Ärger mit Telekommunikationsunternehmen

tombe

Erfahrenes Mitglied
Hallo,

seit mehreren Monaten habe ich ziemlichen Ärger mit einem großen TELEKOMmunikationsunternehmen und deren Anwälte.

zur Vorgeschichte:
Ich (bzw. wir - meine Exfrau und ich) hatte einen Vertrag mit Mindestlaufzeit die noch nicht erreicht war abgeschlossen. Durch die Trennung und den Umzug wurde dieser Anschluss von mir gekündigt ohne an die Restlaufzeit zu denken und die Kündigung wurde zunächst nicht anerkannt.
Damit die vorzeitige Kündigung anerkannt wird wurde der Nachweis verlangt das ein gleichwertiger neuer Vertrag abgeschlossen wird und eine Kopie dessen zusammen mit der Anmeldung vom Einwohnermeldeamt eingereicht wird.
Alle diese Unterlagen wurden an den Kundenservice geschickt worauf auch tatsächlich ein Schreiben mit dem Betreff "Vertragsbeendigung" kam. In diesem Schreiben wurde mitgeteilt das der Vertrag zum 21.11.2008 ()beendet und der Anschluss stillgelegt wird.

Plötzlich kommt ein Schreiben vom Amtsgericht in dem mir mitgeteilt wird das noch Rechnungen für Dezember 2008, Januar 2009, Februar 2009 und März 2009 zu bezahlen wären. Ich habe darauf sofort eine Kopie der Kündigung sowohl an das Amtsgericht als auch an die Kanzlei geschickt und bin davon ausgegangen das sich der Irrtum dadurch klärt.

Jetzt kommen immer wieder Schreiben von der Kanzlei in der ich unter Androhung von Lohnpfändung u.ä. aufgefordert werde die noch offenen Rechnungen usw. zu bezahlen. Im letzten Schreiben von gestern heißt es sie hätten einen Titel und wären die nächsten 30 Jahre berechtigt die Forderung einzutreiben.

Jetzt meine Frage(n) an euch.
Wenn ich doch nachgewiesen habe das die Kündigung per 11.2008 akzeptiert wurde und die Forderung Rechnungen betrifft die alle erst in einem späteren Zeitraum liegen, kann es dann überhaupt sein das so ein Titel ausgestellt wurde?
Wenn es wirklich so sein sollte, müßte ich da nicht irgendwie vom Gericht ebenfalls eine Nachricht erhalten haben
Angenommen die machen die Drohung wirklich war und schicken den Gerichtsvollzieher. Muß ich diesen in die Wohnung lassen oder reicht es wenn ich dem an der Tür die Kündigung zeige

Ich bin mir eigentlich sicher das mir nichts passieren kann und die Schreiben der Herren Anwälte nur Drohungen sind um die nicht berechtigte Forderung doch noch irgendwie einzutreiben. Aber irgendwie wird man doch unsicher.

Wäre super wenn ihr mir eure Meinung dazu sagen würdet.

Danke Thomas
 

vfl_freak

Premium-User
Moin Thomas,

vorab: dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft, sondern nur meine persönliche Meinung!

Wenn Du wirklich ein Schreiben von denen hast, dass das akzeptierte Vertragsende zum 21.8.08 enthält, dann würde ich damit umgehend zum Anwalt Deines Vertrauens gehen und Dich mit ihm beraten. Erstens darf dieser rechtsverbindliche Auskünfte geben und hat ganz andere Möglichkeiten (a) beim entsprechenden Gericht Akteneinsicht zu verlangen und (b) ggf. gegen die andere Kanzlei vorzugehen!

Gruß
Klaus
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Hallo!

Mist..... Firefox ist (mal wieder) abgeschmiert. :(

Daher jetzt nur die Kurzfassung:
Dieser "Verein" hält sich nicht an seine eigenen AGB (eigene Erfahrung).

Die Kanzlei überprüft nicht die Rechtmässigkeit der Forderung, sondern bekommt nur den Auftrag diese beizutreiben.

