkaufen. Als wärst du ein Kunde deiner Firma.
Also Umsatzsteuer verrechnen und dann auch ans Finanzamt zahlen.
Mit billigen Privateinkäufen wird das so also nichts.

"Problem": Die Behörden können schwer kontrollieren, ob die Kamera
in deiner Wohnung dir als Privatperson oder als Ebayverkäufer gehört...
Nein, ist keine Aufforderung zu illegalen Dingen.

Die Dinge, die die Firma kauft, sollten zur Firma passen.
Ein Tischler braucht keine Computerspiele. oder so...
Das kann man kontrollieren.
Für weitere Infos wäre, wie gesagt, das Land wichtig.

Alle Angaben sind natürlich keine verbindliche Rechtsberatung,
das dürfen nur Anwälte/Steuerberater etc.

Gruß
 

idgamer

Grünschnabel
Vielen Dank für die Antwort.

Ich komme aus Deutschland.

Das heißt, ich würde 10 Kameras bei einem Distributor kaufen und müsste dies dann dokumentieren. Muss dies richtig nach den Prinzipien des Rechnungswesens geschehen? Ich kenne viele, die ein Gewerbe haben und vom Dokumentieren habe ich wenig gehört.+

Ich fasse nochmal zusammen:

Ich gehe zum Amt, melde ein Einzelgewerbe an, fülle ein Formular aus und lasse mir erklären, welche Steuern ich zu zahlen habe. Jetzt habe ich bspw. die nötigen Daten, um mich bei Distributoren nach Ware umzusehen und sie zu einem "Wiederverkaufspreis" (so nenne ich es mal) zu verkaufen. Dies läuft über Ebay und einem PayPal Konto ganz normal ab. Aufforderungen zur Bezahlung von Steuern werden mir dann vom Finanzamt zum Ende eines jeden Monats zugeschickt.

Richtig?
 

sheel

I love Asm
Für D kenn ich mich wenig aus, aber:


Dokumentieren: Unter einer bestimmten Gewinn/Umsatzgrenze braucht man
keine komplette Buchhaltung, sondern nur ein Einnahmen-Ausgaben-Rechnung.

Also praktisch eine Liste von allen Ein/Verkäufen und sonstigen Geldbewegungen
Kunde/Verkäufer etc., Ware (oder eben Grund der Geldbewegung), Preis und Datum
sollten natürlich dabeistehen, aber viel mehr ist nicht nötig.

Eine derartige Liste als Exceltabelle reicht schon.


Wiederverkäuferpreis: Genauer: Preis ohne Umsatzsteuer.
Und je nach Verkäufer kann es für Wiederverkäufer auch noch billiger gemacht werden,
aber das hängt vom Verkäufer ab.

Du musst beim Kauf zwar Umsatzsteuer zahlen (die vom Verkäufer
dann ans Finanzamt weitergeleitet wird),
bekommst den Betrag später aber vom F.Amt wieder zurück.

Beim eigenen Verkaufen Umsatzsteuer verrechnen (und die dann abgeben).
Wenn der Kunde auch ein Gewerbe hat, kann er sich das Geld dann wiederholen.
Wenns eine Privatperson ist, zahlt die eben ohne Wiederholmöglichkeit.

Im Endeffekt zahlt ein Gewerbe praktisch keine Umsatzsteuer,
wenn eine Ware zwischen verschiedenen Händlern weiterverkauft wird.
Nur einmal, vom privaten Endkäufer, bleibt die Steuer beim F.Amt.

Zum "Abgeben" der Umsatzsteuer: Soweit ich weiß, musst du
einmal im Monat (für den jeweils vorhergehenden Monat)
selbst eine Erklärung abgeben, wieviel du beim Einkaufen Ust. gezahlt
und beim Verkaufen eingenommen hast.
Eingenommen - Ausgegeben = Ans Finanzamz zu bezahlen.
Wenn du mehr ausgegeben als Eingenommen hast bekommst du eine Gutschrift.


Auch mal überlegen, ob sich ein Kleingewerbe ausgeht / Sinn macht.
(Wenn du eine bestimmte Gewinn-/Umsatzgrenze nicht übersteigst,
hast du steuerliche Vorteile. Dann musst du aber auch wirklich unter der Grenze bleiben).

Alle Angaben sind natürlich keine verbindliche Rechtsberatung,

Gruß
 

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