Aufrag bekommen! Wieviel soll/darf ich verlangen?

Flex

(aka Felix Jacobi)
Ohne Vertrag würde ich nicht einen Finger krumm machen.
Du hast keinen Vertrag, arbeitest nach einer losen Liste ohne wirkliches Lasten/Pflichtenheft und dann noch zu einem Pauschalpreis, eine Firma die in GB sitzt.

Merkst du was? ;)

Ich wünsche dir Glück, dass es gut geht.
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Ach ja :

Schau, mit Hartz IV bekommt man 359 EUR für's Nichtstun und hier hat man eine Menge Arbeit und bekommt gerade mal 300 EUR. Das ist ja mal gar nichts!
Der Vergleich mag irgendwie stimmen, hat aber einen Haken, der Eine tut was für sein Geld, der andere nicht. Und ich möcht nicht unbedingt zu Denen gehören, die das Geld in Po gesteckt kriegen. Es gibt andere Berufszweige, die habens schlechter, zB weiss ich vom Friseurbereich, dass die NUR überleben können, weil es Trinkgeld gibt - ohne Trinkgeld gibt es vielleicht Löhne von 600-700Eur - und das bei 5 Tagen die Woche zu je 6-8 Stunden.

Also : Egal, was nun passiert und wie es endet. Geld verdienen heisst -> sich das Geld verdienen!

mfg chmee
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Hallo!

Schau, mit Hartz IV bekommt man 359 EUR für's Nichtstun.....
Ein selbständiger Arzt, der zuhause beim Fenster putzen von der Leiter fällt und sich beide Arme bricht (und sich dummerweise nicht gegen solch einen Fall abgesichert hat) hat u.U. einen Anspruch auf Hartz4.
Ein Familienvater, der für 1.000 Netto im Monat 40/Woche arbeiten geht, hat u.U. einen Anspruch auf Hartz4.
Ein Rentner, der bloss 500 EUR Rente/Monat bekommt, hat u.U. einen Anspruch auf Hartz4.
Ein Behindeter, dessen Rente vorne und hinten nicht reicht, hat u.U. einen Anspruch auf Hartz4.
Ein Langzeitarbeitsloser, der nach Jahren Hartz4 endlich wieder eine Anstellung gefunden hat und dann doch wieder Arbeitslos wird und die Anwartschaftzeit für das ALG leider noch nicht erreicht hat (z.B. weil es nur ein befristeter Vertrag war), hat u.U. Anspruch auf Hartz4.

Abgesehen davon, muss man auch etwas tun um Hartz4 zu bekommen..... wer da nicht mitspielt, bekommt auch kein Geld.
Du wirst staunen was in so einigen Eingliederungsvereinbarungen (welche spätestens alle 6 Monate erneuert werden) für Klauseln enthalten sind.
Z.B. dass man sich verpflichtet seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten (ja nee, ist klar, man stellt den Hartz4 Antrag ja auch nur weil es "in" ist).
Unterschreibt man diese Vereinbarung nicht, dann wird sie per Verwaltungsakt durchgesetzt.
Zudem ist die Verweigerung der Unterschrift auch eine Verweigerung der Mitwirkungspflicht --> das Geld wird mindestens gekürzt, schlimmstenfalls aber sogar komplett gestrichen (inkl. der Mietkosten).
Du kannst ja mal raten wer den längeren Arm hat..... der, der das Geld gibt..... oder der, dessen Existens von dem Geld abhängt? ;)

Natürlich gibt es auch Schmarotzer, dass will ich garnicht bestreiten.
Aber die jenigen, die sagen dass sie lieber 100 EUR/Monat weniger haben und dafür den ganzen Tag vor der Glotze hängen können, die kann ich nicht verstehen.
Die wissen garnicht was Hartz4 überhaupt bedeutet.
Wenn die Waschmaschine/der Kühlschrank/der Fernseher kaputt geht, dann müssen sie ggf. monatelang ohne auskommen.
Das Dahrlen von der Arge ist lediglich eine "kann Leistung", es besteht also kein Rechtsanspruch.
Ein fest Angestellter sollte i.d.R einen Dispo (z.B. 500 EUR) von seiner Bank bekommen können..... und kann sofort zum "Blödmarkt" rennen um sich einen (richtig schicken) neuen Kühlschrank zu kaufen. ;)
Ein Hartz4 Empfänger hingegen bekommt von keiner (seriösen) Bank einen Dispo.

