Logische Volumes - Die Partitionen der Zukunft
von Dennis Wronka
am 22.08.07 um 17:25 (1219 Hits)
Partitionen, in der Form wie man sie heute meist noch verwendet sind unflexibel. Der Ausweg nennt hat den verheissungsvollen Namen "Logische Volumes", unter Linux ueber LVM, den Logical Volume Manager, zu verwalten und ueber den Device-Mapper nutzbar. Aktuelle Linux-Distributionen, wie z.B. Fedora oder die kommende Version 0.4 von EasyLFS, unterstuetzen die Nutzung von logischen Volumes.
Aber was ist der Vorteil gegenueber herkoemmlichen Partitionen?
Ein grosser Vorteil ist dass logische Volumes nicht an einen Datentraeger gebunden sind, wie bei einem Stripe-Set (RAID0) koennen mehrere Partitionen oder Festplatten zu einer Einheit, der Volume-Group, zusammengefasst werden. Darin koennen dann die logischen Volumes eingerichtet werden. Diese lassen sich auch in ihrer Groesse veraendern. Das geht natuerlich auch mit normalen Partitionen, nur eben nicht ueber Laufwerksgrenzen hinaus.
Zusaetzlich koennen auch Partitionen/Festplatten zur Volume-Group hinzugefuegt werden sodass diese bei Bedarf auch wachsen kann. Dem Speicherhunger heutiger und kommender Anwendungen steht somit nichts mehr im Wege. Bei Bedarf packt man einfach noch einen Datentraeger hinzu und vergroessert seine Volumes.
Das Windows-Gegenstueck zum Logical Volume Manager unter Linux ist wohl der Logical Disk Manager, zu diesem kann ich aber, mangels Beschaeftigung damit, nichts sagen.
Die Arbeit mit dem LVM unter Linux hingegen ist recht einfach. Auf Linux.com findet sich der Artikel Pain-free disk space management with LVM, der die Grundlagen und die Nutzung von LVM recht gut beschreibt. Zusaetzlich moechte ich dem interessierten Leser auch die Wikipedia-Artikel zum Logical Volume Manager und dem Logical Disk Manager an's Herz legen.
Wie gesagt, ich finde dass logische Volumes eine gute Sache sind um den wachsenden Speicherplatzanforderungen gerecht zu werden und auch den neuen Standard fuer die kommende Zeit darstellen duerften. Mit aktuellen Linux-Distributionen ist der Einsatz kein Wunderwerk mehr, Fedora z.B. nutzt standardmaessig eine Volume-Group, und wenn ich mich recht erinnere ist auch bei Suse die Installation auf ein logisches Volume moeglich.
Wichtig ist natuerlich dass auch die Root-Partition (unter Windows dann wohl die System-Partition) auch in einem logischen Volume liegen kann. Da Windows scheinbar nicht ueber die Moeglichkeit gleich auf eine logische Disk zu installieren faellt dies dort wohl flach. Ob es moeglich ist die Partition nachtraeglich umzuwandeln und ob Windows ueberhaupt den Systemstart von einer logischen Disk unterstuetzt weiss ich nicht.
Linux kann dies auf jeden Fall, jedoch wird eine separate Boot-Partition ausserhalb der Volume-Group benoetigt, diese braucht aber nur den Kernel und eine Initial RamDisk, oder ein InitRamFs im Kernel, enthalten und braucht somit nicht groesser als 30MB (was schon sehr grosszuegig dimensioniert ist) sein.






