Einleitung:
Logic 5.51 ist die letzte PC-Version der professionellen und höchst erfolgreichen Audio/Midi-Sequencer-Software, kurz DAW ( DigitalAudioWorkstation ). Mit ihr lässt sich trotz ihres Alters von inzwischen 6 Jahren sehr gut arbeiten und vor Allem bekommen Einsteiger alle wichtigen Features, ohne gleich erschlagen zu werden.
Dennoch gehört eine gewisse Einarbeitungszeit und ein Grundverständnis für Studioverkabelung und Komposition dazu. Deswegen hier nun aufeinander aufbauende Tutorials für Anfänger, wie man die ersten Aufnahmen mit Logic macht, VST-Effekte benutzt, VST-Instrumente(VSTi) einbindet und als Stereo-Wav-Datei ausspielt. Ich werde nicht alle Einzelheiten des Programmes beschreiben, man soll sich doch auch mal mit dem Handbuch beschäftigen.
Einstellen der Soundkarte
Beim ersten Öffnen von Logic ist dem Programm noch nicht erklärt worden, mit welcher Soundkarte es arbeiten soll. Wenn das nicht passiert, kann auf die eigentlichen Dinge gar nicht erst zugegriffen werden. Ist die Soundkarteneinstellung nicht konfiguriert, erscheint das Arrangement-Fenster mit nur 4 Audio-Spuren und weiteren Midi-Spuren, die nur GS-kompatible Sounds aus der Soundkarte auswerfen, weiterhin werden auch im Environment-Fenster ( ich nenne es folgend nur noch Mixer, zu öffnen mit Doppelklick auf die Spur oder [STRG]+8 ) nur 4 Spuren angezeigt, die aber nicht veränderbar sind.

Also schnell mal in den Menupunkt Audio und dort den Punkt Audiohardware&Treiber ausgewählt. Wie im unteren Bild zu sehen, sind zwei Punkte gesondert dargestellt : AV-Treiber und ASIO. Der AV-Treiber ist für "stinknormale" Soundkarten gedacht und reicht für erste Schritte in die Welt der DAW. Nachteile sind aber recht läppische Synchronisation und schreckliche Latenz. Die Latenz beschreibt die vergangene Zeit zwischen "Ich drücke" und "Es passiert etwas". Das merkt man recht schnell, wenn man mit VST-Instrumenten arbeitet oder Effekte einzeln als Bus-Send-Effekt anspricht ( Erklärungen kommen später ). Deswegen gibt es nur eine "gute" Einstellung, nämlich das Benutzen des ASIO-Treibers, den es natürlich nur für professionelle Karten gibt. ABER : Es gibt die Asio4All-Freeware (Link), die einen Pseudo-ASIO-Treiber ins System einbindet, welcher mit fast jeder Soundkarte funktioniert. Ausprobieren ! Ausserdem lohnt es sich, bei eBay nach professionellen Soundkarten der letzten Generationen zu schauen. Damals haben sie 500 Euro gekostet, nun kann man mit etwas Glück so eine Karte unter 80 Euro abgreifen. Auch hier ein bisschen studieren und Zugreifen.

Belassen wir die Feineinstellungen erstmal wie sie sind und setzen einfach das Kreuzchen bei ASIO auf Seite 2. Logic schließen und wieder starten. Nun sollte die Auswahl an Spuren schon sehr viel größer sein, siehe unten. Wenn man den Mixer aufmacht ( [STRG]+8 oder Doppelklick auf eine Audiospur ) sieht man etwas, das viel mehr Ähnlichkeit mit einem Mixer hat als im Fall davor. Nun sollte man noch im Menupunkt Audio -> Audio-Aufnahmepfad setzen den Speicherort bestimmen, dann könnte es theoretisch schon losgehen.
Hier noch eine Ansicht des Menupunktes "Fenster 1", in welchem man die benötigten Fenster und deren Shortcuts sehen kann.

Weitere Einstellungen und erstes Kennenlernen der Oberfläche
Man sollte auch die Arbeits-Samplerate zu Beginn jedes Songs einstellen, dies passiert, wie unten zu sehen, bei den Song Settings->Synchronisationseinstellung. Logic5 ist noch nicht in der Lage, Audiodaten mit verschiedenen Samplerates automatisch anzugleichen. Ausserdem kann Logic nur mit unkomprimierten Audiodaten (WAV,AIF) umgehen, also NO-GO für mp3 und Ähnliches. Ach ja, Dateinamen dürfen maximal 32 Buchstaben lang sein, sonst gibt es eine Fehlermeldung. Als Extra habe ich in die Grafik auch noch die Metronomeinstellung reingenommen, hier macht sich zB die Latenz sehr stark bemerkbar, da der Standard-eingestellte Taktgeber absolut nicht mit der Zeitleiste zusammen spielen möchte - bei mir zumindest. Am Besten, man macht den Midi-Taktgeber aus - Bild unten rechts. So bekommt man den Takt nur über das VST-Instrument Klopfgeist, dass Standardmäßig schon auf Audiospur 24 läuft ( Platinum-Version ).