Zu Deinem Auftrag:
Ist eine heikle Sache.
Wie willst Du Deine Forderungen ggf. durchsetzen wenn Du keinen schriftlichen Auftrag hast?
Und wie willst Du im Zweifel nachweisen dass Du die Leistung erbracht hast, die von Dir gefordert wurde, wenn Du nichtmal ein Lasten-/Pflichtenheft hast?

Und nicht zu vergessen dass der Auftraggeber im Ausland sitzt.
Kennst Du die dortigen gesetzlichen Regelungen?
Was ist wenn er einfach nicht bezahlt?

Und wie soll der "Tauschhandel" (Ware gegen Geld) stattfinden?
Der Kunde sagt: keine Ware, kein Geld. (Was hat er denn zu verlieren? Es besteht ja kein schriftlicher Auftrag. ;))
Du sagt: kein Geld, keine Ware.
Oder Du vertraust dem Dir vollkommen unbekannten Menschen und rückst die Ware raus mit der Hoffnung dass er dann auch bezahlt.
Wenn er nicht bezahlt, hast Du ggf. viel Zeit für nichts "verplämmpert".

Du musst Dich möglicherweise erst in Drupal einarbeiten?
Du nimmst also einen Auftrag an, von dem Du garnicht sagen kannst ob Du ihn überhaupt zuende bringen kannst?
Du musst ja eine Menge Selbstbewusstsein haben. ;)
Ich hätte mir Drupal doch zumindest vorher mal gründlich angesehen..... Mensch, Drupal kostet doch nichts. ;)
Dann kann man schon eher einschätzen ob man die notwendigen Kenntnisse besitzt um nicht auf den Ar*** zu fallen. ;)

Na, da wollen wir mal hoffen dass alles zum guten ausgeht.
Beim nächsten Auftrag solltest Du Dir aber lieber mehr gedanken machen.

Gruss Dr Dau
 

splasch

Erfahrenes Mitglied
Ohne Lastenheft hast du Arbeit ohne ende die nicht bezahlt wird. Die Auftrageber wollen dann immer mehr. Während der Zeit fällt ihnen ein was alles noch gemacht werden müßte und auf einmal ist es der 10 Fache aufwand von dem ursprünglich veranlasten Auftrag.

Am Anfang war von 200 Seiten die Rede, dann sind es 255 bis zum 01. April 2010 gewesen und heute zählt das Suche-Script von Drupal schon 276 Seiten.

Fällt dir was auf der Aufand hat sich sich schon um ca 1/4 gesteigert und das ist meisten erst der Anfang. Normal berechnet man jede zusätzliche Arbeit die vom Lastenheft abweicht. Also den mehr Aufwand. Dann ist es oft die nicht mehr nötig den vielen mehr Aufwand zu erledigen. Der Auftraggeber nihmt immer alles was er gratis bekommen kann auch wenn er es garnicht momentan braucht.

Ich habe bis jetzt schon 35 Seiten nach seinen Wünschen angepasst, aber mach mir halt so meine Gedanken, ob ich hier nicht übers Ohr gehauen werden.

Nun spätersten jetzt solltes du schon wissen wie lange du für die 35 Seiten gebraucht hast. Diese Zeit kanste auf 1 Seite runterrechnen und dann mit den 255 Seiten mutiplizieren dann bekommst du den Zeitaufwand raus. Diesen kannst du dann mit deinen Stundensatz aufrechnen. Also wenn du den Zeitaufwand in Minuten hast durch 60 Dividieren und mal deinen Stunden satz. Dann solltes du eine angemessen Summe erhalten.
Diese Summe kannst du nun dann vergleichen mit dem was du bekommst. Dann weißte auch ob du übers ohr gehauen wurdest.


Beispiel:
Angenohmen du brauchst 10 Minunten pro Seite sind dann bei 255 Seiten 2550 Minuten (255 mal 10)
Diese Dividierst du durch die Stunden sind 42,5 Stunden (2550 / 60).
Bei einen sehr niedrigen Stundensatz von 15 Euro ergibt das eine Endsumme von 637.5 Euro (42,5 mal 15)

Beispiel2:
Selbige Rechnung mit 276 Seiten:
276*10/60*15= Endsumme 690 Euro

Beispiel 3
255 Seiten mit einen üblichen Stundensatz von ca 45 Euro
255*10/60*45= Endsumme 1912,5 Euro

