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DrSoong's Blog

Killerfernsehen

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von DrSoong am 04.11.08 um 20:00 (808 Hits)
Gerade den Fernseher eingeschalten, was muss ich am ultimativen Dokusender sehen? Einen Beitrag zum Thema Killerspiele, die Grundfrage lautete, ob Killerspiele Amokläufer züchten.

Jetzt könnte man meinen, ein so renommierter Sender und ein so bekanntes Qualitätsmagazin gehen differenziert an diese Thema heran und berichten Vorurteilsfrei über diese Thema, allein die Hauptperson der Reportage lässt diese Hoffnung aber gleich in Rauch aufgehen.

Ein Überlebender des Massakers von Erfurt recherchiert zu diesem Thema, befragt Jugendliche und junge Erwachsene, die solche Spiele spielen und redet mit Psychologen. Und das alles mit der gleichen unparteiischen Sorgfalt wie George Bush die Massenvernichtungswaffen im Irak proklamiert hat.

Kein Wort davon, dass im Fernsehen brutale Nachrichten laufen, die auch schon kleine Kinder sehen, brutale Filme die als Blockbuster oder die Zukunft, weil aus eigenem Lande, gelten und Gewalt wesentlich realer und realistischer zeigen als es ein Spiel je könnte. Kein Hinweis auf die Rolle der Medien, die Gewalt fast verherrlichen und davon leben während der Zuschauer sich an der "Action" aufgeilt. Nein, da hauen wir lieber auf Killerspiele (köstlich der Bericht von der GC und dem "Killerspiel" World of Warcraft) hin, damit verdienen die ja kein Geld und können sich daher auch nichts kaputtmachen.

Mir ist kein Bericht bekannt der sich mit der unglaublichen Brutalität der "Tom & Jerry"-Serie beschäftigt, ist ja Fernsehen und kein Spiel. Dass die Serie von ganz jungen Kindern gesehen wird und die beiden sich da mehr ans Leder gehen als in jedem Killerspiel wird nirgendwo erwähnt (nur Matt Groening hat in den Simpsons mal das aufgegriffen).

Ich bin dafür, solche Serien zu verbieten und auf den Index zu setzen, auch so manche Anime-Serie (z.B. bei den Pokemons bekämpfen die sich mit Blitzen, also tödlichen Waffen) muss weg. Dieses Teufelszeug verdirbt unsere Kinder, auch einige Comics (z.B. Garfield, wenn er wieder mal Odie tritt oder die Zunge verknotet) treiben unsere Kinder zur Gewalt und bedürfen besonderer Beobachtung der Jugendwächter.

Man könnte aber natürlich auch die Kindheit und das Elternhaus der Amokläufer, deren Umfeld und psychische Verfassung der Personen einbeziehen, es gibt sicher noch etliche Faktoren (ja auch Spiele), die in die Gesamtbeurteilung einfließen sollten. Aber was brauchen wir das alles, auf die Spieleindustrie kann man ja prima hinschlagen.

So, ich hab genug von der Heuchelei, ich schalt dann mal von Pro/ und Galileo auf RTL2 und Tim Taylor, da schau ich mir die unglaubliche Brutalität seiner Ideen an. Irgendwie muss ich mich ja verderben lassen.


Der Doc!

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Kommentare

  1. Avatar von LRK
    Ja, es ist schade, dass die Leute nicht in der Lage sind das Thema zu behandeln, wie wir es für richtig erachten würden. Aber das Fernsehen als Maßstab zu nehmen ist tatsächlich antiquiert. Was, wenn nicht das Fernsehen, stellt den gesellschaftlichen Verfall unserer wichtigsten Grundwerte so lautschallend dar wie die Flimmerscheibe, die in praktisch jedem deutschen Haushalt zu finden ist und uns (zumindest vielen von uns) das Denken abnimmt?
    Ich vertraue weiterhin darauf, dass sich die Leute vom Fach mit ihrer wachsenden Professionalität immer mal wieder in die Debatten einbringen werden und so offen zeigen, wo jemand nicht zu Ende gedacht hat.
    Nungut, und dann wiederum stehen wir einer alternden Gesellschaft gegenüber, deren Entscheidungs-Kompetenz ich auf das stärkste anzweifle... Was sollen wir nur tun..?
  2. Avatar von Mairhofer
    Ich bin auch gegen diese unseriöse Berichterstattung über/für/gegen Killerspiele. Jedoch muss ich fairer weise sagen, das das Fernsehen kein vergleichbares Medium darstellt. Beim Fernsehen kann ich nur ab- oder umschalten. Beim sogenannten "Killerspiel" kann ich jede Aktion aktiv entscheiden.