Den Gerichtsvollzieher musst Du reinlassen..... seine Aufgabe ist es zu vollstrecken, nicht aber die Rechmässigkeit der Forderung zu überprüfen (dazu hat er garnicht die Möglichkeit, da er die Vorgeschichte nicht kennt und auch die Gegenseite nicht hören kann).
Wenn er also vor der Tür steht, dann wird er auch vollstrecken..... notfalls mit Polizei und Schlosser.
Ein Anwalt hat ggf. die Möglichkeit die Vollstreckung vorläufig aussetzen zu lassen (aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben).

Wenn Du den gerichtlichen Mahnbescheiden nicht vollumfänglich und fristgerecht widersprochen hast, ist es ein Schuldanerkenntnis.
Ohne Anwalt --> keine Chance da wieder raus zu kommen.

Daher ist Eile geboten, sich professionell vom Anwalt vertreten zu lassen.
Zögere nicht..... und versuche nichts auf eigene Faust (geht in den meisten Fällen durch fehlendes Fachwissen in die Hose).
Wenn die Forderung tatsächlich nicht rechtmässig ist, müssen die T-elekomiker für die entstandenen Kosten aufkommen.

Gruss Dr Dau

PS: dieses ist keine Rechtsberatung, sondern spiegelt nur meine persönliche Meinung wider. ;)
 

tombe

Erfahrenes Mitglied
Hi Dr Dau,

danke für deine Antwort.
Ich war bislang trotz allem was man so über diese Kanzlei liest der Meinung das ich es alleine schaffe weil ich ja im Recht bin. Aber so langsam wird mir doch klar das Recht haben und Recht bekommen zwei ganz unterschiedliche Dinge sind.
Dem Mahnbescheid habe ich sofort als ich ihn erhalten habe widersprochen, doch das alles interessiert die nicht. Die machen einfach immer weiter. Werde mir wohl dann doch einen Anwalt nehmen den wie du schon geschrieben hast: Die prüfen nicht ob die Forderung berechtigt ist, die treiben nur ein.
Kann denen ja auch egal sein, sie verdienen auf jeden Fall dabei. Entweder bekommen sie das Geld vom (angeblichen) Schuldner oder von ihrem Auftraggeber.

Danke nochmal

Thomas
 

Leola13

Erfahrenes Mitglied
Hai,

dem Telekomunternehmen ist wahrscheinlich ein Fehler unterlaufen. (Ein Sachbearbeiter hat vergessen einen Haken zu setzten.)
.. und schon geht das Spielchen los. Weder Anwälte, noch Gerichtsvollzieher wollen die "Wahrheit" wissen, sondern handeln nur (z.T. aus Eigennutz)

Wie du schon sagst : "Recht haben und Recht bekommen, sind zwei Paar Schuhe."

Nimm dir einen Anwalt, da kommst du alleine nicht raus, schon alleine aufgrund von irgendwelchen Fristen oder vorgeschriebenen Formen, Formaten, usw.

Ciao Stefan

Viel Erfolg !
 

Sven Mintel

Mitglied
Moin,

Dem Mahnbescheid habe ich sofort als ich ihn erhalten habe widersprochen
Wenn es wirklich so sein sollte, müßte ich da nicht irgendwie vom Gericht ebenfalls eine Nachricht erhalten haben
kann es dann überhaupt sein das so ein Titel ausgestellt wurde

Wenn du dem (gerichtlichen?)Mahnbescheid widersprochen hast, wird erst ein Mahnverfahren eingeleitet(sofern es der Gläubiger tut), und da hättest du ganz sicher Post vom Gericht bekommen.

Ergo: es kann keinen Titel geben, es gibt bisher lediglich einen widersprochenen Mahnbescheid...und das ist überhaupt nichts.
 

