tutorials.de Buch-Aktion 05/2012
  • [Ai] 3D Text in Adobe Illustrator



    Mit diesem Tutorial möchte ich euch zeigen, wie man mit Illustrator 3D-Effekte für zum Beispiel Buchstaben nutzen kann. Der wesentliche Umgang mit den Werkzeugen "Extrudieren und abgeflachte Kante", "Umwandeln von Aussehen", Anlegen von Verläufen und dem Pathfinder sind Hauptgegenstand des Tutorials. Dass das 3D-Werkzeug erst ab der Version CS verfügbar ist, sei hier der Vollständigkeit halber erwähnt.
    Versteht man so die Wirkung dieser, kann man sie kreativ in seine Arbeit einfließen lassen ohne von einem solchen Tutorial abhängig zu sein und neue Deisgnwege beschreiten.

    Einige werden sagen, warum soll lich Illustrator für einen 3D-Text nutzen, da kann ich doch gleich ein 3D-Programm nehmen. Ja, kann man, aber nicht jeder hat ein solches Programm zur Hand und nicht immer ist es notwendig einen 3D-Effekt programmextern zu erzeugen um ihn dann über einen Export/Import im Vektorprogramm nutzen zu können.

    Schritt 1 Das ihr ein Dokument braucht um das ganze zu bearbeiten, versteht sich von selbst. Je nach Verwendungszweck sollte zu Beginn auf folgendes geachtet werden:
    Für welchen Zweck (web, print etc.) wollt ihr etwas erstellen? Illustrator bietet beim Erstellen einer neuen Datei unter "Dokumentenprofil" schon eine erste Möglichkeit dies einzustellen. Damit wird schon der richtige Farbmodus (RGB, CMYK) gewählt und entsprechend der gewählten PPI-Zahl (unter dem Punkt Erweitert für ein neues Dokument) werden dann auch die eventuell genutzten Rastereffekte dann berechnet.
    In meinem Beispiel ging ich vom Verwendungszweck Web, also RGB und 72 ppi aus. Wobei ich auf Rastereffekte verzichte, aber ihr bei euren Werken durchaus zurückgreifen könnt und sollt.



    Schritt 2 Um jeden Buchstaben individuell berarbeiten und sein eigenes 3D-Aussehen geben zu können, ist es ratsam auch die Buchstaben einzeln nachheinander zu bearbeiten. So kann man verschiedene Schriften und Perspektiven für jeden Buchstaben nutzen und es so individueller gestalten. Ich habe mich für die Schriftart Impact entschieden, da sie sich durch ihr Schriftbild gut eignet.
    Nachdem wir den ersten Buchstaben geschrieben haben, in meinem Fall das "t", wandeln wir ihn in Pfade um. Dazu mit den Auswahlwerkzeug (V) den Buchstaben anwählen und mittels rechter Maustaste im Kontextmenu "In Pfade umwandeln" auswählen (alternativer Shortcut Shift+Strg/Cmd+O). Das es sich jetzt um eine Gruppe und evtl. zusammengesetzte Pfade handelt kann an dieser Stelle vernachlässigt werden, vielmehr hilft es beim nächsten Schritt.



    Schritt 3 Nun gilt es schon dem Buchstaben Tiefe zu geben und ihn damit auch eine scheinbar 3. Dimension zu geben. Am Ende darf man nicht vergessen, das es sich im Resultat immer um ein zweidimensionales Abbild handelt. Als Hinweis, nutzt erstmal nicht schwarz für den Buchstabe da ihr so den 3D-Effekt nicht seht, da dann einfach alles schwarz ist. Wenn wir den Buchstaben ausgewählt haben, gelangen wir über Effekt-3D-Extrudieren und abgeflachte Kante in das entsprechende Menu für die 3D-Einstellungen.
    Standardmäßig ist die Vorschau deaktiviert, da bei sehr komplexen Objekten es sonst hier schnell zu ersten Schwierigkeiten und (endlosen) Wartezeiten kommen kann. Wir hingegen können es problemlos aktivieren, um so auch direkt zu sehen, was die verschiedenen Parameter bewirken. Das Vorschau-Viereck im Dialogfenster kann man mittels Maus bewegen, wodurch sie direkt die Winkel rechts daneben ändern (alternativ geht es auch mit der Eingabe der Winkel). Mit der Perspektive kann man quasi einen Fluchtpunkt simulieren und die Tiefe verändert logischerweise die Extrusionstiefe. Auf eine Kanteneinstellungen habe ich bewusst verzichtet, wie auch auf weitere Einstellungen, die man unter "Mehr Optionen" aufrufen kann.
    Wie man auch nach der Bestätigung mittels "OK" bei der Auswahl des Buchstaben sieht, passen Aussehen und Pfad nicht zusammen. Das zeigt uns, das es sich klar um einen Effekt handelt, der durch Transformieren auch immer neu berechnet wird. Im Aussehen-Fenster (Shift+F6) ist dieser Effekt jetzt auch sichtbar und weiter veränderbar, bis wir zu Schritt 4 kommen.