    Wenn bei Berichterstattungen zu einem Fall aufgezählt werden würde: "Person X hat'harte' Musik gehört, ein Fable für Waffen hatte, EgoShooter gespielt hat und war in vielen Bereichen ein Aussenseiter", so könnte ich sagen, das ein "Killerspiel" einen Einfluss hatte.
    Meistens wird es aber so genannt: "Er hat wie jeder, Musik gehört, fand die Waffe von Bruce Willis im Film XYZ gut, hatte wenige Freunde und *pause.für.mehr.spannung.und.verschärfung.der.tonlage* war stark beeinflusst, nächtelang verschlossen und süchtig nach den blutigesten der blutigen, brutalsten der brutalen Killerspiele. Die Distanz der umherfliegenden Gedärme waren für Person X ein Zeichen für die Qualität eines Spiels" - dann glaube ich schon, das hier vorab die Ursache schon gefunden wurde - von den Reportern.

    Den Psychologen kann man meistens keine Fehler unterstellen. Sie sagen, gefragt zu Killerspielen, das ein Killerspiel Wut, Hass und Agression auslösst. Und da gebe ich ihnen auch recht. Das Problem ist nur, das ich zum Beispiel dieses Gefühl auch habe wenn ich Fussball, Tennis, Badminton spiele, wo ich einfach gewinnen will. Ich stell mich doch nicht zwei Stunden auf den Platz, weil ich meinen Gegner so gern habe. Baller ich einen Ball ins Aus, dann bin ich wütend usw.

    Das Fernsehen will natürlich eine einfache, plausible und verständliche Lösung präsentieren. Denn würde man alle notwendigen Faktoren wirklich einbeziehen und durchleuchten, passt es nicht mehr in den 45 Minuten Slot (meistens vor einer Doku über den 2. WK) und man müsste eine 4 Stunden Doku machen, jeden Abend, 7 Tage lang - mindestens.

    Mein TV ist schon seit Wochen/Monaten kalt gestellt worden für den alltäglichen gebrauch. Ab und zu für eine Comedy oder ein Sportevent wird er mal abgestaubt, aber Informationen hole ich mir mittlerweile nur noch aus dem Netz. Und dort dann von diversen Quellen, bevorzugt nun auch ausländische Quellen, da die herangehensweise zu einem Thema teilweise sehr stark differenziert zu dem was aus deutschen Quellen kommt.
  3. Avatar von Radhad
    Schon interessant das "Tom & Jerry" Jahr für Jahr als die brutalste Sendung "gekührt" wurde - aber interessiert keinen.

    Zum Fall Erfurt: Es wurde da ganz eindeutig auch rausgestellt, dass sein Familienleben nicht gerade gut war. Zudem war die Regelung noch so, dass man ohne Abi-Prüfungszulassung nicht nochmal die 13. wiederholen durfte und er quasi sein Leben vor einem Scherbenhaufen sah ...

    Schon interessant, wie sich alles wiederholt. Das Fernsehen war Anfangs auch verschrien und wurde schlecht gemacht und heute akzeptiert es jeder ... Die bisher einzige neutrale bzw. objektive Berichterstattung zum Thema Computerspiele habe ich auf RTL 2 gesehen - liegt vielleicht daran, dass das eher ein "Jugendsender" ist. Meiner Meinung nach liegen die Probleme nicht bei solchen Games sondern eher am gesellschaftlichen Umfeld wie (Freunde &) Familie.

