Existenzgründung per Buch...

mille

Erfahrenes Mitglied
... Ja genau das möchte ich!

Da ich Wirtschaftliches Interesse habe, Wirtschaft in der Schule lerne und meine Fähigkeiten bei der Erstellung von Webseiten durchaus in Ordnung sind habe ich mich mit einem Freund entschlossen eine GbR zu gründen!

Nun brauche ich aber noch Lektüre die ich mir reinziehn kann! Hat jemand in dieser Hinsicht schon einmal Erfahrungen gesammelt und kann mir sagen welches Buch gut ist und welches ich besser nicht kaufen soll.
Da es sich nur um eine 2 mann GbR handelt und wir nicht mit Aufträgen überhäuft werden (wollen), reicht es sich mit den Grundlagen zu Beschäftligen... Wäre dankbar wenn jemand einen Tipp für mich hinterlässt!

~MfG millZ
 

Arne Buchwald

Erfahrenes Mitglied
Eine Gbr ( "Gesellschaft bürgerlichen Rechts") besteht grundsätzlich aus mind. 2 Gesellschaftern.

habe ich mich mit einem Freund entschlossen eine GbR zu gründen!
Überleg' dir den Schritt ganz genau. Du haftest mit deinem kompletten Besitz (und wenn du noch nicht 18 Jahre sein solltest, ebenfalls deine Eltern) für alles, was scheif geht. Das heißt, macht dein Freund Mist und wird in Regress genommen, haftest du genauso als ob du es selbst gewesen wärest.

Von daher kann ich dir nur den Gang zum Anwalt nahelegen, der das ganze mit dir gründlich durchgehen kann.
 

mille

Erfahrenes Mitglied
Sagen wirs mal so!

Wir wissen was wir tun :)

Er hat in seinem studium wirtschafts elemente und ich lerne dies zwar noch im abitur, aber gehe danach auch in diesen Bereich.
Wir setzen ein Gesellschaftsvertrag auf, der wird vom Anwalt geprüft. Das ist zwar kein Garant für Sicherheit, aber da wir uns nun auch beide schon eine Ewigkeit kennen und beide keine Unüberlegten Handlungen ausführen wollen, nehmen wir die GbR - erstma

Aber trotzdem Danke für die Sorge ;)

.... Aber ein Buch zur Führung einer Unternehmung bräucht ich noch!

~millZ
 

danube

Erfahrenes Mitglied
Arne hat recht! Bei Geld hört die Freundschaft auf, das ist kein Witz!

Die Mutter von meinem Kumpel hat seit 2 Jahren ne Klage deswegen am Hals. Sie hat auch mit einem guten Bekannten eine GbR gegründet....
 

Arne Buchwald

Erfahrenes Mitglied
Original geschrieben von danube
Arne hat recht! Bei Geld hört die Freundschaft auf, das ist kein Witz!
Genau das wollte ich sagen - solange alles gut geht, wunderbar. Gibts jedoch Haftungs- und/oder Regressansprüche, will jeder nur noch seine persönliche Haut retten.

Gutgemeinter Tipp: Mach' eine Einzelfirma auf und stelle deinen Freund ggf. ein und bezahl' ihn auf Provisionsbasis. Dann trägst zwar du auch das Risiko, jedoch bist auch nur du dafür verantwortlich, was _du_ machst.
 

mille

Erfahrenes Mitglied
Wenn wir doch aber ein Gesellschaftsvertrag haben (der sogar von einem Anwalt geprüft wird?)

Dann darf er doch ohne mein Einverständnis (und ich nicht ohne seins) mist baun?
Bzw wenn die Kunden verträge unterschreiben, dann können die doch nur das, was wir denen im Vertrag auch zugestehen einfordern....?

Oder versteh ich jetzt etwas falsch?

millZ
 

Arne Buchwald

Erfahrenes Mitglied
Neeeee, so einfach ist Vertragsrecht weiß Gott nicht. Natürlich kannst du allemögliche Haftung in Verträgen ausschließen - jedoch gibt es genug vertragsrechtliche Dinge, die im BGB geregelt sind, und die von einem Vertrag nicht ausgeschlossen werden können. (-> Haftungs- und Vertragsrecht).

Gesellschaftsvertrag
Wenn's irgendwann mal hart auf hart kommen sollte, wird jede Formulierung auseinandergenommen und es kann übelst ausgehen. Anwälte kannst du meines Wissens i.d.R. dafür jedoch nicht in Regress nehmen.

ohne mein Einverständnis (und ich nicht ohne seins) mist baun?
Kollege X "baut Mist". Firma Y verklagt euch auf Schadensersatz - dann ist Firma Y erstmal ziemlich egal, von wem sie das Geld bekommt, sondern dass sie es bekommt und zwar von euch beiden. Wir ihr es nachher auseinander dividiert, ist nicht mehr Sache der Firma (hauptsache sie hat das Geld). Und genau dann hast du das Problem, dass du in Jahrzehnten das Geld von deinem Kollegen einfordern musst. Im Extrem kann das Leute aufs unterst mögliche, soziale Niveau bringen, da jeder Pfenning erstmal von der Bank (Schulden / Kredite) eingezogen wird.
 

mille

Erfahrenes Mitglied
reudig....

Worauf kann ich denn so verklagt werden bei einer Webagentur?
Das wäre interessant zu wissen! :)

millZ

PS: danke schonmal für die Ratschläge - das gleiche gilt doch dann aber auch für eine Einzelunternehmung.... odeR?
 