Als Nächstes das Bedienteil, ohne das kein Starten und Stoppen, kein Aufnehmen und BPM-Zahl verändern möglich ist - es sei denn, man kennt die Tastaturkürzel. Das Transportfenster ([STRG]+7). Man kann es in der Größe ändern, die Anordnung etc. (Unten rechts -> Pfeil).

Symbole Links
Obere Reihe : Record, Pause, Play, Stop, Zurück, Vorwärts.
Untere Reihe : Loop/Cycle, Drop, Replace, Solo, Sync, Click
Mittige Zahlen
Oben : aktuelle SMPTE/Takt-Position
Unten : Positionsmarken für den Loop
Die Schalter daneben sind für unsere Zwecke erstmal uninteressant.
Rechts
Links : BPM-Zahl, dadrunter freier Speicher in Events angegeben

Mitte : Taktmaß ( Standard 4/4 ), dadrunter Unterteilung/Formatwert
Rechts : Midi-Events-Monitor
Unten Rechts : Songende ( hier Takt 201 )
Environment-Fenster - der Mixer - erreichbar mit [STRG]+8 oder Doppelklick auf Audiospur
Nachdem also die Soundkarte richtig eingestellt ist, erblüht nach einem Neustart die volle Pracht des Mixers. Die wichtigsten Spuren seien hier genannt :
Die Audiospur : Bild unten / links - Jeder Audiospur kann einzeln gesagt werden, ob sie eine Mono oder eine Stereospur ist. Das ist toll, wenn man ein Instrumental einlädt, und dieses über lediglich einen Regler steuern kann. Andersrum ist es sinnvoll, eine Mikrofonaufnahme in einer Monospur zu machen. ( Ausnahmen ) Eine Audiospur hat seinen eigenen Equalizer, Insert-Effektwege und Aux/Send-Wege. Die Inputeinstellungen sind für das "Woher kommt die Aufnahme" zuständig, während der Output-Knopf das "Wohin damit" erklärt. Ändern lassen sich alle Knöpfe, indem man mit der linken Maustaste raufklickt und festhält. Panning (Balance) und Volume sind selbsterklärend. Ganz unten noch die Mute und Solo-Knöpfe, der Umschalter für Mono/Stereo und der Spur-Scharfschalten-Knopf.

Die Audioinstrument-Spur : Bild oben / 2.v.li - Fast das Selbe, nur gibt es hier keinen Spur-EQ. Den kann man sich aber bei Bedarf als Insert gönnen. Weiterer Unterschied : Der Input ist hier kein realer Eingang, sondern ein VST-Instrument (VSTi). Zur Wahl des Instruments linke Maustaste gedrückt halten, für Änderungen im Instrument einfach Doppelklick.
Subgruppe / Bus : Ein Segen in der Mixertechnik, man kann über den Outputknopf der Spuren die Signale auf einen Regler zusammenlegen, der NICHT der Hauptregler ist. zB kann man alle Drumsounds erstmal hier zusammenmischen, eine Subgruppe weiter sind die Gitarren und Bässe, usw.. Hier lässt sich dann recht einfach das Mischungsverhältnis der Instrumente zueinander regeln. Ausserdem nimmt in Logic der Bus auch die Rolle eines SendFX ein. Erklärungen kommen zu gegebener Stunde

Main Output : oben / ganz rechts - Hier sollten alle Signale am Ende zusammentreffen. Der Mainoutput hat Insertwege, die Sinn machen zB beim Mastering. Ganz wichtig : Hier ist der BOUNCE-Knopf, mit dem man den Track in eine Datei verwandelt, das sogennante Ausspielen oder Bouncen. Der große Nachteil von Logic5 ist, das es kein Offline-Bouncing beherrscht, sprich, wenn der Rechner in die Knie geht aufgrund zu vieler Effekte und Spuren könnte man mit Offline-Bouncing trotzdem eine Enddatei erzeugen. In Logic5 kann nur ge'bounce'd werden, was auch in Echtzeit abgespielt werden kann und es wird nur in Echtzeit ge'bounce'd. Schade. Noch Eins : Je nachdem, wieviele Ausgänge die Soundkarte hat, werden auch Outputs bereitgestellt, also nicht wundern, wenn nur 1 Output (1&2) existiert.
So das sollte erstmal reichen für Tutorial 1, demnächst erscheint Tutorial 2, wo ich die ersten Schritte erkläre, wie man Audiospuren importiert und VST-Effekte benutzt. Kliner Tip : Man kann Audiodaten per Drag&Drop auf die Spur legen

mfg chmee



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