Kommen wir nun zum letzten Part:
Das Abmischen gibt dem Song erst die richtige Würze und kann durchaus genausolange sogar auch mal länger dauern, als die Erstellung des ganzen Stücks.
Beim Abmischen sollte man auf Transparenz achten, so dass jedes Instrument gut zu hören ist und sich nicht zuviele Instrumente auf denselben Frequenzen überlagern sonst kann es ganz hässlichen Akustikmatsch geben.
Zudem kann hier nochmal schön effektiert werden.
Übrigens ist das Abmischen sehr subjektiv und jeder kann einen Mix "anders" empfinden. Daher ist dieser Mix sicher nicht die ultimative allgemein gültige Lösung.
Öffnen wir also den Mixer (Geräte -> Mixer):

Ich habe hier bereits die entsprechenden Kanäle zur Übersicht umbenannt, also nicht wundern, falls die bei euch anders heissen.
Blöderweise haben wir nur einen Kanal für den LM-7, was schonmal das erste Problem darstellt, weil die unterschiedlichen Elemente des Drumsets unterschiedlich effektiert werden sollten.
Daher laden wir mehrere Instanzen des LM-7 und verteilen die "Noten" des Schlagzeugs auf mehrere Midispuren, so dass wir eine Spur für die Bass Drum haben, eine für die Snare und eine für die Hats (und somit für jedes Element eine eigene LM-7 Instanz).
Kümmern wir uns zuerst um die Bass Drum.
Die klingt in ihrer derzeitigen Version ziemlich dünn.
Drücken wir also im Mixer auf das "e" bei der LM-7 Instanz, die die Basedrum abspielt.
Damit die Bassdrum schön "kickt" erhöhen wir leicht die Höhen im Equalizer und die Tiefen, damit sie im Bassbereich mehr wummert.
Zudem wird das Teil komprimiert, das holt zusätzlichen "Wumms" raus. Dazu laden wir das Effektplugin "VST Dynamics" und aktivieren den Kompressor.
Wenn ihr genauer wissen wollt, was ein Kompressor ist und was er genau tut, schaut mal bei Wikipedia nach, besser könnte ich es auch nicht erklären:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kompressor_(Signalverarbeitung)

Zusätzlich bekommt die Bassdrum noch einen leichten Hall verpasst.

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich persönlich normalerweise Bassdrums nie mit Hall versehe, aber diese hier ist vom Klang her recht dünn und bleibt auch mit Komprimierung recht sparsam, daher nutze ich hier den Hall, damit sie im Bassbereich noch etwas stehen bleibt.
Weiter gehts mit den Snares:
Diese wird in den Tiefen komplett abgesenkt, da eine Snare effektiv keinen Bass besitzt. Dafür wird sie in den Mitten und Höhen leicht angehoben, damit sie sich deutlicher durchsetzt.
Ausserdem gibt ein kleiner Hall noch zusätzlichen Groove:
Zudem wird die Snare im Stereobild leicht nach Links gesetzt, damit sie etwas Abstand zu den Hats bekommt.

A Propos Hats:
Die bekommen denselben Hall wie bereits die Snaredrum.
Ausserdem erhöhen wir hier die Höhen und senken Tiefen und die unteren Mitten ab.
Zudem werden sie leicht nach Rechts verschoben, damit sie den Snares ausweichen und der Bassdrum nicht den Kick nehmen.
Kümmern wir uns als nächstes um die beiden Bässe.
Am EQ müssen wir hier nicht unbedingt drehen.
Da beide aber in den Bassfrequenzen rumholpern, verschieben wir den Offbeat Bass nach links, den Arp Bass nach rechts und schon hört man beide deutlich besser raus.
Die Pads werden weder im Raum noch in den Frequenzen verändert.
Wir legen hier "nur einen Chorus drauf, damit sie nicht mehr so vordergründig klingen und mehr Atmosphäre aufbauen.

Bleibt nur noch unser Lead Synth.
Der wird, damit er etwas interessanter klingt, mit einem Delayeffekt und einem Phaser versehen.

zu guter Letzt, die Lautstärke.
Hier solltet ihr vor allem darauf achten, dass die Summe am Ausgang (rechter Kanal, auf dem Bild mit Bus 1 betitelt) niemals über 0,0 steigt, ansonsten können unschöne Übersteuerungen entstehen.
Da Signale die unangenehme Eigenschaft haben, sich zu addieren, bedeutet das, dass ihr eure einzelnen Instrumente deutlich unter "0.0" ansiedelt.

Weiterhin soll natürlich jedes Instrument hörbar bleiben.
Unser Song hier ist noch recht klein, da geht das recht einfach, aber wenn eure Songs und eure Arrangements mal grösser werden, wird das eine sehr fummelige Gratwanderung, die auch ein gutes Gehör manchmal zu trügen weiss.
Ein guter Tipp ist da einfach mal zwischendurch ne Pause zu machen, um das Gehör wieder "frei" zu bekommen, oder auch mal ne Nacht drüber schlafen.
Mir ging es schon oft so, dass ich mich am nächsten Tag gefragt hab, was ich mir bei so manchem Mix gedacht hab.
Bleibt mir noch, das Tutorial mit dem fertigen Song zu schliessen:
http://elearning.tutorials.de/texttu...lsongmixed.mp3 (2,64MB)
Letzte Worte
Mal wieder ist es später geworden, als ich gedacht habe und mal wieder habe ich ein Tutorial fertiggeschrieben.
Ich hoffe, es hat euch weitergeholfen und natürlich auch Spass gemacht.
Gerade bei diesem Tutorial empfehle ich euch, mal ein bisschen rumzuprobieren.
Nehmt andere Presets, andere Instrumente oder andere Effekte.
Natürlich könnt ihr auch eure eigenen Melodien und Ideen umsetzen.
Ich wünsche euch auf jeden Fall gutes Gelingen und viel Spass bei der Sache!
Wenn euch das Tut gefallen hat, freue ich mich natürlich über ne Renomeebewertung oder auch Feedback zu dem Tutorial per PN.

Greetz,
The_Maegges





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