    Schritt 4 Um alle entstandenen Flächen auch individuell bearbeiten zu können, müssen wir das Aussehen umwandeln. Unter Objekt-Aussehen umwandeln finden wir den passenden Befehl und wandeln damit auch den Effekt um, so das nun Aussehen und Pfade zusammenpassen. Allerdings ist der Effekt jetzt nicht mehr vorhanden und demnach auch nicht mehr veränderbar.
    Als nächstes gilt es sämtliche Gruppierungen aufzulösen, aber eventuelle zusammengesetzte Pfade zu erhalten. In der linken oberen Ecke sieht man, wann man einen Pfad oder noch eine Gruppe hat - vermutlich gibt es mehrere Gruppierungen.
    Jetzt haben wir mehrere Pfade, die aber mitunter noch ungünstig geteilt sind, da wir sie als gemeinsame Fläche bearbeiten wollen. Das werdet ihr besonders an Rundungen feststellen, da damit die Schattierungen der Rundung umgesetzt werden. Da wir das später anders machen, gilt es nun mit Hilfe des Pathfinders und des "Formmodus Vereinen" sinnvoll Pfade zu verbinden. Bei Versionen vor CS4 am besten danach auch gleich den Umwandeln-Knopf drücken (ebenfalls im Pathfinder-Menu), da es sich sonst nicht um einen Pfad sondern eher eine Gruppe handelt.



    Schritt 5 Mit den nun vorbereiteten Pfaden können wir uns auch schon an das Färben der Buchstaben machen, wo euch quasi keine Grenzen gesetzt sind. Ich mache alles hier mit Verläufen, aber ebenso sind Muster oder Volltonfarben möglich.
    Beim Verwenden von Verläufen könnt ihr je nach gewünschtem Aussehen lineare oder radiale Verläufe wählen.




    Schritt 6 Wie ihr in der Vorschau gesehen habt, haben meine Buchstaben eine helle Kante. Man könnte dies mit einer generierten Kante aus dem 3D-Effekt umsetzen und würde diese dann ebenso bearbeiten wie alle anderen Flächen.
    Ich habe aber einen anderen Weg gewählt. Dazu nutzen wir eine zweifache Kopie der Deckfläche und versetzen die vordere entpstrechend der gewünschten Richtung. Ich habe sie nach rechts unten verschoben. Abermals mit der Hilfe des Pathfinders können wir so die gewünschte Kante als Pfad erzeugen. Das es nach der Anwendung des entsprechenden Formmodus (vorderes Objekt abziehen) eine Gruppe ist, stört uns nicht, denn so können wir besser Ordnung halten. Diese erzeugte Kante habe ich weiß gefärbt und die Transparenz geändert. Da es sich im Ausgang um eine Kopie der Deckfläche handelte, ist ein einfaches Positionieren mit Hilfe der Ankerpunkte schnell möglich.



