Anwaltskosten

Stelo

Erfahrenes Mitglied
Hallo liebe Freunde,

ich bin nebenberuflich selbstständige Webdesignerin.
Ich hatte eine sehr anstrengende Kundin und hatte mich für diese Frau, die einfach nie zufrieden zustellen war, wirklich ins Zeug gelegt.
Generell lasse ich mich natürlich immer erst bezahlen, wenn alles fertig ist und dann wird die Seite auch übergeben. Doof wie ich bin.

Nach Monaten sehr intensivem Kontakt, meldet sie sich nicht mehr, seit sie die Rechnung bekommen hat.
Zuerst schickte ich diese per Mail. Keine Antwort. Ich rief an. Sie kam mir mit ausreden, wurde aggressiv und sehr laut. Ich lies mich noch einmal herunter handeln mit dem Gedanken "Lieber weniger, als gar nix." und sie versprach zu zahlen. Kam nix.
Also schrieb ich eine neue Rechnung, mit dem neuen Preis und schickte es diesmal ganz förmlich per Post. Immer noch nichts.

Sie ändert nun auch krampfhaft alle Passwörter die zum Webspace gehören. Deshalb habe ich auch keinen Zugriff mehr. Ich wollte die Seite eigentlich offline nehmen. Die arbeit hat sie mir nun abgenommen, weil sie das DB-Passwort geändert hat und die Seite nun nicht mehr funktioniert.

Lange Rede kurze Frage: Rein theoretisch ich würde mit der ganzen Sache zu einem Anwalt gehen. Was würden mich für Kosten erwarten? :confused:
Ich glaube nämlich fast, die würden sogar die Höhe der Rechnung überschreiten ...
 

Leola13

Erfahrenes Mitglied
Hai,

wenn du den Prozess, sofern es denn so weit kommt, gewinnst, dann zahlst du nix, sondern dein Gegner.

Ansonsten hilft dir evtl die weiter : kostenrechner.anwalt

Ein Rechtsschutz wäre natürlich auch nicht schlecht. Solltest du dir mal überlegen.

Ciao Stefan
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Hallo!

Hast Du denn ein Lasten- und Pflichtenheft?
Wenn nein, wie willst Du dann nachweisen dass Du den Auftrag so wie gewünscht erfüllt hast?
Dann hast Du meiner Meinung nach schon verloren.
Selbst ein schriftlicher Auftrag (per Mail sollte er zumindest digital signiert sein) "Erstellung eines Webshops" (nur als Beispiel) sagt lediglich aus dass Du einen Auftrag bekommen hast, aber nichts über die geforderte und gelieferte Leistung.
Von Änderungen mal ganz abgesehen.
Im Zweifel könnte die Kundin zwar zugestehen dass sie Dir einen Auftrag erteilt hat, aber behaupten dass Du ihn nicht wie gewünscht erfüllt hast.
Folglich wird sie dann auch nicht zahlen wollen.....

Du kannst es ja mit einem Anwalt versuchen, manche bieten die "Erstberatung" sogar kostenlos an.
Aber wenn Du kein Lasten- und Pflichtenheft hast, wird er Dir vermutlich das gleiche erzählen.

Ansonsten hilft dir evtl die weiter : kostenrechner.anwalt
Die Seite bringt nichts..... was ist z.B. wenn ein Gutachten erstellt werden muss?
Oder Nachforschungen betrieben werden müssen?
Man könnte bestenfalls die Mindestsumme errechnen, die man aufbringen muss..... nach oben sind allerdings keine Grenzen gesetzt.

Gruss Dr Dau
 

Leola13

Erfahrenes Mitglied
Hai,

Hast Du denn ein Lasten- und Pflichtenheft?
Wenn nein, wie willst Du dann nachweisen dass Du den Auftrag so wie gewünscht erfüllt hast?
Gruss Dr Dau

Wenn die Streiterei losgeht und es ist nichts schriftlich fixiert, sieht es sowieso schlecht aus.
... und so wie es sich anhört sind die ganzen Änderungen sicherlich nirgens "aufgeschrieben".

Manchmal reicht allerdings ein freundliches Schreiben eines Anwaltes.

Ciao Stefan
 

Stelo

Erfahrenes Mitglied
Hallo,
vielen Dank für eure aufschlussreiche Antworten.

Ich denke, selbst wenn ich den Prozess letztendlich gewinnen würde, müsste ich im Vorhinein erst einmal den Anwalt bezahlen, oder sehe ich das falsch?

Ansonsten habt ihr Recht. Es gibt kein Pflichten- und Lastenheft. Eben die Auftragserteilung per E-Mail und Aussagen Ihrerseits ala "Wie Sie das Layout machen, ist mir egal. Sie kennen mich ja nun, ich hoffe sie machen etwas, dass zu mir passt." :confused:

Nun ja, immerhin habe ich daraus gelernt.

Hätte ich denn das Recht gehabt, die Seite wieder offline zu nehmen? Letztendlich dürften die Eigentumsrechnung der Webseite doch erst nach Bezahlung auf Sie übergehen?!
 