Arne Buchwald

Erfahrenes Mitglied
Jap, für eine Einzelfirma gilt das natürlich auch, jedoch hast du da die Gewissheit, dass zumindestens du es verschuldet haben musst. Nicht ohne Grund steht bei größeren Firmen bei, wer vertretungs-/zeichnungsberechtigt ist.
 

Basileus

Erfahrenes Mitglied
Ja, ja wofür kann mann alles verklagt werden - das ist eine interessante Frage, und sollte auch in diesem Startup - Forum nicht verheimlicht werden :

WebDesign Firma (eigentlich kein Begriff, sondern ein weites Feld):

1.) Vom Kunden für:
a.) verspätete Abgabe gegen die (hoffentlich) vorhandenen Abnahmevereinbarungen.
b.) nicht sachgerechte, fehlerhafte, schädigende aber auch nur nicht dem Stand der Technik entsprechende Fertigung des beauftragten Produktes - insofern der Kunde nachweisen kann, das deine Aussagen bezüglich der Leistungsfähigkeit des von dir zu erstellenden Produktes zum Zeitpunkt der Auftragserteilung wissentlich (nach dem Grundsatz: was ein Anbieter zu wissen haben muss) falsch waren.
c.) für Imageschäden - wenn die website nur murks zeigt, und der Fehler nicht innerhalb kürzester Zeit behoben ist, kann die Firma dich wegen der Beschädigung Ihres Rufes anklagen - Streitwert ist in diesem Falle das Aktiva der klagenden FIrma (!).
d.)eigentlich kann dein Kunde dich wegen allem und für alles und auch noch auf nahezu jeden Betrag verklagen - solange du dein Geld lieber einem 'eigenem' guten Anwalt als der Gegenpartei in den Rachen wirfst, kannst du auch gewinnen - am besten ist immer noch ein 'Rechtsgelehrter' im Agentur Team, in der Verwandschaft oder als Affiliate und somit als ein den normalen Geschäftsablauf begleitender, nicht im Notfall gerufener Schutz.
Das kostet Geld, aber frage dich, warum gute und langlebige Agenturen teuer sind ! Dazu ist auch zu sagen, das es auch Firmen gibt, die einen grossen Teil Ihrer Gewinne aus gewonnenen Rechtsstreiten bestreiten - es soll da so gewisse Unternehmensberatungskreise geben...na ja, will sagen trau schau wem - das BGB leitet sich ja schliesslich von einem Menschenbilde ab, in dem nach Hobbes 'der Mensch des Menschen Wolf' ist.

Von Anwälten: (Abmahnwelle):

Es sass ein kleiner, armer fast verhungerter Rechtsgelehrter auf seinem abgewetzten und bei Bewegungen seines voluminösen Körpers knarzenden Bürodrehstuhl, las den Fokus und langweilte sich.
Ja die Sache mit dem Mitgliedsbeitrag für den neuen Golf Club lag im schwer im Magen - woher mal eben die 1000€ nehmen - 'aber die Bekanntschaft all der wichtigen Leute in diesem Club ist es nun einmal wert' sagte er sich, und begab sich auf die Jagd:
Einmal kurz ins Internet und gestöbert : bei den kleinen und mittleren Unternehmensseiten - ah gefunden der Metzger Meier ohne Impressum, ebenso die Autowerkstatt Kranich - und hier ein dicker Fisch: die Internetseite eines kaum der Jugendlichkeit entsprossenen Webdesigners - mit geschäftlichen Avancen, aber ohne verbindliche Preisliste und nur mit einer E-Mail Adresse, aber keiner Anschrift, na na ......

Ja Anwalt sein ist schön: Unser Freund hier schreibt jetzt 3 Briefe (mit ein bisschen Recherche bei der Denic) , und ist in 3-4 MOnaten dem Golf Klub ein gutes Stück näher - und der dumme bist du, wenn du nicht aufpasst:

- IMPRESSUM (!)
- HAFTUNGSAUSSCHLUSS
- Verantwortung für externe Links ausschliessen !
- Vor dem Setzen von Links immer Erlaubnis einholen (s.u.)
- bei 'verkaufenden' Seiten entweder Preise ohne Gewähr auszeichnen oder aber in den Disclaimer aufnehmen.
- Deine Adresse in der Denic Datenbank muss mit deiner realen übereinstimmen, ist dem nicht so kann das bis zu 1000€ kosten.
- Sichere dich mit exakten Haftungsausschlussklauseln im Vertrag mit deinem Auftraggeber davor ab, von dritten wegen der Inhalte der Seite verklagt werden zu können.

Ein persönliches Beispiel:

Ich fand eine Seite schön, ich verlinkte sie von meiner Seite aus - nach ein paar Monaten konnte man bei Google unter ":link fragliche Seite" sehen, das meine auf diese verwies - angenommener Imageschaden: 50.000€ KOsten für mich nach Verhandlungen: 400€ auf die Kralle und Unterlassungsvereinbarung.
Dazu ist zu sagen, das die verlinkende Seite eine Kultur Seite war die dem freien Theater gewidmet war, und nicht im mindesten dazu geeignet war, irgendein negatives Wölkchen über die fragliche Seite ziehen zu lassen.........wer sagt da noch etwas vom freien Internet.......

Das waren nur ein paar Aspekte - man kann mehrere Bücher vollschreiben und hat noch nicht alles gesagt - aber ich habe mir die Mühe mal gemacht, weil es sehr wichtig ist vorher nachzudenken................

- Print (.....da fangen wir erst gar nicht an, aber jede mir bekannte Agentur hat mindestens einmal jährlich einen Prozess mit Streitwert über 5000€)

jeder klagt gegen jeden und geht danach ein Bier trinken ( nicht immer aber immer öfter).


Grüsse

B