Beispiel 4
276 Seiten mit einen üblichen Stundensatz von ca 45 Euro
276*10/60*45= Endsumme 2070 Euro

Beispiel 5
Um nun auf die Endsumme von 300 Euro zu kommen kanste dir nun deinen erhalten Stundensatz ausrechnen
Bei 255 Seiten:
Aufwand 42.5 Stunden mal 7.1 = Endsumme 301,75
Du Arbeitest also hier um einen Stundensatz von ca 7 Euro

Beispiel 6
Um nun auf die Endsumme von 300 Euro zu kommen kanste dir nun deinen erhalten Stundensatz ausrechnen
Bei 276 Seiten:
Aufwand 46 Stunden mal 6.5 = Endsumme 299 Euro
Du Arbeitest also hier um einen Stundensatz von ca 6.5 Euro

Mfg Splasch
 
Zuletzt bearbeitet:

Dr Dau

ich wisch hier durch
Du Arbeitest also hier um einen Stundensatz von ca 6.5 Euro
Womit wir bei ca. 1066 EUR/Monat brutto wären (6,5 * 8 Stunden täglich * 20,5 Tage im Monat).
Abzüglich Steuern und Versicherungen dürfte nicht mehr sooo viel übrig bleiben.
Und um nochmal Hartz4 anzusprechen: bei uns bekommt ein Hartz4 Empfänger (alleinstehend, nicht unterhaltspflichtig) inkl. Miete und Heizkosten so ca. 710 EUR/Monat (netto versteht sich, RV und KV werden ja schon bezahlt ;)).
Und das ist nur die unterste Grenze..... u.U. bekommt er noch mehr (z.B. wenn kein günstiger..... ähm, ich meinte billiger..... Wohnraum zur Verfügung steht).
Als Angestelter (unter den gleichen Umständen wie bei Hartz4 ca. 820 EUR/Monat netto plus Wohngeld) könnte man evtl. noch über so einen Dumpinglohn diskutieren, bedenkt man doch dass man sich als Angestellter nicht um das ganze "Drumherum" kümmern muss.
Aber als Selbständiger muss man genug verdienen (und zurücklegen ;)) um z.B. auch mal einen Auftragseinbruch abfangen zu können.
Hinzu kommt noch dass man sich auch das "Drumherum" (z.B. Kundenwerbung, und sei es nur wie jetzt bei Dir per Mail) bezahlen lassen muss (schliesslich investiert man ja Zeit).
Du verkaufst Dich also definitiv unter Wert.

Wenn Du Deinen Stundensatz also nicht ganz schnell überarbeitest, bist Du über kurz oder lang dazu gezwungen immer wieder für solche Dumpinglöhne zu arbeiten..... nur um nicht in die Insolvenz zu rutschen. ;)
Das Insolvenzverfahren kann auch schon bei drohender Zahlungsunfähigkeit beantragt werden..... und nicht nur durch Dich, sondern auch durch Deine Gläubiger.
Wenn also z.B. Deine Bank (die ja einen Überblick über Deine finanzielle Situation hat) zum Entschluss kommt dass Du Deinen Zahlungsverpflichtungen evtl. nicht mehr nachkommen kannst, könnte sie (und wird sie i.d.R. auch aus eigenem Interesse machen) das Insolvenzverfahren beantragen.
Kommt der Insolvenzverwalter zu dem Entschluss dass sich an der finanziellen Situation nichts mehr ändern lässt, wird die Firma evtl. sogar aufgelöst.
Aber auch Du selbst bist dazu verpflichtet das Insolvenzverfahren zu beantragen:
Antragsverpflichtet ist primär jeder Geschäftsführer einzeln. Verstöße gegen die Antragspflicht können zu Schadensersatzverpflichtungen führen und strafbar sein. Der Insolvenzantrag ist ohne schuldhaftes Zögern (unverzüglich), spätestens jedoch binnen 3 Wochen einzureichen, wenn die Gesellschaft zahlungsunfähig oder überschuldet ist.
Quelle: Wikipedia

Die ganze Geschichte ist also nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Was die Vergangenheit Deines Auftraggebers angeht:
Man weiss nicht wo/wie er bisher "produzieren" lassen hat.
Vielleicht haben es ja bisher die Chinesen für einen Dumpinglohn gemacht?! ;)
Und Vielleicht hat es dort immer wieder Probleme gegeben..... und nun will er "Made in Germany" zu Preisen wie "Made in China"?! ;)