    Wenn es nach den beiden ersten Sendern geht, bin ich ja auch stark gefährdet, weil ich Heavy Metal höre und ab und zu gerne mal online entsprechende Spiele zocke ... Und überhaupt - ich spiele schon Computerspiele seit 1988 (3 Jahre war ich da alt) und bisher hab ich noch keinen "umgenietet" !
  4. Avatar von lexz
    Stimme Radhad zu, auch im Jahre 88 mit 3 jahren gespielt oO. Hatte schon mit 1 1/2 Jahren meinem älteren Bruder beim zoggen zu geguckt, habe Beweisfotos :P!

    Aber, versucht das ganze mal aus der Perspektive der Filmwirtschaft zu sehen. Die Reportagen sind nicht neutral? Wundert ihr euch?
    Der PC und die Konsolen sind wirtschaftlich gesehen ihr ärgster Feind. Schon jetzt suchen sich mehr heranwachsende Informationen im Internet oder lesen lieber im Internet die Nachrichten. Die TV-Bosse haben Angst unter zu gehen!
    Was macht ein Wahnsinniger wenn er glaubt er wird verlieren, der aber (Charakteristisch)nicht verlieren kann? Er wird versuchen mit allen mitteln die er hat zu kämpfen.. Auch wenns nicht mehr neutral ist.. was nebenbei bemerkt bei Medien noch nie, aber wirklich noch nie der Fall war!

    Sowieso neutral? Die? Guckt euch alleine CNN bei der Wahlnacht in Amerika an.. Zeigten für Florida 60% für McCain an ohne das auch nur eine einzige Stimme gezählt wurden ist!
    Von den so genannten Killerspielen wollen wir ja noch nicht mal anfangen..

    Aber haltet euch immer vor Augen, die TV-Bosse wollen Geld.. Und der PC entzieht ihnen ihr Geld..
    Da ist es doch klar dass die darauf rumreiten, versuchen die Erwachsenen, die Skeptiker oder sonst wen davon abzubringen dieses neue Medium PC zu entdecken.

    lg

    alex
  5. Avatar von Matthias Reitinger
    Wer sich besagten Beitrag selber anschauen will, der möge die URL http://www.prosieben.de/wissen/multi...oplayer/50001/ aufrufen und bis ca. 14:00 vorspulen.
  6. Avatar von Alaniak
    Nur ganz kurz. Die Gewalt im Fernsehen mit der in Spielen zu vergleichen und daraus die gleichen Schlüssen ableiten zu wollen funktioniert nicht. Es ist ein himmerlweiter Unterschied ob ich mir das nur ansehe oder aktiv dran beteiligt bin, egal wie realistisch oder unrealistisch das ist.

    Und die wahren Hauptschuldigen sind sowieso Slayer, da brauchen wir garnicht lang drumrum reden
  7. Avatar von Layna
    Irgendwann muss mir mal jemand erklären warum die Spiele ständig als Auslöser und nie als mögliches Symptom gesehen werden. Ich kriege ja auch keine Erkältung weil ich Huste, sondern ich Huste möglicherweise wegen einer Erkältung... oder eben weil die Lift trocken ist oder ich staub wische und die Ecke die ich immer übersehe wiedergefunden habe .
  8. Avatar von Gewürzwiesel
    Also ich gehöre ja auch zu den bösen Killerspiel-Spielern. Und Filme, in denen Gewalt gezeigt wird gucke ich auch ab und an. Aber nen Amokläufer bin ich nicht geworden Aggresiver reagiere ich auch nicht, seitdem ich sowas spiele. Wenn jetzt mein soziales Umfeld mies wäre, könnte das vielleicht einen Einfluss ausüben, aber wenn man ein normales Leben führt, Freunde hat usw, dann sollte man sowas spielen/gucken können, ohne Amok zu laufen.