Aufrag bekommen! Wieviel soll/darf ich verlangen?

Johnnii360

Brony & Technik-Geek
Servus zusammen!

Ich habe bei Quoka inseriert und mich als Webpublisher angeboten. Gestern meldete sich ein netter Herr, der gerne Wartungsarbeiten auf 5 seiner Portale haben möchte. Dies umfasst diverse Formatierungsausbesserungen, Dead Links Beseitigung, Syntax CleanUp usw. Die Wartungsarbeiten umfassen ca. 170 - 200 Seiten, die zudem noch mit Drupal in Verbindung stehen.

Jetzt ist die Frage: Da ich so was noch nicht für Geld gemacht habe und auch nur privat, ist meine Frage, wie viel ich da denn eigentlich verlangen darf? Er schmunzelte und meinte natürlich "so billig wie möglich halt". Aber schließlich möchte ich auch ein wenig was verdienen um mein Budget ein bisschen aufzubessern.

Wenn ich mir die ToDo-Liste so ansehe, ist das schon ein ziemlicher Aufwand, zumal ich mich möglicherweise auch noch ein wenig in Drupal einarbeiten muss.

Ich dachte da so an 300 - 1000 EUR.

Was meint ihr?
 

Sven Mintel

Mitglied
Moin,

eine Summe kann ich dir nicht nennen, nur soviel:

Wenn du einen Auftrag annimmst, der etwas von dir erfordert, was du bisher noch nicht zu liefern im Stande bist, dann ist das dein Problem.
Du kannst dem Auftraggeber nicht deine Einarbeitungszeit für Drupal in Rechnung stellen(es sei denn, er ist damit einverstanden, wovon angesichts so billig wie möglich halt nicht auszugehen ist ).

Wenn du dich da erst einarbeiten musst, dann auf eigene Kosten.
Es liegt an dir, ob du an die Zukunft denkst, und diesen Aufwand als Investition darin ansiehst, oder ob du auf den direkten Gewinn aus bist, der wahrscheinlich arg geschmälert wird, wenn du deinen gesamten Zeitaufwand gegen den Ertrag aufrechnest.

Bedenke auch, ob du überhaupt in der Lage sein wirst, einen etwaigen Termin zu Halten.
Wenn du dich erst in ein System einarbeiten musst, kann der Zeitrahmen für dich recht schnell unkalkulierbar werden.
 

Johnnii360

Brony & Technik-Geek
Hauptaugenmerk liegt nicht auf Drupal, sondern auf HTML und PHP. Beides beherrsche ich gut.

Trotzdem ist möglicherweise keine kleine Einarbeitungszeit in Drupal nötig. Wenn nicht dann ist das auch egal. Es geht hauptsächlich um Formatierungstechnische Dinge.
 

Kai008

Erfahrenes Mitglied
Wenn dus kannst, sollte das doch kein Problem sein. Legt doch einen Stundensatz fest, und notiere dir genau wann du zum Arbeiten begonnen/unterbrochen/aufgehört hast, dann kannst du das genau in Rechnung stellen. Mit den genauen Satz gibts dann auch eher keine Streitereien.
Denk auch daran, dass unter Umständen je billiger es wird umso eher wird dich dein Auftraggeber weiterempfehlen oder als "bessere" Referenz dienen, was dem Profit vergrößert, im Gegensatz zu einer einmaligen höheren Einnahme. Es gibt ja einen Unterschied ob du einfach nur deine Arbeit "gut" gemacht hast, oder er durch niedrigere Preise eigendlich schon "begeistert" ist.

Hoffe das war verständlich, bin noch nicht ganz wach.

Verlangen kannst du im Endeffekt alles was er dir zahlt, solange du nach dem Recht halt nicht verpflichtet bist eine Steuernummer zu besorgen, Steuern abzugeben usw.
Ist halt genaugenommen ein Konkurenzkampf mit allen anderen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Slizzzer

Erfahrenes Mitglied
Hallo!
Also grundsätzlich solltest du dir genau Gedanken über ein Angebot machen. Die ersten Aufträge gehen finanziell häufig in die Hose.
Daraus lernt man für die nächsten. Da du ja offensichtlich nicht davon leben mußt, kann da ja nicht so viel passieren.
Kalulation heißt das Zauberwort. Sieh dir die zu erfüllenden Arbeiten genau an. Schätze die erforderliche Zeit und multipliziere mit
einem Stundensatz, der dir zusagt. Bedenke, dass das Finanzamt auch was haben möchte. Wenn dein Auftraggeber ne Rechnung haben
will, dann muß das ganze auch steuertechnisch wasserdicht sein.
Nehmen wir 35-40 Euro/Stunde, Zeitaufwand 100 Stunden ergibt 3500-4000Euro. Kommt dir viel vor? Nunja, in der Autowerkstatt berechnen die fast doppelt soviel die Stunde.
Ob du mit deinen 300-1000 Euro hinkommst, mußt du abwägen. Ich kennen den Umfang nicht. Wenn es so unübersichtlich ist,
dann lieber auf Stundenbasis arbeiten!
Wenn du den Kunden nicht kennst, denke an einen Vertrag! Sonst stehst du am Ende ohne Geld da!

