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Hi zusammen,
bei uns gibt es gerade eine Diskussion, ob Berlin immer noch geteilt ist, also das die WestBerliner anderes leben, denken etc als die OstBerliner. Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen, der dazu was genaueres weiss?
gruß & thx
unistar
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01.01.04 18:59 #2
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- Oct 2003
- Ort
- auf dem Land (NRW)
- Beiträge
- 128
Hi,
vielleicht melden sich ein paar Berliner und posten ihre Meinung
dazu. Ich habe schon gehört, daß einer sagte :
Die reale Mauer ist zwar inzwischen weg,
aber in den Köpfen besteht sie weiter.
Gruss
GG
Vielleicht nur eine Meinung von vielen...Geändert von greengoblin (01.01.04 um 19:01 Uhr)
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01.01.04 19:37 #3
Hi!
Nur mal so als Anmerkung: Berlin ist schon eine recht große Stadt, nein, sie ist riesig. D.h. nicht nur Ost-West Unterschiede sind spürbar, sondern auch Unterschiede fast jeden Stadtteils (unabhängig von Ost oder West)!... bitte keine C4D-Fragen per PN ...
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01.01.04 19:59 #4
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- 527
Hallo zusammen und frohes Neues!
Ein interessantes Thema im Jahre 14 der Wiedervereinigung.
Als direkt Beteiligter kann ich nur sagen, dass es generell ein Generationsproblem ist und sein wird. Die Generationen, die die Teilung noch bewusst erlebt haben, tun sich nach wie vor schwer, zumindest im Sprachgebrauch die entsprechenden Begriffe wie "Ostberlin", "Westberlin" usw. zu vermeiden. Rein geographisch gesehen ist es ja nach wie vor korrekt, nur sollte man das eben nicht mehr politisch benutzen.
Aber mir selbst fällt es auch auf bzw. manchmal benutze ich bewusst (und wohl mehr als Provokation anderer gegenüber) die Begriffe "Osten", "Transitstrecke" und "DDR oder "SBZ"
Das hat wohl auch etwas damit zu tun, dass man vor der Generation, die diese Begriffe nicht mehr als selbstverständlich kennengelernt hat, zeigen will, dass man diese Situation eben nicht nur aus Büchern kennt.
Ich selbst war beim direkten "Sturm" auf das Brandenburger Tor dabei und stand auf dem Wall davor, während auf Ostberliner Seite die Panzerwagen der NVA auffuhren - das war unheimlich spannend und vermittelte andererseits auch ein kollektives Bewusstsein. Da standen sich auf einmal Gruppen gegenüber (auf der Westberliner Seite), die sich sonst niemals angesehen hätten (Skins, Punks, Türken, Araber, Deutsche usw.) - doch was war? Es herrschte gleichgesinnte gute ausgelassene Stimmung und die Flaschen Johnny Walker und Sekt wanderten wie wild durch die Runde - es war auch saukalt am diesem 9./10. November 1989.
Als bald legte sich diese Euphorie allerdings und schwenkte ins Negative um. Man muss immer ein Feindbild haben, und in diesem Moment war es immer die entsprechend andere Seite (die "Ossis" und die "Wessis"), die für die Mißstände im Land verantwortlich gemacht wurde - es ist immer so.
Heute kann ich von mir zumindest behaupten, dass dieser "schwarze Fleck" auf dem Stadtplan zusehens verschwindet für mich, denn ich habe in den Jahren viel Bekanntschaften gemacht und bin viel durch die östlichen Stadtteile gefahren.
Rein optisch untescheiden sich die beiden Hälften kaum mehr voneinander, im Gegenteil - es gibt Ecken in Mitte, die mittlerweile "schicker" sind, als Teile in z.B. Charlottenburg. Es wurde ja auch extrem viel gebaut und modernisiert, um die 40 Jahre Vernachlässigung zu DDR Zeiten auszumerzen.
Was man auf jeden Fall behaupten kann: die Szene in den Bezirken Prenzlauer Berg, Mitte oder Friedrichshain (allesamt ehem. Ostberliner Stadtteile) ist die wohl beste, die an sich vorstellen kann, und sie hat das, was früher im Westen nur Kreuzberg bot - Individualismus und eine Art Kult. Letzterer Bezirk ist in den letzten Jahren zunehmend zum Juppi-Stadtteil avanciert und hat viele seiner schönen Nuancen verloren.
Was die Beziehung zwischen den verschiedenen Bewohnern angeht, so ist positiverweise zu beobachten, dass diese vielzitierte Mauer in den Köpfen langsam aber sicher abgebaut wird, was nicht zuletzt auch durch die allgemeine Toleranz, die in Berlin auf jeden Fall allgegenwärtig ist, zurückzuführen ist - immerhin haben wir einen schwulen Bürgermeister, "...und das ist gut so"
Berlin ist multikulti - und zunehmend auch multideutsch
Ich selbst habe mit den Jahren immer mehr den Eindruck bekommen, dass gewisse Querköpfe zwar nach wie vor existieren, aber in einer beherrschbaren Minderheit vor sich hindümpeln - oder aber vielleicht auch erkannt haben, dass sich Energie auch weit aus besser verschwenden lässt.
In diesem Sinne - Euch allen ein friedliches 2004!
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Ja, ich glaube mehr kann man fast garnicht hinzufügen, zeromancer

Dieses Problem ist generationsbedingt und wird, meiner Meinung nach, in nicht allzu langer Zeit kein Thema mehr darstellen.
An diesem Punkt möchte ich nochmal betonen, dass Berlin nicht Deutschland ist. Genauso ist New York nicht Amerkia.
In diesem Sinne
PhilGeändert von Philip Kurz (01.01.04 um 22:28 Uhr)
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wenn wir schon bei diesem Thema sind.... Ich denke auch das einige "Wessis", auch das falsche Bild von der DDR hatten. Wir haben im PB Unterricht ein Heft zur politischen Bildung aus dme Jahre 1990...selbst da wurde die DDR noch als schlimmer totalitärer Staat dargestellt in dem keienr etwas zusagen hatten und von der Stasi alles kontrolliert wurde....
Bis mitte der 90er hielt diese falsch darstellung ungefähr auch an, so das die meisten "dadrüben" auch das falsche Bild haben.
Und wenn man von ost und West spricht (bspw in Statistiken) sagen sich viele leute: " Wie koennen die nur? Das heisst nicht Ost und West" - dabei kann man nicht leugnen das man bei solchen Sachverhalten durchaus noch Ost und West sagen kann. z.B. kostet bei uns im Osten der Friseurbesuch oder die Fahrschule weniger als im Westen. Andrerseits ist der durchschnittsverdienst auch geringer... Und die Arbeitslosigkeit höher...
Nun ja, das wird sicher auch mit ein Grund sein....
millZman wird erwachsen ....
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Ich denke, die Konflikte sind wohl dadurch entstanden, daß a) die Wessis allgemein Angst vor der Wiedervereinigung und den damit einhergehenden Veränderungen hatten und b) die Ossis im Nachhinein enttäuscht vom Westen waren, weil es den Wessis im Grunde zwar anders, aber nicht wirklich besser ging. Beide Seiten haben ihren Unmut in eine Art stille Verachtung umgewandelt, welche sich nach und nach verzieht. Das Deutsche Volk ist nicht nachtragend. Weder Ossis, noch Wessis, noch Bazis, noch Fischköppe...
Begriffsdefinition (um Missverständnisse zu vermeiden):
"Ossis" - Teil der Bewohner der ehemaligen DDR
"Wessis" - Teil der Bewohner der ehemaligen BRD
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