Fragen im Vorstellungsgespräch

Slizzzer

Erfahrenes Mitglied
Hallo Forum!
Ich war letztlich mal bei einem Vorstellungsgespräch. Ich habe damit überhaupt keine Erfahrung, da ich die letzten Jobs immer "so" bekommen habe. Naja, man kennt sich und weiß, was man von einander zu halten hat. Da wird man schon mal abgeworben.
Ja nu saß ich da. Vollkommen unvorbereitet. Stellt der eine Fuzi (Geschäftsführer glaub ich) eine Frage, mit der ich nicht gerechnet hatte: Was sind ihre Schwächen?:confused:
Äh ... ja, da saß ich nun! Mit Fragen nach meiner Ausbildung und bisherigen beruflichen Erfahrungen hatte ich gerechnet, aber damit?
Was sagt man da nun, ohne sich komplett rauszuhauen? Ist man ehrlich und gibt Schwächen zu? Ist das von Vorteil, oder wars das denn gleich? Jeder Mensch hat Schwächen. Anwortet man mit "Ich habe keine" klingt das nicht nur unglaubwürdig, es ist schlicht gelogen.
Ich habe übrigends abgelehnt darauf zu antworten. War sicher auch wieder falsch, aber in der Situation habe ich das bevorzugt, bevor ich mich um Kopf- und Kragen rede.:D

Was hättet ihr geantwortet? Habt ihr ähnlich "fiese" Fragen gestellt bekommen?
 

Markus Kolletzky

Come here the voices
Moderator
Ich glaub, es hat schon an deiner Grundeinstellung gehapert. Jedenfalls würde ich es vermeiden,
den Geschäftsführer – auch im Nachhinein – als „Fuzi“ zu titulieren. Und ja, solche Fragen sind
durchaus legitim und sagen viel mehr über den Bewerber aus, als Stino-Antworten, die man sich
auch aus den Bewerbungsunterlagen herauslesen kann.

Ich jedenfalls wäre souverän mit meinen Schwächen umgegangen und hätte sie auch kommuniziert.

Schöne Grüße,
Markus
 

smileyml

Tankwart
Premium-User
Ich persölich frage mich immer ob die Antworten auf solche Fragen dem Fragenden wirklich helfen, da man sicher versuchen wird die Schwäche so zu beschreiben, das sie sich sofort relativiert bzw. unterschiedlich ausgelegt werden kann.
Die Frage ist aber durchaus sehr üblich und wird daher oft gleich beantwortet, was sie mitunter oboslet macht. Siehe dazu auch:
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/778/338625/text/
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/283/446019/text/
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/708/338555/text/
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/687/494028/bilder/
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/532/311454/text/
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/998/338845/text/
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/998/338845/text/
...ja ja, die gute Sueddeutsche ;)

Das niemand danach fragt, was man lesen kann, ist, wie Markus schon sagt, eher unüblich.

Ich z.B. wurde nichtmal fachspezifisch befragt sondern es ging letztlich mehr darum, warum man da jetzt sitzt, ob man weiß was einen erwartet etc. ohne dabei über den potentiellen Arbeitgeber gefragt zu werden.

Grüße Marco
 

FrankBooth

Erfahrenes Mitglied
Hallo,

ich bin der Meinung, dass das eine ganz normale Frage im Vorstellungsgespräch ist. Zu sagen, es mangelt an der Grundeinstellung find ich ein wenig schnell. Die Aussage ist doch eher menschlich, wenn es nicht so gut geklappt hat.
Ich denke hier geht es auch nur darum abzuchecken, ob man auf den Job passt und wie die eigene Selbsteinschätzung ist. Ganz wichtig ist, dass man immer bei der Wahrheit bleibt. Keiner, weder du noch dein Arbeitgeben, haben etwas davon, wenn du das Blaue vom Himmel erzählst und eigentlich nicht auf die Stelle passt. Jeder hat Schwächen, aber an denen kann man arbeiten. Evtl wollen sie nur wissen, wo sich dich unterstützen oder schulen müssen.