Dr Dau

ich wisch hier durch
Dem Mahnbescheid habe ich sofort als ich ihn erhalten habe widersprochen, doch das alles interessiert die nicht.
Kenne ich. ;)
Ich habe immer und immer wieder einen neuen Mahnbescheid für ein und die selbe Rechnung bekommen.
Natürlich habe ich jedesmal wiedersprochen.
Da stellt man sich natürlich die Frage: warum ziehen sie die Sache nicht einfach mal komplett durch?
Tja, wenn da die Sache mit den AGB nicht wäre. :p
Jeder Richter würde eine Forderung, die nur durch missachtung der eigenen AGB entstanden ist, für null und nichtig erklären.
Also blieb denen nichts anderes übrig zu versuchen mich mit Lohnpfändungen etc. einzuschüchtern, mit der Hoffnung dass ich irgendwann nachgebe.
Dieses "Spielchen" haben sie 6 Jahre lang getrieben und dann haben sie es aufgegeben.
Heute, 11 Jahre nach dem "Startpunkt", ist die Sache verjährt und ich kann wieder beruhigt durchatmen. ;)

Ganz nebenbei: bei mir hat es sich um eine Gesamtsumme von über 10.000 DM gehandelt..... für 2 Monate Online (damals wurde noch nach Minuten abgerechnet).
Laut AGB hätten es aber nur (ich glaube) 400 DM/Monat sein dürfen.

@Sven, hatte ich vergessen zu sagen. ;)
Liegt aber wohl auch daran dass ich die Erwähnung der Mahnbescheide vermisst hatte.
 

tombe

Erfahrenes Mitglied
Moin,

Wenn du dem (gerichtlichen?)Mahnbescheid widersprochen hast, wird erst ein Mahnverfahren eingeleitet(sofern es der Gläubiger tut), und da hättest du ganz sicher Post vom Gericht bekommen.

Ergo: es kann keinen Titel geben, es gibt bisher lediglich einen widersprochenen Mahnbescheid...und das ist überhaupt nichts.

Hi Sven,

genau auf die Antwort habe ich gehofft. Man (ich zumindest) kenne mich nicht wirklich mit den Gsetzen aus und hab auch keine Ahnung wie so etwas genau abläuft. Deshalb war ich ja nun doch verunsichert ob die wirklich einfach so kommen können und per Gerichtsvollzieher o.ä. Geld eintreiben können.
Der Mahnbescheid kam schon vom Gericht und diesem haben ich auch innerhalb der gesetzten Frist schriftlich widersprochen. Ich werde dort vielleicht auch nochmal anrufen. In der Hoffnung das ich da von jemand Auskunft erhalte was von Seiten des Gerichts bereits erlassen wurde.

Danke Thomas
 

Sven Mintel

Mitglied
Ahso, das was dort nach dem Widerspruch kommt ist net das Mahnverfahren, sondern das Erkenntnisverfahren :)

Also Ablauf:

  1. Gläubiger meldet Anspruch an(Mahnverfahren startet)
  2. Gericht verschickt Mahnbescheid
  3. deine Reaktion auf Mahnbescheid
    • garkeine
      • Gläubiger kann sich Vollstreckungsbescheid vom Gericht holen
    • Widerspruch
      • Gläubiger macht nix weiter auf dem Gerichtswege [Ende](was bei dir der Fall zu sein scheint)
      • Gläubiger leitet Erkenntnisverfahren ein(was dir vom Gericht ganz sicher mitgeteilt wird :))
        • Gläubiger bekommt Recht
          • Vollstreckungsbescheid
        • Du bekommst Recht [Ende]
    • du zahlst die Forderung[Ende]
 

vfl_freak

Premium-User
Im letzten Schreiben von gestern heißt es sie hätten einen Titel und wären die nächsten 30 Jahre berechtigt die Forderung einzutreiben.

Moin,

das klingt für nicht ganz so, wie Sven es dargestellt hast .... ;)
Ich würde mal versuchen, mit dem Gericht Kontakt aufzunehmen, aber, wie gesagt, besser über einen Anwalt (!)

Gruß
Klaus