Diplomarbeit Bewertung ungerecht?!

ikosaeder

Teekannen-Agnostiker
Noch mal zur DPO: es steht ausdrücklich drin, eine Aufgabe wissenschaftlich zu bearbeiten, nicht zu lösen. Der Weg ist hier das Ziel nicht das Ergebnis.
 

socke77

Mitglied
Es geht bei Abschlußarbeiten, wie schon mehrfach erwähnt, um das wissenschaftliche Bearbeiten des Themas. Das ist immer wieder zu sehen, dass die Programmieraufgabe zwar möglicherweise perfekt gelöst wurde, es allerdings zu meist bei der >schriftlichen< Ausarbeitung hapert. Sprich: Was ist das konkrete Problem? Wie wurde es gelöst? Welche vorhandene mögliche Lösungen gibt es bereits? Welche Literatur gibt es zu dem Thema, was sagt die? Was wurde erarbeitet? Welche Probleme traten dabei auf? Wie wurden die gelöst und weshalb auf diese Weise? Ist die Arbeit fertiggeworden, wenn nein warum? Hat die Zeitplanung funktioniert? War es nur ein Prototyp? Können Folgearbeiten evtl. darauf aufbauen und in welcher Weise? ...

Fazit: Es soll gezeigt werden, dass man selbständig ein wissenschaftliches Thema erarbeiten, ausarbeiten und ggf. lösen und wissenschaftlich schriftlich fixieren kann. Ansonsten hat kein Professor davon keinen Mehrwert.

Wir auch meine Vorredner sagen: es ist schwer zu beurteilen ohne die Aufgabenstellung und die Arbeit gelesen zu haben.
 

Spaceman85

Mitglied
Hallo socke77,

danke für deine ausführliche Antwort.
Die Sache ist folgende. Nach erneuert Nachfrage ist man wohl mit meiner Ausarbeitung soweit zufrieden. Es hapert letztendlich an der Programmieraufgabe. Ich hätte mehr implementieren sollen als gefordert war. Ich sehe es aber genau so wie du. Es komt nicht auf das Ergebnis an, sondern viel mehr darauf, das man es im schriftlichen Teil begründen kann wieso man "nur" soviel geschaft hat, welche Ideen man hatte und diese gegenüberstellt und vergleichst etc... Außerdem kan man für noch "offene" Aufgaben in der Programmierarbeit gut das Ausblick/Fazit Kapitel der ausarbeitung nutzen. Aber hier zählt wohl echt mehr die Implementierung und das verstehe ich irgendwie nicht!
Ich kenne Absolventen die Ihre Aufgaben nicht gelöst haben und dennoch mit 1,... bestanden haben. Im grunde genommen ist es doch auf gut deutsch gesagt schachsinn zu behaupten du hast zu wenig implementiert, den genau das ist doch das eigtl. problem an der Sache, nämlichzu sehen was ist zu einer gegebenen Frist zu schaffen und was nicht und dies zu Begründen. Gerade in der Softwareentwicklung werden aus Gründen zeitmangels Projektangaben ständig nach hinten verschoben und das hat doch noch lange nichts mit der Qualität der Arbeit zu tun, sondern ganz im Gegenteil spricht es doch eher dafür...


Du hast auch recht wen du sagst, dass es schwierig ist, mein Anliegen nachzuvollziehen und beuurteilen zu können ohne die Aufgabenstellung bzw. Ausarbeitung gelesen zu haben.

Weiter war zu beobsachten, das mir während der gesamtem Bearbeitungszeit nicht einmal signalisiert wurde, dass ich mehr Leistung erbringen muss oder ähnlich, um eine besseres Ergebnis zu erzielen. Ich finde das genau ist unter anderem auch die Aufgabe des Betreuers, schließlich ist es doch auch im Sinne des Lehrstuhls, dass ich eine gute Abschlussarbeit abgebe. Oder sehe ich das falsch?
 
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takidoso

Erfahrenes Mitglied
Hi socke77
jo ich kan Deine Gefühle gut nachvollziehen. Ich selbst habe zwar nur ein Schmalspurstudium gemacht (Es wa so etwas ähnliches wie eine Berufsakademie, mit einem sehr langen Praktikum innerhalb einer Firma.
Als ich einem Komillitonen die sogenannte Praktikumsarbeit zu lesen gab, meint der, das wird vielleicht so was wie ein Dreier.
Der Abteilungsleiter meinte ich wäre für Inhalte selbst verantwortlich und sollte meine Kolegen nicht um Tips oder gar Korrekturlesen bitten. Ein angehender Liienvorgesetzter, mit dem ich eigentlich nichts sonst was z tun hatte, sprach dann mit mir über die Arbeit und verriss sie quasi.
In der Akademie wurde sie dann oh Wunder mit gut bis sehr gut bewertet.

In anderen Worten vieles bezogen auf Bewertung von Abschlussarbeiten ist herzlich subjektiv.
Und wen man mal prominente Dr. Arbeiten aus jüngster Zeit wahrnimmt, ist ja so mancher mit summa cum laude abgegangen und wurde erst Jahre / jahrzehnte später entlarvt.

Ich persönlich finde, aus jeder selbstständigen Arbeit eine Wissenschaft machen zu sollen,wie es halt in Unis wohl verlangt wird, herzlich albern. Zeigt es später nämlich nicht unbedingt, ob man wirklich gut ist etwas auf die Beine zu stellen, nur weil man mit Worten schriftlich und vielleicht auch mündlich prima um sich hauen konnte.

Also Kopf hoch und halt die Ohren steif.

Wenn Du erstmal erfolgreich im Beruf stehst für einige Jahre, lachst Du darüber, glaub mir.
Heufig wirst Du dann weniger "natur-wissenschaftliche"- als vielehr Arbeitspsychologischen Hindernisse aus de Weg räumen müssen.

Takidoso
 
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