Mir gehen noch tausend Dinge durch den Kopf und wenn ich es mir genau überlege, weiß ich nicht, ob du schon den nötigen
Wissensstand hast (nicht fachlich, sondern kaufmännisch), um solche Auftragsarbeiten abzuwickeln. Nimm mir das nicht übel,
ich will dich nur vor einem evtl. Bauchklatscher warnen.
Mach dich zunächst mal etwas schlauer, was Verträge, Steuern, etc. angeht.

Gruß
Ralf
 

Johnnii360

Brony & Technik-Geek
Danke für Eure Tipps. Vor allem die von Slizzzer sind gut!

Also, der Kerl bietet mir gerade mal 300 EUR (!). Das ist ein Witz bei einer Homepage, deren Sourcecode ziemlich zerfleddert und schrottig ist. Ich muss ja nicht nur tags abändern, sondern muss auch noch teilweise neu formatieren, da die Vorgänger e gebaut haben. Am Anfang war von 200 Seiten die Rede, dann sind es 255 bis zum 01. April 2010 gewesen und heute zählt das Suche-Script von Drupal schon 276 Seiten.

Wenn ich schon sehe, dass manche Internetfirmen ab 500 EUR verlangen und manche einen Stundensatz ab 50 EUR haben, dann bin ich meines Erachtens ziemlich unterbezahlt.

Ich hab' das Gefühl, der Kerl will mich übers Ohr hauen und selber nichts machen!? Der Sitz der Firma ist in Großbritannien.
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Ist es bis Dato ein Angebot, ein Gespräch und keine Verbindlichkeit? Für den Betrag würd ich es Nie und nimmer machen.. Jedes Problem, das im Nachhinein entsteht, wird aller Voraussicht Dir angelastet und am Ende bekommst Du gar nix. Man darf sich natürlich fragen, wieviele Leute er schon angefragt hat (und scheinbar alle lachend abgewunken haben).

Mach als Neueinsteiger im Dienstleistungsbereich nicht den Fehler, gleich mit dem ersten Job Ärger und Riesenstreß aufzuhäufen, das macht den Beginn als Geldverdiener nicht optimistischer.

Weg Damit.

mfg chmee
 

Flex

(aka Felix Jacobi)
Ich habe am Anfang auf Pauschalbasis gearbeitet und muss sagen, dass bei neuen Projekten selten etwas Gutes dabei rumkam.
Seitdem arbeite ich an neuen Projekten immer auf Stundenbasis (je nach Kunde zwischen 10 und 15€), da ich Geringverdiener bin und aufpassen muss, dass ich nicht an die steuerlichen Grenzen komme.
Wenn ich das Projekt kenne und genau weiß, was auf mich zu kommt, dann handle ich auch Pauschalen aus. Bei einem Neuprojekt ist das allerdings der Sprung ins Blaue und kann dir tief ins eigene Fleisch schneiden...

Mein Tipp: Vorher anschauen und selbst abschätzen, Stundensatz aushandeln und eine Kalkulation von +/- 2-3 Stunden abgeben.
 

Johnnii360

Brony & Technik-Geek
@chmee... Naja wie soll ich's sagen? Es ist mehr so ein Job auf Vertrauensbasis, wie mir scheint. Ich habe eine ToDo-Liste mit Abgabetermin, Entgelt usw. bekommen, aber einen Vertrag musste ich nicht unterschreiben. Ich habe zwar zu 300 EUR ja gesagt, aber im Nachhinein scheint das für mich eher ein zwielichtiges Angebot zu sein. Ich habe bis jetzt schon 35 Seiten nach seinen Wünschen angepasst, aber mach mir halt so meine Gedanken, ob ich hier nicht übers Ohr gehauen werden. Schau, mit Hartz IV bekommt man 359 EUR für's Nichtstun und hier hat man eine Menge Arbeit und bekommt gerade mal 300 EUR. Das ist ja mal gar nichts!

@Felix Jacobi... Kann ich verstehen und ich sehe es ja auch nun, was bei der Zustimmung eines Pauschalpreises dabei rauskommt. Ich habe schon zu ihm gesagt, dass ich 15 EUR / Stunde verlange, aber er meinte, er hätte in all den Jahren noch nie auf Stundenbasis angeheuert, sondern immer Pauschalpreise ausgehandelt.
 

chmee

verstaubtes inventar
Premium-User
Hmpf.. Ich hoffe für Dich, dass alles gut geht. Wenn es um Geld geht, gibt es idR keine Vertrauensbasis (wirklich gute Freunde sind da die Ausnahme). Und was er erzählt (..in all den Jahren..), kann herzlich egal sein. Wenn die Sache -in welcher Form auch immer- vom Tisch ist, bist Du eine Erfahrung reicher :D

mfg chmee
 

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