Yes he can!
von DrSoong
am 09.10.09 um 17:47 (1617 Hits)
Seit Mittag tönt es überall durch den Äther, der heurige Friedensnobelpreisträger heißt Barack Obama. Ein gloreicher Tag, nur ...
... für wen?
Die Begründung ist ja seine Bemühung, den Frieden zu stärken und die Völkerverständigung zu fördern, nichts gegen Motive, mir stellen sich aber da einige Fragen.
Obama ist jetzt seit einem dreiviertel Jahr Präsident, da hat sich sicher doch einiges getan in Punkto Krieg oder? Leider nein, die Amis kämpfen noch immer in Afghanistan und im Irak, Guantanamo ist, trotz vollmundiger Ankündigungen immer noch offen und der Abbau der Atomsprengköpfe in den USA hat noch nicht mal angefangen (mal davon abgesehen, wo lagert man das spaltbare Material?).
Die Amerikaner haben sicher strenge Gesetze gegen Umweltsünden erlassen, Baracks Parteikollege Al hat ja alle Amerikaner mit seinem Film geschockt. Auch hier sieht es düster aus, der durchschnittliche Amerikaner produziert immer noch bei weitem am meisten Dreck (jetzt in jeder Coleur), auch wenn aufgrund der Krise nicht mehr so viel Geld da ist. Dreck sparen (im Sinne von umweltschädliches vermeiden) ist immer noch nicht auf Umweltschutz sondern auf Geldnot begründet.
Aber Obama hat doch als Nicht-Weißer diese latente Feindlichkeit der Verwaltung gegenüber ihren eigenen (und auch den fremden) Bürgern schon abgestellt, gerade er müsste doch aus eigener Erfahrung wissen, wie Diskriminierung und Denunziation das Leben beeinträchtigen. Auch hier ein Nullspiel, weder der extrem bürgerfeindliche PATRIOT-Act noch andere, angeblich gegen Terroristen gerichtete Maßnahmen wurden bislang zurückgenommen oder wenigstens geprüft, ganz im Gegenteil, die USA greifen nach noch mehr Daten, auch welchen aus Europa. Mit Patenten, Filesharing-Klagen und ähnlichem Müll verkommt das ehemalige Land der unbegrenzten Möglichkeiten immer mehr zum Land der unbegrenzten Überwachung und Einnahmequelle der verkorksten Industrien.
Also herzlich Willkommen an das Nobelpreiskomitee, in einer Reihe mit z.B. dem olympischen Komitee, die ja eigentlich keine Länder zu den Spielen zulassen wollten, die im Krieg liegen. Ein Friedensnobelpreis an den Präsidenten eines Landes zu vergeben, dass als größter Kriegstreiber der Menschheitsgeschichte gilt (ja, ich lass D/A hier mal vor, die haben trotz höherer Opferzahl nicht mal annähernd so viele Kriege vom Zaun gebrochen), bewerte ich nicht mal als mutig sondern nur als völlig Gaga, allen gehofften guten Auswirkungen zum Trotz. Der Friedensnobelpreis sollte als Auszeichnung für Einsatz im Frieden in der Welt gelten, ein Land, das Krieg führt bzw. ein Präsident, der dies noch nicht abgestellt hat, sind meiner Meinung nach nicht für so einen Preis geeignet.
"Yes we can! Obama den Preis geben und damit Sympathien bei den Amis sammeln!" müssen sich die Entscheidungsträger gedacht haben.
Der Doc!






