Fachinformatiker nach abgeschlossenem Medien-Design-Studium sinnvoll?

On_The_Rise

Grünschnabel
Hallo zusammen,

ich habe gerade meinen Bachelor in Medien-Design abgeschlossen. Der ist auch ziemlich gut geworden (1,4), das Problem ist allerdings, dass mich das Studium extrem breit aufgestellt hat. Da war einfach alles drin, besonders 3D-Visualisierung und -Animation, 2D-Illustration und -Design, Fotografie und Flash- sowie Unity-Programmierung. Ich war immer ein ziemlich fleißiger Student, und denke doch jetzt gute Kompetenzen in allen Bereichen zu haben. Am intensivsten beschäftigt und am meisten Freude empfunden habe ich allerdings in Bezug auf Flash-Actionscript3-Programmierung, also da denke ich ziemlich tief drin zu sein. Würde mich jetzt von hier aus gerne weiterentwickeln in Richtung all der zukunftsträchtigen, multimedialen, interaktiven Webtechnologien (HTML5, Javascript, Web-GL und was da alles ist..), stehe darin allerdings erstmal ganz am Anfang. Nun, da die Finanzen langsam knapp werden, und es sich unter wirtschaftlichem Druck schlecht lernt, gedachte ich mit meinen Actionscript-Kenntnissen erstmal beim lokalen Spiele-Entwickler anzuheuern, der tatsächlich auch nach Flash-Entwicklern sucht. Wenn ich allerdings die Stellenbeschreibung lese, schlagen mir unter anderem auch Wörter wie "Netzwerk", "Physik", "technische Planung" und "Softwarearchitektur" entgegen. Bei anderen ist es ähnlich. Das macht mich etwas mulmig, denn von IT und Softwareentwicklung selbst habe ich wenig Ahnung, alles was ich kann habe ich mir selbst beigebracht. Nun bildet dieser Betrieb aber auch Fachinformatiker aus..

meine Fragen an euch:

1. Macht es Sinn nach abgeschlossenem Studium und mit bereits einigem an Programmierkenntnissen jetzt nochmal eine Fachinformatiker-Ausbildung anzuhängen, oder geht das garnicht ("Rückschritt" im Lebenslauf) und ich sollte lieber steil den Karriereweg weitergehen und lieber Praktika machen bzw Kellnern gehen und mich selbst rasch in Richtung Webentwicklung weiterbilden?

2. Wären die Fachinformatiker-Kenntnisse praktisch tatsächlich nützlich für meinen Weg in die Webentwicklung und um tiefgreifenderes Verständnis über Softwareentwicklung zu erlangen?
 
Zuletzt bearbeitet:

Improof

Erfahrenes Mitglied
Hallo On_The_Rise,

erst einmal: Willkommen hier auf tutorials.de :)
Zu deinen Fragen:

1. Ob man es als "Rückschritt" ansehen kann lasse ich mal dahin gestellt, natürlich kann es sein, dass das einige Leute so sehen. Ich persönlich kann dazu nur sagen, dass ich momentan eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung mache (3.LJ) und danach möchte ich gerne Medieninformatik studieren.

2. Wie gesagt, ich mache ja momentan eine Ausbildung zum FI in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung, also kann ich dir da einiges sagen:

PRO:
Natürlich wirst du als Anwendungsentwickler sehr viele Inhalte, die für die Programmierung wichtig sind, erfahren, so z.B. Java, C/C++, C#, JavaScript, PHP, um nur ein paar zu nennen. Was es dann genau sein wird, kommt eigentlich auf den Betrieb an, in dem du deine Ausbildung absolvierst.

CONTRA:
Auch wenn du (natürlich) die Fachrichtung Anwendungsentwicklung wählst: Die "Spezialisierung" in diesem Fachgebiet kommt erst sehr spät, nämlich im 3. Lehrjahr. Das heißt, in den ersten beiden Jahren wirst du mit den Systemintegratoren und teilweise den IT-Systemelektronikern "gleichgestellt". Es kommen also Inhalte auf dich zu, wie z.B. Hardware, Elektrotechnik (im Rahmen von IT-Systemen), Netzwerke einrichten und verwalten, Subnetting,...

FAZIT:
Es hat seine positiven und negativen Seiten für dich, jetzt noch eine Ausbildung anzuhängen. Persönlich kann ich nur sagen, dass auch bei mir in der Berufsschule auch ältere sind, die schon ein Studium in einem ähnlichen Bereich haben.


Wie du es nun letztendlich angehst ist natürlich rein deine Entscheidung, aber ich hoffe ich konnte ein paar gedankliche Ansätze einbringen! ;)

Mit freundlichen Grüßen
Improof
 

ronaldh

Erfahrenes Mitglied
Ich würde davon abraten, jetzt eine Ausbildung nachzuschieben. Als Arbeitgeber würde ich dann eher vermuten, dass der Bewerber sich noch nicht in das raue Arbeitsleben getraut hat... Berufserfahrung zu sammeln ist da wesentlich wichtiger. Von daher ist auch die Sache mit dem kellnern nicht sinnvoll, da dies eine erklärungsbedürftige Lücke im Lebenslauf ist.

Ich empfehle, mich zu bewerben. Mit einem so guten Abschluss sollte es möglich sein, einen guten Job zu finden. Und während des Berufslebens kann man sich immer noch fortbilden, und seinen Schwerpunkt finden.