Leola13

Erfahrenes Mitglied
Hai,

du hast doch "nur" die Webseite erstellt. Der Eigentümer der Seite (XYZ.de) bist du doch nicht. Von daher ist es (meiner Meinung nach) schwer zu, was i.O. ist.
Wenn du du Möglichkeit hattest deine "Daten" zurückzunehmen, wäre dies (meiner Meinung nach) i.O.

Das ist ja nicht gleich bedeutend mit "offline" nehmen.

Ciao Stefan
 

Stelo

Erfahrenes Mitglied
Hai,

du hast doch "nur" die Webseite erstellt. Der Eigentümer der Seite (XYZ.de) bist du doch nicht. Von daher ist es (meiner Meinung nach) schwer zu, was i.O. ist.
Wenn du du Möglichkeit hattest deine "Daten" zurückzunehmen, wäre dies (meiner Meinung nach) i.O.

Das ist ja nicht gleich bedeutend mit "offline" nehmen.

Ciao Stefan
Nun ja, ich meinte damit auch nicht Domain, sondern das was zu sehen ist. Quasi die Wordpress-Installtion inkl. Template und Inhalte.

Aber durch Ihre paranoide Passwortänderungen hat Sie die Seite ja im Prinzip selbst "deaktiviert" in dem nun nur noch eine Fehlermeldung angezeigt wird. Ich hoffe, das bleibt so!
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Ich denke, selbst wenn ich den Prozess letztendlich gewinnen würde, müsste ich im Vorhinein erst einmal den Anwalt bezahlen, oder sehe ich das falsch?
Ja und nein.
Solange der Prozess nicht abgeschlossen ist, können die entgültigen Kosten nicht feststehen.
Aber Du wirst i.d.R. für Prozessnebenkosten (z.B. einem Gutachten) erstmal selber aufkommen müssen.
Ein Gutachten muss ja logischerweise vor der Gerichtsverhandlung erstellt werden. ;)

Bei den reinen Anwaltskosten kommt es auf den Anwalt und dessen Auftrag an.
Soll er nur einen Brief an die Kundin schreiben, dann stehen die Kosten fest (Gebührenordnung).
Soll er für Dich allerdings ein Prozess führen, ist der Umfang seiner Arbeit vorerst ungewiss (evtl. geht die Gegenpartei ja auch in Revision).
Folglich kann er auch nicht im voraus sagen was es kosten wird.
Er könnte bestenfalls eine vorläufige Schätzung abgeben.
Je nach zu erwartender Höhe könnte er evtl. einen Teilbetrag (oder Raten) von Dir verlangen.

Nun ja, immerhin habe ich daraus gelernt.
Sei froh dass Du nur Zeit investiert hast.....
In anderen Branchen, wo man z.B. Waren hätte einkaufen müssen, um produzieren zu können..... hätte es Dir u.U. das Genick brechen können.

BTW: neben einer Rechtschutzversicherung, wäre auch eine Berufshaftpflichtversicherung anzuraten..... stelle Dir mal vor ein Kunde verlangt Schadenersatz (und bekommt ggf. vor Gericht Recht), weil seine Seite nicht funktioniert und er Kunden verliert.
Dann ist das Feriendomizil auf Lanzarote evtl. futsch. ;)

Hätte ich denn das Recht gehabt, die Seite wieder offline zu nehmen? Letztendlich dürften die Eigentumsrechnung der Webseite doch erst nach Bezahlung auf Sie übergehen?!
Die Ware, welchen Umfang auch immer sie enthält, ist bis zur vollständigen Bezahlung Dein Eigentum (sollte eigentlich in jeder AGB stehen).
Wenn die Kundin nicht zahlen will/kann, hast Du also das Recht Dir die Ware zurück zu holen (ggf. per Gerichtsvollzieher).
Das Problem bei einer Webseite ist allerdings dass problemlos Kopien angefertigt werden könnten.....
Ich bin zwar kein Anwalt, aber ich denke dass in solchen Fällen eine Unterlassungserklärung (mit dem Hinweis einer entsprechenden Strafe beim Verstoss) angemessen wäre.
Auch hier würde ich wieder einen Anwalt zu Rate ziehen.

Ich würde auch die Vergangenheit mit der Kundin nochmal Revue passieren lassen und überlegen ob sie Deine Gutgläubigkeit schon immer "ausgenutzt" hat.
Ob sie es wissentlich oder nur unbewusst gemacht hat, kann natürlich nur sie selbst sagen.
 

Stelo

Erfahrenes Mitglied
Wie sieht das denn eigentlich mit einem Mahnbescheid aus? Könnte ich diesen nicht in diesem Fall beim Amtgericht anfordern? Würde immerhin nur 23€ ausmachen ...
 

FrankBooth

Erfahrenes Mitglied
Ich denke Mahnbescheide sind eine lustige Sache. Ich könnte dir einen schicken und wenn du in, ich glaube 2 Wochen, nicht widersprichst ist es rechtsgültig. Sonst passiert aber gar nichts. Wenn die gut Dame widerspricht hast du nichts gewonnen und 23€ ausgegeben.

Gruß
 

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