    Schritt 7 Nach dieser Art und Weise kann man nun alle Buchstaben oder sonstige Elemente bearbeiten. Es ist dabei hilfeich für jedes eine extra Ebene zu nutzen, da man so die einzelnen Elemente einfacher verschieben und anordnen kann.
    Mein Ergebnis an dieser Stelle sieht so aus:



    Schritt 8 Um dem ganzen etwas mehr Tiefe zu geben, fehlen noch Schatten - einmal die Schatten, die die Buchstaben aufeinander werfen und dann die Schatten auf den Untergrund.
    Widmen wir uns erst den Schatten der Buchstaben aufeinander. Dazu brauchen wir eine Kopie zweier Buchstaben und vereienen mit Hilfe des Pathfinders alle Flächen des Buchstaben der Schatten werfen soll. Je nachdem ob der Schatten dann nur auf eine Fläche des hinteren Buchstaben fällt oder mehrere, müssen wir für diesen das gleiche machen.
    Da ich beim Schattenfall nicht von einer bloßen Verschiebung des Buchstaben ausging, habe ich den späteren Schatten entsprechend skaliert und ihn etwas breiter gemacht. Dadurch hat es mehr den Anschein eines "richtigen" Schattens, da diese in der Regel oft verzerrt sind. Im Anschluss verschieben wir die Fläche so, das sie den zu beschattenden Buchstaben teilweise verdeckt.



    Schritt 9 Mit Hilfe der zu beschattenden Fläche, der Schattenfläche und des Pathfinder (Formmouds Schnittmenge) erhalten wir so die Fläche, die den Schatten auf dem Buchstaben bildet, die wir nun entsprechend auf dem Buchstaben positionieren (am besten wieder die Ankerpunkte als Hilfe nutzen) und färben können.
    Ich habe den Schatten schwarz und transparent gemacht und zusätzlich die Füllmethode auf Multiplizieren gesetzt, da ich so die Interaktion des Schattens mit der Farbfläche kontrastreicher finde.
    Es ist ratsam, auch für diese Schatten jeweils neue Ebenen zu nutzen.



    Schritt 10 Die Schatten am Boden sind vergleichsweise einfach, da sie lediglich schwarze Pfade (Transparenz und Füllmethode wie die anderen Schatten) auf einer untersten Ebene sind.



    Schritt 11 Zusätzlich kann man das Bild mit vielen weiteren Details verzieren. Ich will beispielhaft hier eines zeigen, mit deren Hilfe sich das o in die Lüfte erhebt. Am besten man kopiert sich die Situation wieder um sie wie folgt umzusetzen und dann im Anschluss wieder richtig zu positionieren.
    Zu Beginn zeichnen wir entsprechende Pfade, die wir als einfache Schnur verwenden wollen. Wichtig dabei ist, das die Pfade, die um den Buchstaben gewickelt sind, voerst über ihn hinausragen. Genau diese Beiden Pfade wollen wir nun entsprechend den Formen und der Perspektive anpassen.
    Die beiden erwähnten Pfade wandeln wir über Objekt-umwandeln so um, das es nun mehr Flächen sind. So können wir ähnlich der Schattenerstellung auf den Buchstaben und mit Hilfe des Pathfinders zwei Flächen erstellen, die genau auf dem Buchstabenflächen liegen. Dabei darauf achten, das wir auch einen Pfad haben, der in die Tiefe des Buchstaben verläuft, denn durch die einfache Änderung des Füllmethode auf Multiplizieren scheint dieser sich auch wirklich um den Buchstaben zu wickeln.



    Zusammenfassung
    Mit ein wenig Hingergrund und durch "normalen" Text ergänzt, haben wir recht schnell ein Ergebnis erreicht, welches natürlich bei euch nicht so bunt sein muss.
    Durch weitere Elemente und Effekte, können wir darauf aufbauend auch gut ein komplexes Bild erzeugen.



    Ich hoffe das Tutorial hat euch gefallen und es war verständlich und nachvollziehbar.
    Als Inspiration diente mir dieses Tutorial "Create an Assortment of 3D Text".

    Grüße Marco


    Kommentare 2 Kommentare
    1. Avatar von FUNKSTiFT
      FUNKSTiFT -
      Ein schönes und einfaches Tutorial, wenn man mit Illustrator umgehen kann.
      Allerdings, ich als Neuling in Illu kann manche Phasen nicht wirklich folgen ohne eine genauere Erklärung zu sehen, wie wird was genau gemacht. Zum Bleistift mit den Phathfinder ein paar Flächen zusammen fügen. Besteht die Möglichkeit darüber ein Videotutorial zu machen um zu sehen, was genau gemacht wird?

      Wäre sehr nett,
      nette Grüße!
    1. Avatar von smileyml
      smileyml -
      Mmh, ich dachte das er sich von selbst erklärt.
      Aber hier findest du das als Videotut

      Grüße Marco
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