Grüße
 

Slizzzer

Erfahrenes Mitglied
Hallo!
Danke für die Antworten!

Jedenfalls würde ich es vermeiden,
den Geschäftsführer – auch im Nachhinein – als „Fuzi“ zu titulieren.

Das hat schon seinen Grund und seine Richtigkeit. Mehr sag ich dazu jetzt mal nicht.

@smileyml: Danke für die Links! Werd es heute abend mal genauer studieren.

Mangelnde Grundeinstellung eher weniger. Eher mangelnde Vorbereitung. Wenn mir der Job wirklich wichtig gewesen wäre, dann hätte ich mich da auch anders vorbereitet. Ich betrachte das mehr als Test.
Wie ich feststellen mußte hat sich einiges geändert seit meinem letzten Vorstellungsgespräch. Dieser ganze Psychokram war da weniger gefragt. Da hat man sich mehr für das Fachwissen interessiert.
Aus Antworten auf solche Fragen kann man doch nur herauslesen, wie geschickt jemand "Geschichten" erzählen kann. Im Grunde sagt man doch nur, was gerne gehört wird, bzw. was förderlich ist.
 

Leola13

Erfahrenes Mitglied
Hai,

Wie ich feststellen mußte hat sich einiges geändert seit meinem letzten Vorstellungsgespräch. Dieser ganze Psychokram war da weniger gefragt. Da hat man sich mehr für das Fachwissen interessiert.
Aus Antworten auf solche Fragen kann man doch nur herauslesen, wie geschickt jemand "Geschichten" erzählen kann. Im Grunde sagt man doch nur, was gerne gehört wird, bzw. was förderlich ist.

darauf ein ganz klares Jein !

Das Fachwissen hast du ja sicherlich durch Zeugnisse und sonstige Unterlagen dokumentiert und es wird sicherlich zur ausgeschriebenen Stelle passen, sonst hätte man dich nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Im Gespräch gibt es da nur noch einige Rückfragen bei Unklarheiten oder in die Tiefe gehende Fragen bei speziellen Punkten.

Was du nicht tun solltest (habe mir die Links von smileyml nicht angeschaut) diese Antworten auswendig zu lernen. Das fällt nämlich auf und wenn die Frage etwas anders formuliert ist, stehst du wieder da und kannst nicht antworten. Geschichtenerzähler werden schnell entlarvt und Bewerber die einem erzählen was man (vermutlich) gerne hören würde, haben nicht unbedingt die besten Karten.

Wichtig ist einfach ehrlich zu sein und authentisch, alles andere wirkt unecht.

Zur Frage nach den Schwächen solltest du nicht antworten, daß du regelmässig verschläfst, weil du zu lange auf Tour warst, sondern sagen, daß du deine Schwächen kennst und diese bewusst in Stärken umwandelst.
z.B. bist du sehr penibel, was dir bewusst ist und du bei deiner Arbeit gezielt einsetzt und ggf. aber auch einmal "abschalten" kannst.

Wenn dies ein Vorstellungsgesprächstest war ist der Fuzzi i.O., ansonsten merkt der Fuzzi deine Einstellung/Abneigung und das ist nicht gut. Ausserdem ist er ja evtl. dein neuer Chef.

Ciao Stefan


Hier noch mal ein Link : FOCUS
 

Slizzzer

Erfahrenes Mitglied
Danke für den Link!
Hat was von Topfschlagen im Minenfeld:)
Aber ganz ehrlich: Wer im Vorstellungsgespräch nicht maßlos übertreibt und die ein oder andere Lüge anbringt, der hat doch schon verloren. Wenn ich so sehe, was gut ankommt und mit welchen Antworten man mit Sicherheit verloren hat ... Naja Ehrlichkeit zahlt sich eben nicht immer aus.